Google+ PPQ: Street View: Die Angst muss zittern

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Street View: Die Angst muss zittern

Das Volk steht auf, der Sturm bricht los! Angeleitet von der Fernsehmechanikerin Ilse Aigner ist Deutschland beinahe geschlossen in den Widerstand gegen das menschenverachtende Street View-Projekt des Internetkonzerns Google gegangen. In einer breiten Volksbewegung haben fast 244.300 Deutsche dem Suchriesen verboten, ihre Fassaden im Internet zu zeigen - damit hat sich fast ein Drittel Prozent der einheimischen Wohnbevölkerung in den Widerstand begeben. Umgerechnet auf die 20 Städte, in denen Street View Ende des Jahres starten soll, ergibt sich sogar eine Widerstandsquote von knapp 2,9 Prozent der Haushalte.

Damit müssen die Street-View-Gegner offenbar weiter um den Einzug ins nächste Bundesparlament zittern. Die fünf Prozent-Hürde der Online-Angst scheint derzeit kaum zu überwinden, auch weil Protest-Organisatorin Ilse Aigner nach ihrer großen Street-View-Sommeroffensive inzwischen zu populäreren Themen weitergeeilt ist. Zuletzt stoppte die Sarah Palin der deutschen Furcht vor weltweiter Fassadenschau den "Etikettenschwindel bei Lebensmitteln", sie forderte "mehr Aufklärung gegen Übergewicht", sie forderte "Facebook zum Umdenken auf", kündigte "verstärktes Vorgehen gegen unerlaubte Werbeanrufe" an und warnte "die Deutschen vor den Gefahren von Kundenkarten".

Ein im mitteldeutschen Städtchen Halle bereits laufendes Street-View-Projekt hatte dann auch kaum mit Protesten zu kämpfen, wie Geschäftsführerin Laura Jedebusch (Foto) gegenüber PPQ erklärte. Es gebe keinerlei Anzeichen, dass Halle Street View zu einer Erhöhung der Verbrechensrate oder einem Verlust der Privatsphäre der Nutzer geführt habe, sagte sie und erneuerte eine Einladung an Ilse Aigner, sich selbst per virtueller Mausrundreise durch die schöne Saalestadt ein Bild von Land und Leuten zu machen. "Aus unserer Sicht", beschreibt Jedebusch, "beschwören Politik und Medien in der gesamten Diskussion eine Angst, die ohne die Beschwörungen von Politik und Medien gar nicht vorhanden wäre."

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