Google+ PPQ: Billiges Essen viel zu teuer

Freitag, 9. September 2011

Billiges Essen viel zu teuer

Wenn Vierbeiner nicht in einigen Ländern als Delikatesse gelten würden, könnte man sagen: Das ist ein dicker Hund. Unter der Überschrift "Dekadenz: Vom Teller in die Tonne" hat die Frankfurter Rundschau folgende unglaubliche Weis- und Wahrheit aufgetan: "Die Hälfte unserer Nahrung wandert in den Müll. Täglich verhungern auf der ganzen Welt 20.000 Menschen, während allein das täglich in Wien weggeworfene Brot 250.000 Menschen sättigen könnte." Wir vom Weight Watchers-Board PPQ unterstützen natürlich dieses ideologische, langweilig-altbekannte und faktenverzerrende Lamento von ganzem Herzen, möchten aber trotzdem denjenigen, die solcherart wohlfeile Kapitalismus-Kritik normalerweise nicht mit dem Essstäbchen anfassen würden, auf einige besondere Höhepunkte der Argumentation hinweisen.

So ist es zum ersten herrlich demagogisch, über verschwendete Lebensmittel in Europa zu wehklagen, ohne mit einem Wort die EU-Agrar-Subventionen zu erwähnen.

Zum zweiten gefällt uns ein Satz wie "Nur knappe und teure Produkte stellen für den Menschen einen Wert dar" außerordentlich gut, da er nahtlos an die immer aktuelle Hartz IV-Armut-Debatte nahtlos anknüpft.

Und zum dritten brilliert der Text mit einer logischen Inkonsistenz, wie sie so wunderbar sonst nur von uns selbst fabriziert wird. Das Essen wandert nämlich in die Tonne, weil es so billig ist, was aber wiederum den Verbraucher finanziell deutlich belastet: "Nach Untersuchungen der Universität Wien werden zehn Prozent der gekauften Lebensmittel weggeworfen ... Eine kostspielige Lösung. Dieser sorglose Umgang kostet nach Berechnungen der Wissenschaftler den österreichischen Verbraucher fast 400 Euro im Jahr."

Kommentare:

PeWi hat gesagt…

Billige Nahrungsmittel? Wo? Es wird m.E. immer am Bedarf vorbei produziert. Die Salatköpfe sind zu groß. Wer um Gotteswillen braucht solche großen,wenn er nicht gerade eine vielköpfige Familie hat? Solange lassen sich die auch nicht aufheben. Die frischen grünen Bohnen aus deutschen Landen sind nach 3 Tagen faul, also ist der Rest auch nicht mehr zu verwerten und stinkt trotz guter Lagerung. Fleisch, was noch nicht im Datum abgelaufen ist, stinkt einem entgegen, wenn man die Umhüllung abmacht. Ich werfe sehr ungern Lebensmittel weg, kaufe keinen Salat mehr, weil ich ihn nicht aufbrauchen kann. Trotzdem bin ich gezwungen hin und wieder Lebensmittel zu entsorgen, was mir im Herzen weh tut.

Volker hat gesagt…

Die FR ist ungefähr genauso stringent wie der widerliche Jean Ziegler, immerhin UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.
Der Westen ist schuld am Hunger, weil er mit seinen Lebensmittelexporten die einheimische Landwirtschaft in der dritten Welt kaputtmacht. Und in Indien hungern die Menschen, weil Indien Nahrungsmittel in den Westen exportiert.
Früher waren die Juden an allem Schuld. Heute sind wir es. Egal was wir tun.

vakna hat gesagt…

@Volker:

Hat man sich doch schon dran gewöhnt, oder?
Wenns mal nicht die Juden oder Israel sind dann die Deutschen oder die Westeuropäer.
Ich frage mich, warum überhaupt noch jemand darauf reagiert. Wahrscheinlich die Konditionierung der Christen. Selbstgeißelung und Schuldkult, oder so was ähnliches.

Über Ziegler feixt die halbe Schweiz. Der hat sich als Intimus von Gaddafi aufgespielt und schweigt jetzt. Allerdings nur zu Nordafrika, denn zum Hunger in Afrika trompetet er noch immer laut. Letztens wollte er Führungskräften bei einer Hauptversammlung die Leviten lesen, die haben ihn aber kurzfristig ausgeladen. So viel Masochismus war dann doch nicht gewünscht.

kurt hat gesagt…

mir kam jüngst ein planetenretter mit genau diesem argument, um meinen wunsch nach aufhebung des deutschen ladenschlussgesetz abzubügeln.
merke: wenn die läden unreguliert geöffnet haben, werden lebensmittel unreguliert weggeworfen.
und dann essen sie in china wieder hunde - oder so.

ppq hat gesagt…

am wenigsten würde gegessen, wenn die läden nur montagnachmittag geöffnet hätten