Google+ PPQ: Hades-Plan: Waterloo fürs Empire

Samstag, 10. Dezember 2011

Hades-Plan: Waterloo fürs Empire

Das Kräftemessen um die Vormacht in Europa – erstmals seit dem Einzug Kaiser Wilhelm 1. in Paris und der Kaiserkrönung im Spiegelsaal des französischen Schlosses zu Versailles vor 140 Jahren konnten es die Deutschen wieder für sich entscheiden. In Brüssel erlebten die Mächte der einstigen Entente ihr Waterloo: Unblutig tranchierte die frühere Klimakanzlerin Angela Merkel die Eurozone, um sie neu zusammenzusetzen. Plötzlich spürte der britische Premier Cameron, was da geschah: Das Empire, noch vor 100 Jahren entschlossen, stets so stark zu sein wie die zwei stärksten kontinentalen Mächte zusammen, war nicht mehr an Bord. Deutsche Nachrichtensender feierten es mit der Schlagzeile: "Sex is fun" (oben). Qualitätszeitschriften griffen einfallsreich zum guten alten goebbelsschen Tiervergleich.

Geahnt hatten es die Briten schon lange. Seit der Hades-Plan zur Umgestaltung Europa, den der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und einige Getreue noch im alten Bonn geschmiedet hatten, durch ein Leak innerhalb der Stasi-Unterlagenbehörde bekannt geworden war, argwöhnten die misstrauischen Engländer, dass es diesmal wirklich um alles gehen würde. Und sie behielten Recht.

Wie Anfang der 90er Jahre minutiös geplant, wandte sich Europa in der Stunde der Not dem vermeintlich Stärksten unter den Schwachen zu: Deutschland wurde zur Schutzmacht der Schuldner, denen, wie von Kohl und Co vorausgesehen, nichts übrig bleibt, als sich allen Bedingungen der Führung in Berlin zu unterwerfen. Dort ist der Begriff „Fiskalunion“ als Umschreibung des angestrebten deutschen Europa ausgegeben worden. Auf dem Weg zu dieser Fiskalunion sei Deutschland entschlossen, eigene Zuständigkeiten nach Brüssel abzugeben, so lange in Brüssel getan werde, was Berlin wolle, heißt es informell. Damit hofft die Regierung Bedenken des Verfassungsgerichtes zu zerstreuen, das eigentlich erst im vergangenen Jahr geurteilt hatte, dass die Abgabe weiterer Kompetenzen an ein vereinigtes Europa nur über den Weg einer neuen, durch eine Volksabstimmung zu beschließenden Verfassung gangbar wäre.

Doch Druck macht nicht nur Diamanten, sondern auch zeitweise Abweichungen von Recht und Grundgesetz möglich. Wobei „zeitweise“ nach Einschätzung von Berliner Beratungsunternehmen alle Zeiträume bis kurz vor „ewig“ umfasst, so lange niemand erneut Klage einreicht. Angela Merkel, die sich während ihrer ersten Amtzeit als Vorsitzende einer rot-schwarzen Koalition noch als rührend hilflose Klimakanzlerin getarnt hatte, gelang mit dieser Strategie der Durchmarsch zum Traum der Vorväter. Deutschland heißt jetzt zwar Europa, reicht aber nicht nur von der Maas bis an die Memel und von der Etsch bis an den Belt, sondern noch weit darüber hinaus.


Das gefällt dem Briten nicht, die sich ein geeinigtes Europa immer nur unter britischem Mandat hattenvorstellen können. Schon Churchill spielte mit dem Gedanken, den Kontinent zu einen, allerdings natürlich ohne die eigene splendid isolation aufzugeben: 'We are with Europe, not of it', gab er den Kurs vor, der bis heute gilt. Aus Sicht der Briten ist eine Unterordnung unter die Ziele des Hades-Planes schlicht nicht vorstellbar. Halte Europa daran fest, dass es am deutschen Wesen genesen wolle, isoliere sich der Kontinent von seiner größten Insel. Wie lange bleibt Großbritannien dann noch in der EU?, fragt Philip Stephens bei der Financial Times. Einer EU, die in einer längeren Perspektive politisch und wirtschaftlich aus einer Hand regiert werden wird?

Nicht, weil das die Bürger so wollen, kritisiert die BBC. Nein, Anlass der von den Deutschen forcierten Integration, wie die Unterordnung unter ein umgekehrtes Versailler Diktat künftig genannt werden wird, war der Umstand, dass „Europas Führer glaubten, dass ihr Projekt eines durch eine gemeinsame Währung geeinten Kontinentes in Gefahr sei“. Die Insel, immer schon ein Hort trotziger Unabhängigkeit von äußeren Mächten, wird nun zum letzten Widerstandsnest gegen ein zentralregiertes Europa, das auf den Trümmern nationaler Verfassungen und früher gemachter Versprechungen eine Krise bewältigt, die es ohne dieses Europa nicht gäbe. Die Menschen auf der Insel wachen nach einer langen, bitteren Brüsseler Nacht auf und sind kein Teil Europas mehr. Und die auf dem Kontinent, die in Fragen der EU-Integration nie nach ihrer Meinung gefragt wurden, folgert der britische Staatsfunk, leben nun in einem Europa, das viel enger zusammengerückt ist, als es ihnen versprochen worden war.

Als Ersatz für die widerspenstigen Briten konnten die Mandatsträger der Neuvertragsstaaten inzwischen Kroatien verpflichten.

Bereit, die deutschen Stiefel zu lecken
Vison wird Wirklichkeit
Das Euro-Geheimnis: Der Hades-Plan

Kommentare:

Friedrich hat gesagt…

Ich schrieb schon mal und Frage wieder. Wie kann man diesen EU Demokratien maximalen Schaden zufügen ohne dafür in den Bau zu gehen. Gesetze haben offenbar keine Bindungskraft für unsere Delebets aber nun ja gehorchen wir nicht gilt:
Gewaltmonopol bei der Arbeit

Die Anmerkung hat gesagt…

Und was passiert jetzt mit unseren Renten? Sollen wir weiter riestern?

Anonym hat gesagt…

ja - unbedingt ; riestern Sie weiterhin .

( ohne Flax : ich bunkere Dosen und Werkzeuge aller Art ) .

Besonders beliebt : hochwertige Feinwerktechnik aus der Schweiz .

VRIL

Friedrich hat gesagt…

Die Renten sind wohl da wo die Versprechungen und Vertäge sind. Irgendwo im Hades....