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Dienstag, 8. März 2011

Als der Führer zum Benzingipfel bat


Zwei von drei Zapfhähnen zugehängt, das große E10 an der Preistafel durchgestrichen. Deutschland leidet Mangel, Mangel an Treibstoff, der der Umwelt gut tut, der die Brieftasche schont und die Stimmung aufhellt. Ein Blick in die Geschichte macht klar, wohin die Reise gehen muss, auf die sich der erste Benzingipfel seit 1934 in diesem Tagen unter der klugen Führung des Bundeswirtschaftsministers Rainer Brüderle begibt.

Auch beim letzten derartigen Spitzentreffen stand die Frage, wie sich der immer schneller wachsende Treibstoffbedarf befriedigen lassen und Deutschland dennoch weitgehend von Importen unabhängig gemacht werden könnte. Vor seinem Amtsantritt schon hatte der damalige Führer und Reichskanzler und spätere n-tv-Moderator Adolf Hitler Vertretern der Spritindustrie die Zusage gegeben, die Herstellung von synthetischem Benzin durch Absatz- und Mindestpreisgarantien zu unterstützen.

Ein Wort, das eingehalten wurde. Hjalmar Schacht, Brüderles Vorgänger im Wirtschaftsminsiterium, wählte eine kluge Lösung: Er beschloß, verstärkt die Produktion von synthetischem Benzin zu fördern. Das schone Umwelt und mache deutschland unabhängig von Importen aus Unrechtsregimen. Um die bisher treibstoffproduzierenden Werke besser unter Kontrolle zu bekommen, die größtenteils ausländischen Erdölkonzernen gehörten , denen es weder um die Umwelt noch um Energiesparen, sondern ausschließlich um Profite ging, gründete Schacht am 28. September 1934 die "Pflichtgemeinschaft der deutschen Braunkohlenwirtschaft". Nur wenige Tage später entstand aus dieser "Pflichtgemeinschaft" gegen den hinhaltenen Widerstand einer Reihe von Unternehmen, die mit englisch-amerikanischen Erdölkonzernen verbandelt waren die nicht das ökologische Grundinteresse der deutschen Konkurrenten teilten und die Einführung des damaligen E10-Vorgängers zu boykottieren zu versuchten, die "Braunkohle-Benzin-AG" (Brabag).

Nun ging Deutschland auf Öko-Kurs. Für den notwendigen Ausbau der Benzinerzeugungsanlagen (Foto links) wurden aus Haushaltsmitteln des Bundes, der damals noch Reich hieß, 37 Millionen Reichsmark bereitgestellt. Durch diese umfangreiche finanzielle und materielle Hilfe, die damals noch ohne EU-Fördermittel aufgebracht werden musste, konnten bis 1939 vier E10-Werke in Böhlen, Magdeburg, Schwarzheide und Zeitz errichtet werden, die nach dem Tieftemperatur-Hydrierungs-Verfahren aus Braunkohlenschwelteer und Braunkohlenleichtöl bei einer Temperatur von 350 bis 450 Grad Celsius und hohem Druck Treibstoff zauberten.

Die Produktion betrug maximal 247.000 Tonnen Treibstoff im Jahr, wobei etwa ein Drittel als Vergaserkraftstoff für die Volkswirtschaft bereitgestellt werden konnte und zwei Drittel Besitzern von Diesel-Fahrzeugen wie der Wehrmacht zugute kamen. Vorbildlich: Um den nachhaltigen Nutzungsgrad zu erhöhen, wurde der Destillationsrückstand, aus dem zuvor Hartparaffin hergestellt wurde, unter Hochdruck hydrierend gespalten.

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Kommentare:

derherold hat gesagt…

Hahahaha, nicht Zeitz, sondern Tröglitz (Elsteraue). *ätsch*

ppq hat gesagt…

global gesehen ist das zeitz. sind doch nur 5 oder zehn km. ist bestimmt auch eingemeindet

derherold hat gesagt…

"...ist bestimmt auch eingemeindet..."

Eben nicht. Deshalb fließen ja auch die Gewerbesteuereinnahmen an die Gemeinde Elsteraue. ;)

Zeitz hatte Süßwaren aus Altöl/Kettenfett und Kinderwagen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Ja, so sind sie, die neuzeitlichen Führer. Sich mit anderer Leute Mittagessen im Tank durch Deutschland echauffieren lassen und in der Bequemlichkeit des Rücksitzes kluge Ratschläge ausdenken.

Oels hat gesagt…

Auf den ersten Benzingipfel folgte übrigens im März 1935 die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Umbenennung der Reichswehr. Mit diesem Schritt verbunden war auch der Ausstieg aus dem "Vertrag von Versaille", dem Vorläufer des heutigen "Vertrag von Lissabon". Im Jahr darauf dann die Olympischen Winterspiele in Bayern. Das IOC entscheidet diesen Sommer über eine Wiederausrichtung.

ppq hat gesagt…

oels, das sind ja beunruhigende informationen! jetzt, wo wir bald mit der aufgelösten bundeswehr auf den spuren von rommel nach afrika müssen!

immerhin wird thomas de maiziere dann ausbügeln können, was vater ulrich de maiziere wegen permanenten einsatzes an der ostfront und im OKH dort nicht hat richten können.

panzerbummi hat gesagt…

Hjalmar Schacht, wenn ich bitten darf.

Anonym hat gesagt…

Choren hat gezeigt wie man es macht .

Hydrierwerke gab`s wie wir wissen schon beim Adolf , also wo ist das Problem ?

Wir haben doch Steinkohle und Braunkohle .

Plaste + Elaste aus Schkopau gibt`s auch .

ich werde dann Plastkombinatsdirektor .