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Montag, 11. Juli 2011

E-Postbrief: Da geht die Post ab

Millionen haben sich angemeldet für diesen innovativen neuen Dienst, der Deutschlands erster "substanzieller" (Wolfgang Schäuble) Beitrag zum Internetzeitalter sein sollte. Der E-Postbrief verbindet souverän alle Nachteile der alten Schneckenpost mit denen der Web-Ära: Um ihn nutzen zu können, muss man sich persönlich bei der Post melden, man muss sich ausweisen, man kann nur Post von anderen Postkunden empfangen und man muss regelmäßig in den Briefkasten schauen, um kein Einschreiben zu verpassen. Das nämlich gülte auch unentdeckt als zugestellt.

So sicher ist das System, dass es kein Mensch nutzt. Warum sollte man auch? Normale Mails kann jeder jedem schicken, denn im Email-Verkehr gilt das alte Prinzip, was nicht ankommt, kommt zurück. Soll die Nachricht sicher vor Mitlesern sein, dann wird verschlüsselt, soll sie persönlich überbracht werden, ist es erlaubt, anzurufen. Bleiben als Kunden für die deutsche Neuerfindung der Email als kostenpflichtige Sendung nur Handwerker, Gewerbeteibende und Großversender - letztere aber haben ja die E-Postbriefadressen ihrer Kunden gar nicht. Und ersteren hat die Bundesregierung in einem überraschenden Akt der Entbürokratisierung eben zugestanden, Rechnungen künftig auch per ganz normaler Mail zusenden zu dürfen - etwa so, wie das Online-Versender seit 15 Jahren tun.

Bleibt die Post, die viel auf die geniale Mischung aus herkömmlicher Briefsendung und verschlüsseltem Hightechquatsch gesetzt hatte. Für den E-Postbrief, das Boomgeschäft der nächsten 50 Jahre, sucht das halbstaatliche Unternehmen derzeit 75 Praktikanten, 100 Bewerber für Plätze an Dualen Hochschulen und sagenhafte 1850 Auszubildende.

E-Post: Endlich elektische Post

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