Google+ PPQ: Gefliese Freiluftausstellung

Montag, 21. Dezember 2009

Gefliese Freiluftausstellung

Nichts gilt der Fliesenkünstler im eigenen Land, und so geht es auch dem Kachelmann von Halle, der seit drei Jahren unermüdlich versucht, die Innenstadt der einstigen Saalemetropole neu zu verfliesen. Ziel ist es, den von Dresden aufgegebenen Titel "Unesco-Welterbestadt" nach Halle zu holen - ein großes Vorhaben, das bislang bei Stadtverwaltung und Fremdenverkehrsamt auf taube Ohren stößt.

Immerhin hat sich die ortsansässige Bundeskulturstiftung jetzt erweichen lassen, dem in eingeweihten Kreisen kultisch verehrten Kachel Gott einen Studien- und Arbeitsaufenthalt in den USA zu genehmigen. Bei einem zufälligen Weihnachtsteinkaufstrip nach New York entdeckte PPQ-Volkskorrespondent Hagen Dietrich, vor Jahren Mitbegründer der wissenschaftlichen Kachelogie, mitten in New York eine gewaltige Fliesengalerie. Er sei übers Wochenende eigentlich in Übersee unterwegs gewesen, um "die amerikanische Krise durch verschärftes Shopping direkt an ihrer Quelle zu bekämpfen", erklärt Dietrich. Umso mehr habe ihn erstaunt, auf eine in ihrer Vielzahl und Mannigfaltigkeit außerhalb von Halle wohl einzigartige Sammlung von Kacheln zu treffen, die seinen Recherchen nach in den sogenannten Staaten "Tiles" geanannt werden. "Für Einheimische und Touristen ist die Freiluft-Ausstellung des Kachelmann eine echte Attraktion", hat der erfahrene Feldforscher vor Ort beobachtet. "Das müsste doch den Behörden in Mitteldeutschland zeigen, welche Chance in einer vollverfliesten Innenstadt steckt."

Besonders erfreut sei er gewesen, dass sich nach Fliesenfunden in Leipzig, in Berlin und im fernen Spanien nun endlich auch Fundstellen auf einem anderen Kontinent in das große Kachelverzeichnis einfügen lassen werden, das von PPQ und dem Internetgiganten Google gemeinsam gepflegt wird. "Das ist ein Zeichen, das uns allen Mut macht, nach nachzulassen im Bemühen, die Fliesenkunst nach vorn zu bringen."

Eigene Funde können wie stets direkt an politplatschquatsch@gmail.com geleitet werden, jeder Fund wird von uns auf Wunsch mit einem mundnachgemalten Kunstdruck der inzwischen von Kachel-Gegnern vernichteten Ur-Fliese prämiert.

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