Google+ PPQ: Auf Google-Suche nach der geschlachteten Tante

Montag, 15. Februar 2010

Auf Google-Suche nach der geschlachteten Tante

"Ich habe meine Tante geschlachtet". Ein Gedicht von Frank Wedekind. Wunderbar vertont einst von Jens-Paul Wollenberg. Perfekt und schön grauslig vorgetragen zusammen mit seiner wunderherrlichen Münzenberger Gevatterncombo. Etwas zuviel geschlachtet, zuviel Grusel, für damalige Verhältnisse. Dieser Meinung war zumindest die FDJ und das Bezirkskabinett für Kulturarbeit. Den Gevattern wurde kurzerhand die Kulturarbeit verboten. Aber das Schlachten ging weiter, bei geheimen Konzerten in diversen Klubs, wie auch in einem in Halle Neustadt.
Fast dreißig Jahre später erhält man bei der Google-Suche nach jenem Gedicht noch ganz andere Suchmaschinenoptimierte Ergebnisse. Diese hätten den Bezirkskulturkabinettlern von damals nicht nur grauslige Gruselschauer über den Rücken gejagt. Die hätten gleich alles verboten. Und was sagen eigentlich unsere heutigen Jugendschutz-Zensur-Kabinette dazu?

Kommentare:

ppq hat gesagt…

spitzenreiter "ich habe meine tage" und "ich habe meine tage nicht bekommen". dazu gibt es aber gar kein lied! da kann man mal sehen, dass die herren künstler sich überhaupt nicht um die wirklichen probleme kümmern. und die damen auch nicht!!!

derherold hat gesagt…

Sind das die (Such-)Egebnisse aus dem Original-Google oder habt Ihr bei ppq igoogle, d.h. Inzest_google ?

Beobachter hat gesagt…

Guten Tag PPQ,

ich habe gegoogelt und das sind die original Suchergebnissvorschläge.

Und das zeigt mir, das die heutige Bevölkerung nur aus wenigen Menschen, fast familären Verhältnissen, entstanden sein könnte, wenn da mehr als lecken drin war.

Ich als Einzelkind halte mich nicht an verwandtes, familäres, genetisches Material.

Habe ich was verpasst?

Grüße vom Beobachter

ppq hat gesagt…

weiß nicht, was proliticker für eine google verwendet.

aber mir ist noch ein vers dichtkunst aus jenen tagen eingefallen, der wenigstens hier für alle ewigkeit beerdigt werden soll:

ein junger dicher, der über einer eisdiele lebte, schrub jenerzeit den hymnus (es gehörte auch eine geradezu yesterdayssche melodei dazu!!)

"wozu lebe ich
wozu liebe ich dich
wozu sollst du kinder kriegen
wenn doch morgen bomben fliegen"

nun sage noch wer, es war alles schlecht