Google+ PPQ: Dolchstoß in Durban

Freitag, 9. Juli 2010

Dolchstoß in Durban

Es war ein Drama, das zur Tragödie wurde. Ein ganzes Land saß gebannt vor dem Flachbildfernsehschirm, nur die ehemalige Klima-Kanzlerin feilte noch eine letzte Verzierung in die "Gesundheitsreform" genannte Beitragserhöhung. Niemand bekam etwas mit, weil alle nach Südafrika schauten, dort aber kündete die vierte Minute im Halbfinalspiel der "jungen" (Netzer) deutschen Truppe gegen Spanien bereits vom nahenden Verhängnis. Per Mertesacker, der Turm in der Abwehrschlacht gegen die schnellen Spitzen des alten Gegners, drehte sich plötzlich irritiert herum: Ein Mann in hellblauem Trikot hatte sich hinter ihm materialisiert. "Dieser Flitzer hat den Flow der Deutschen völlig zerstört", wird PPQ-Experte Waulmurf in der ausführlichen Fehlerdiskussion nach Abpfiff bemerken.

Alles ist diesmal anders als beim Song Contest in Norwegen. Dort durfte "Spanien nach einer Flitzerstörung einen zweiten Auftritt" hinlegen, wie Waulmurf vergleicht. Den Deutschen aber habe die Fifa das nun verwehrt.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die forensische Fern-Analyse der Geschehnisse in der 4. Minute von Durban zeigt, dass es sich bei dem Störer keineswegs um einen normalen "Flitzer" gehandelt haben kann. Psychologen bewerten die Tatsache, dass der Mann bereits nach wenigen Minuten aufs Feld gelaufen sei, als Beleg dafür, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen gedungenen Agent Provocateur gehandelt hat, und nicht um einen Fußballfan auf Abenteuerjagd. "Man kauft sich doch keine Karte zu so einem Spiel und rennt dann nach zwei Minuten aufs Feld!", analysieren Beobachter, "dann verpasst man doch den ganzen Rest!

Richtige Flitzer, das belegt eine Auswertung historischer Datenreihen, starten deshalb immer gegen Ende eines Spiel. Was nichts anderes heißt, folgern die Auswerter, "als dass dieser Flitzer ein bezahlter Agent der Spanier war, der den deutschen Spielern Angst einjagen sollte". Dafür spreche auch, "dass der Täter direkt in den Rücken der deutschen Abwehr" gelaufen sei, so dass "die gesamte Defensive danach nie mehr den Kopf frei hatte".

Von der vierten Minute, in der der Plan des Bundestrainers eigentlich erste eigene Nadelstichangriffe über die schnellen Boateng und Trochowski vorsah, spielte nun die Furcht mit, dass jederzeit wieder Helfer der Spanier von hinten kommen und die Deutschen überrennen könnten. Historisches Trauma Dolchstoß! "Die Konzentration war fort", heißt es in der Expertendiskussion: Die Spanier hatten mit dieser gezielten Aktion die Arbeit von zwei Jahren Erfahrungsammeln seit dem verlorenen EM-Endspiel kaputtgemacht. Damals hatte sich Deutschlands Spieler Podolski den Nachstellungen von gegnerischen Stalkern handgreiflich zu erwehren gewusst.

Noch ist die Faktenlage nicht restlos geklärt, denn die internationale Presse schweigt den peinlichen Zwischenfall qualitätspresseartig tot oder verharmlost ihn als Tat eines Einzelnen. Es handele sich, so heißt es, um einen "italienischen Fan des Spielers Antonio Cassano", der dagegen habe protestieren wollen, dass sein Lieblingsspieler "nicht in den WM-Kader berufen worden" war.

Die These vom verwirrten Einzeltäter aber hält der ernsthaften Prüfung nicht stand. Analysten vermuten nach Studium der Bilder, dass sogar insgesamt drei "Flitzer" eingesetzt worden seien, zwei davon als sogenannte Sicherheitskräfte getarnt, so dass das "gemeine Manöver zur Unterminierung der deutschen Abwehrkräfte" (Die Anmerkung) als Kollektivaktion über die Bühne ging. Dagen gibt es nichts von Ratiopharm. Die angeblichen Security-Mitarbeiter seien "auffällig langsam und breit" hinter ihrem als Einzeltäter maskierten Komplizen hergelaufen, "um den deutschen Spielfluß ganz abzutöten".

Logische Folge? Per Mertesacker, der den Bundestrainer zuvor noch wegen seiner unverständlichen Zurückhaltung bei der taktischen Ausrichtung auf ein für den Finalsieg notwendiges Remis im Spiel gegen Ghana kritisiert hatte, stand beim 0:1 "so weit hinten, quasi Neuer auf den Füßen", weil er "einfach Angst gehabt hatte, dass hinter seinem Rücken nochmal jemand auftaucht, ein Dolchstoßer oder sowas", ist sich Waulmurf sicher. "Wir haben danach nie mehr zu unserem Spiel gefunden", gab auch Mannschaftskapitän Philipp Lahm später kopfschüttelnd zu.

Auch ein Ergebnis der Umstellung der WM von der privatwirtschaftlichen Veranstaltung zum sozialistischen Großevent. Als die private Stallion Security noch für Ordnung und Sicherheit im Stadion von Durban sorgte, war es den Spaniern nicht gelungen, die Schweiz mit unsportlichen Flitzer-Aktionen aus dem Konzept zu bringen. Das Spiel der Iberer gegen die Eidgenossen ging 0:1 verloren, unmittelbar danach reagierte die Fifa: Stallion wurde gekündigt, die südafrikanische Polizei übernahm die Kontrolle - mit dem bekannten Ergebnis.

Das Ziel ist klar, die Methode bekannt, wie die Beschreibung der russisch-spanischen Fußballverschwörung klar aufzeigt. Verharmlosende Erklärungen, die etwa zu belegen versuchen, dass es sich bei dem vermeintlichen Flitzer eigentlich um den Mann gehandelt habe, "der den Anti-Rassismus-Text aufsagen sollte und sich ein bisschen verspätet hat", müssen nach Studium der Videoaufnahmen, die von Freiwilligen an der "Weltregie" vorbei aus dem Stadion geschmuggelt wurden, als obsolet gelten. Nach der "Schande von Gijon" hat die WM jetzt ihren "Dolchstoß von Durban".

Welt Online hat den Kommentarbereich dieses Artikels geschlossen, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt.

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Kommentare:

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

Nix da obsolet.

Stell Dir vor, Du bist vor Jahren dazu auserkoren worden, den Anti-Rassismus-Text aufsagen zu dürfen. Seit fünf Jahren bereitest Du Dich auf diesen Moment vor, lernst den Text in monatelanger Arbeit fehlerfrei aufzusagen, übst Deine Gestik und Mimik vor dem Spiegel ein, Du freust Dich und Deine ganze Familie und Dein Umfeld mit Dir, und dann endlich, endlich kommt der Tag, endlich eine Minute Weltruhm, hunderte von Millionen TV-Zuschauer sehen NUR DICH.

Der Moment rückt näher, Du stehst in den Katakomben, bist ein bisschen aufgeregt und denkst, besser noch mal kurz aufs Klo gehen.

Dauert ein bisschen länger diesmal, die Aufregung und so, und dann kommste wieder raus in den Tunnel und was ist? Die Spieler sind auf dem Rasen und schon mitten in der National-Hymne. Schock! Das darf doch nicht wahr sein, alle Träume vom Weltruhm geplatzt, keine Sekunde wirst Du in den heimischen Wohnzimmern und den Fanmeilen erscheinen, verpatzt, versäumt, versiebt, und zu Hause zum Gespött geworden.

Nee, denkst Du Dir, so nicht, außen rum an der Tribüne vorbei, ein bisschen auf den günstigen Moment warten und dann mit hochgerissenen Armen losrennen, wenn man schon nicht mehr sprechen darf, dann doch wenigstens rennen und winken. Alle zu Hause werden begeistert sein. Jetzt reden sogar noch mehr von einem, als wenn man nur einen Text abgelesen hätte.

So seh ick dit.

ppq hat gesagt…

erst einmal meinen respekt für deine erklärung! aber ich halte es für absolut unverantwortlich, so eine schlimme geschichte auf diese art zu individualisieren und damit, jawoll!, schlimm zu verharmlosen!

richtig ist sicher, dass der rassismustextsprecher eine große und ehrenwerte aufgabe hat! aber in den halbfinals haben doch die mannschaftskapitäne das vorlesen übernommen? um noch mehr menschen in der welt durch ihre vorbildwirkung mitzunehmen auf den großen, guten weg von völerverständigung und genderisiereng.

dass es da einen ersatzmann gegeben haben soll, der für unseren lahm, den kapitän der herzen, einspringt, wenn dem die stimme versagt, mag ich einfach nciht glauben.

und warum soll der rassismusvorleser überhaupt ein superman-shirt tragen? das passt doch nicht!

anklagend will ich noch ergänzen: seit die früher von der fifa immer auf den billigen werbeplätzen hinterm tor auf der kameraseite aufgestellten werbebanden mit dem schönen deutschen wort "respect" nicht mehr verwendet werden, mangelt es mir eindeutig an guten botschaften, die man mal geruhsam lesen kann, wenn auf dem spielfeld nichts passiert. die eine ausnahme, "alle raus zum mandela-day" oder so, war von meiner seite schnell ausgelesen. ich habe dann während der vorrunde immer noch "ein gutes buch" (Christian Wulff) gebraucht, um bei den todlangweiligen abendspielen nicht überstürzt einzunicken.

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

Also meines Wissens ist das eigentlich NIE so geplant, dass die Kapitäne den Anti-Rassismus-Spruch aufsagen. Die springen nur dann ein, wenn der eigentlich vorgesehene Sprecher ausfällt bzw. sich verspätet. Das kommt halt des öfteren mal vor, schließlich sind das Laien.

Wenn der Lahm z. B. so einen Anti-Rassismus-Text vorliest, dann kann man getrost davon ausgehen, dass der eigentlich vorgesehene Sprecher entweder aufm Klo hängengeblieben ist, nicht durch die Sicherheitskontrollen gekommen ist oder sonst so was in der Art passiert ist. Der Lahm ist als Sprecher sozusagen nur der Ersatzmann.

Das weiß kaum einer, aber jetzt sag ich mal so wie's ist.

ppq hat gesagt…

achso. siehste, das wusste ich nun wieder noch. bela rethy hatte den milliarden vor den volksempfängern vorgelogen, der lahm mache das, weil die fifa es so beschlossen habe.

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

Der Bela Rethy ist auch bloß ein Ersatzmann und manchmal noch nicht richtig eingearbeitet. Der Qualitätsjournalismus ist halt auch nicht mehr das, was er mal war, man muss sich immer öfter auch mit fachfremden Praktikanten behelfen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Bela Rethy ist doch auch geschmiert worden. Für Geld erzählt der alles, was gewünscht wird. Der muß also am Mikro diesen internationalen Kriminalfall verschwurbeln, damit die Spanier scheinbar durch sportliche Leistung Weltmeister werden.

Doch wir durchschauen dieses fiese Spiel mit Milliarden.

ppq hat gesagt…

wir durchschauen es, genau! bierhoff wird gerade im tv gefragt, was er "von diesemspielchen" halte. so viel mut, da sage noch wer, es gebe keinen tapferen praktikanten mehr!

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

@ Die Anmerkung

Der Bela Rethy gehört zur Generation Praktikum, die immer und immer wieder verlängern.

Den einen Tag muss er die Redaktions-Küche aufräumen, den anderen Tag stundenlang Kopien anfertigen, dann wieder die Umdrehungen beim Dreifachen Rittberger von Zündi Schulze von den "Eisblumen Wanne-Eickel" beim Regionalentscheid mitzählen und manchmal eben Fußball kommentieren. Dass der den Durchblick nicht mehr hat ist doch klar. Außerdem sind Praktikanten immer knapp bei Kasse. Eine gefährliche Mischung.

waulmurf hat gesagt…

Lief das Spiel nicht in der ARD?
Der Rethy ist doch ZDF-Mann.
Kommentiert hat dieser Bartels.
Wobei der eigentlich nur schwarzgemalt hat die ganze Zeit. Der wusste bestimmt mehr, durfte aber die Katze nicht aus dem Sack lassen und nur finstere Andeutungen machen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Dann war der auch bestochen.

ppq hat gesagt…

du glaubst doch nicht im ernst, dass rethy und bartes zwei verschiedene sind? das ist doch wie bei kerner und beckmann - bei dem einen sender heißt er so, bei dem anderen nennt er sich so.

bartesl als bartels

bartels als rethy

aber danke dennoch für den hinweis, ich dachte wiklich, ich hätte es bei der ard gesehen, weil ich zdf immer mit netzer assoziere, und der hört ja nun auf. was gar nichts erklärt, aber auch mal gesagt werden muss

Stimme aus dem Kissen hat gesagt…

@ waulmurf

Nein, kommentiert hat der Rethy. Als Ersatz für den Bartels. Weil der so lange aufm Klo war und dann zu spät kam und schon alle aufm Platz waren, und die Nationalhymne schon sangen und da....öhh...Moment mal: wo war eigentlich BARTELS????

Die Anmerkung hat gesagt…

Ist ARD und ZDF nicht auch das Gleiche? Oder muß man da einen Unterschied kennen?