Google+ PPQ: Eigentor auf süddeutsch

Mittwoch, 9. Juni 2010

Eigentor auf süddeutsch

Die rechte Unterwanderung der Gegenwart schreitet unablässig voran, wie die Süddeutsche Zeitung in einem mutigen Beitrag zur Rückkehr der ehemaligen Nachrichtensprecherin Eva Herman qualitätsjournalistisch exakt herausarbeiten konnte. Herman, so das Blatt, habe sich mit einem Verlag verbündet, der bekannt sei für seine Nähe zu verschwörungstheoretischen Neigungen und rechtsextreme Autoren. So vertreibe der "Kopp-Verlag" unter vielen anderen Büchern, zu denen auch Werke des "früheren FAZ-Autoren Ulf Ulfkotte" (SZ) gehören sollen, fragwürdiges Schrifttum eines gewissen Jan Udo Holey. Dieser Autor schreibe über "geheime Botschaften im Vatikan", über die "Menschheit vor der Menschheit" sowie über "Kräuterweiber und Bauerndoktoren" und "CIA, Drogen und Mord", er sei aber durch die Recherchen eines hochkarätigen Rechercheteams der SZ längst als Rechter überführt.

"Holey gilt dem Verfassungsschutz als Rechtsextremist, er wurde wegen Volksverhetzung vor Gericht gestellt", schreibt die hellwache Süddeutsche in ihrem Text, der den Biedermännern um die ehemalige NDR-Sprecherin Herman die Maske endgültig vom Gesicht reisst. Die rechtsextreme Unterwanderung der Gegenwart ist weit fortgeschritten, weiter sogar, als die investigativen Rechercheure der SZ es sich vorstellen können: Die Bücher des Jan Udo Holey werden inzwischen auch von Amazon vertrieben - und, allen Warnungen der wackeren Wächter der nichthohlen Erde zum Trotz, vom Buchshop der Süddeutschen Zeitung.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Ihr hättet euch lieber bedanken sollen. Ohne diesen wegweisenden und aufklärerischen Artikel, wäret ihr noch heute der Meinung, Frau Herman sei Nachrichtenvorleserin und die CIA hätte nichts mit Mord und Drogen am Hut.

Seid dankbar, daß wenigstens die Sueeddeutsche der staatsbürgerlichen Pflicht nachkommt, dort braunes Gedankengut zu verorten, wo es nichts zu verorten gibt. Ihr hättet es ja nicht getan.

ppq hat gesagt…

doch, dass die sz rechtsextremes gedankengut verkauft, um die klamme rendite aufzumöbeln wäre uns in jedem fall eine dicke schlagzeile wert gewesen. nur kaufen wir eben nicht in shops, wo es hohleerde-bücher gibt. da musste erst die sz kommen und den ball reinmachen

nwr hat gesagt…

Prima recherchiert! Und zur SüZ: Hauptsache Geld machen: Vornherum Alarmismus über Fascho-Autoren und hintenrum deren Bücher verkaufen.

Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Schleichwerbung für die Bücher / das eigene Geschäft und, wenn sie verkauft sind, eine dräuende Gefahr wachsenden faschistischen Gedankengutes, über die es zu berichten lohnt.

vakna hat gesagt…

Schöner Beitrag, nur das Video ist zum abschalten. Tausendfache Stotter-Wiederholungen, da höre ich mir doch lieber das Original an.
Bin mal 22:42 min. weg.

ppq hat gesagt…

der ex-beatmacher von kraftwerk fand es schön

jedanfalls gratulierte er

vakna hat gesagt…

Weiß auch nicht, was sich die Künstler da denken. Vielleicht ist es die Freude, daß noch jemand den alten Schinken kennt und jede Adaption treibt auch irgendwie die Verkaufszahlen vom Original nach oben.

Kurz gesagt muß ein Lied, um mir nicht sofort zu mißfallen, eine etwas längere Schleife bis zur Wiederholung haben.
Genesis zum Beispiel erreicht die Grenze gerade so.

Tausend mal "Autobahn" hintereinander mag künstlerisch wertvoll sein, mir als ausgewiesenen Kunstbanausen geht es auf den Keks.

VolkerStramm hat gesagt…

Danke, Herr Boie und Herr Keil.
Sie reden, wo andere schweigen.
Und dank auch an den SWR, der couragiert vor der Machtübernahme durch die Nazis eindringlich warnt.

ppq hat gesagt…

@vakna: viel mehr hatte sie ja nicht gesagt

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website www.politplatschquatsch.com Links tauschen