Google+ PPQ: Knietief im Korruptionssumpf

Dienstag, 16. November 2010

Knietief im Korruptionssumpf

Eine kurze Karriere, die Angela Merkels Ziehsohn Christian Wulff da auf dem Bundespräsidentenstuhl absolvieren durfte, ein schlimmes Ende, dass die frühere Fernsehansagerin Charlotte Roche nun in einem Damengefängnis in Süddeutschland nehmen wird. Nachdem die 32-jährige frühere Bestseller-Autorin und Nacktsängerin versucht hatte, den amtierenden ersten Mann im Staate mit einer nach deutschem Recht geldwerten Leistung zu bestechen, um ihn zu veranlassen, auf die Unterzeichnung des Gesetzes zur Verlängerung der Atomlaufzeiten zu verzichten, ermitteln jetzt mehrere Schwerpunktstaatsanwaltschaften am Wohnsitz der beiden Beteiligten des durch ein "Spiegel"-Interview vorzeitig öffentlich gewordenen Deals.

"Ich würde anbieten, mit ihm ins Bett zu gehen, wenn er es nicht unterschreibt", hatte die ehemalige Viva-Moderatorin in Richtung Wulff angekündigt - nach Ansicht von Experten ein Verstoß gegen Paragraph 332 Strafgesetzbuch, der eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren jedem "Amtsträger oder für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichtetem" androht, "der einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung sich versprechen lässt", damit er deshalb seine Dienstpflichten bei einer "Diensthandlung" "verletzt hat oder verletzen würde".

Charlotte Roche wird ihren PR-Coup allerdings vermutlich noch vor dem derzeit offenbar vorübergehend noch im Amt befindlichen Bundespräsidenten vor Gericht verteidigen und mit einer langjähriugen Haftstrafe abgelten müssen. Nach demselben Strafrechtsparagraphen droht auch ihr eine langjährige Freiheitsstrafe, denn im Gesetz heißt es: "Falls der Täter den Vorteil als Gegenleistung für eine künftige Handlung anbietet, verspricht oder gewährt", sei die Strafbarkeit bereits gegeben, wenn der Täter "den anderen zu bestimmen versucht, dass dieser bei der Handlung seine Pflichten verletzt oder sich bei der Ausübung des Ermessens durch den Vorteil beeinflussen lässt".

Einen Spielraum hat die Staatsanwaltschaft nach Roches öffentlichem Geständnis des Bestechungsversuches kaum noch, wie entsprechende Präzendenzfälle zeigen. Detailliert hatte die Autorin der "Feuchtgebiete" über eine Absprache mit ihrem Mann berichtet, der "einverstanden" sei, den Atom-Kompromiss von seiner Frau aufhalten zu lassen, indem diese den Bundespräsidenten besticht. Roche, die sich selbst als "Schamlippenexpertin" bezeichnet, begründet ihren strafbaren Versuch, den ersten Mann im Staate zu korrumpieren, mit ihrer Ansicht, es reiche nicht, "einfach nur dagegen zu sein“. Man müsse auch Mitglied bei Attac werden und an Castor-Strecken "mit nackten Händen Steine wegschaufeln wie ein grabendes Erdmännchen". Das sei "friedlich und absolut legitim."

Die längst bekannte Endlösung der Atomfrage auf PPQ

Kommentare:

nwr hat gesagt…

Wen man hier alles kennenlernt - eine Charlotte Roche war mir bis dato unbekannt. Wie schrecklich! Das hat man nun von der Fernsehverweigerung ...

Anonym hat gesagt…

Das war kein Bestechungsversuch, das war eine Drohung. Wenn er nicht unterzeichnet, muss er mit dem Schlimmsten rechnen.

Anonym hat gesagt…

Dann geht´s ab, ins Feuchtgebiet. Huaahhhh.

vakna hat gesagt…

Na SO sexy ist sie nun auch wieder nicht, daß man die Energieversorgung des Landes für einen F**k mit ihr riskieren könnte.

Le Penseur hat gesagt…

Deutschland, du hast es besser, kann ich da nur seufzen ...

Einen Bundespräsidenten, der von Bestsellerautorinnen zur Bestechung aufgefordert wird (wenn ich das mal wörtlich so stehenlassen darf) — den haben wir in Österreichs Heinzi Fischer nicht!