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Freitag, 28. Oktober 2011

Europa feiert den Hades-Plan

Zum neuen Nationalfeiertag am 3. Oktober platzte die Bombe. Werner Hasters, ein ehemaliger Stasi-Offizier, enthüllte einen der perfidesten Pläne zur Eroberung eines Kontinentes, seit die USA beschlossen, dem zaristischen Russland Alaska abkauften. Der Hades-Plan, von Hasters aus dem Archiv der Dresdner Gauck-Behörde entwendet, schildert in allen erschütternden Einzelheiten, wie eine Gruppe von zu allem entschlossenen Männern um den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl Europa in eine gemeinsame Währung trieben, um die Ergebnisse des Ersten und Zweiten Weltkrieges ungeschehen zu machen.

Lieber das ganze Europa ganz als das halbe Deutschland halb, soll der damalige Bundeskanzler in der geheimen Hades-Planungsrunde im Bonner Kanzlerbungalow zwar nicht gesagt haben. Doch der Satz schwebte unausgesprochen über der Zusammenkunft, die mit fast 20 Jahren Vorlauf beschloss, wie die europäische Einigung Deutschland zur beherrschenden Macht auf dem alten Kontinent machen würde.

Über zwei Jahrzehnte blieb der geplante Tatablauf geheim, erst durch die Eskalation der Euro-Krise, die Kohl und Co. Mitte der 90er Jahre genauso hatten kommen sehen, werden die Qualitätsmedien in ganz Europa nun wach. „Deutschland als Vorbild – warum nicht“, findet der ehemalige Nachrichtensender n-tv, „Sakozy nimmt sich Deutschland zum Vorbild“, analysiert „Die Zeit“ und „Wer, wenn nicht Deutschland?“ fragt sich die Süddeutsche Zeitung.

‎Deutschland stehe für Europa ein, hat Kohls Nachfolgerin Angela Merkel den anderen Nationen versprochen – ein Satz, der in Großbritannien Angst auslöst. Hundert Jahre nach dem Wettrüsten zur See, mit dem das Kaiserreich die britische Dominanz auf den Weltmeeres brechen wollte, hat die deutsche Politik die deutsche Dominanz auf dem Kontinent betoniert, wie die DailyMail prompt bemerkt hat.

Wie es Kohl, Waigel, Seiters und die anderen vorausgeplant hatten, schauen wir am Tag zwei nach der „Nacht, als Europa deutscher wurde“ (Hamburger Abendblatt), auf ein „Europa, im Mark verändert“, wie die „Welt“ schreibt. Die Griechen, beschreibt das Politikblatt „Bild“, „fürchten gar eine Entmündigung durch Deutschland“.

Der hellwache „Tagesspiegel“ kommt direkt zum Punkt und findet ohne Kenntnis des weitsichtigen „Hades-Planes“ heraus, wie sich die Vorväter eines deutschen Europa den Weg zu einer europäischen Einigung unter deutscher Ägide vorstellten. „Auch hierzulande sind jahrzehntelang selbst in Aufschwungphasen ohne Pause neue Schulden gemacht worden“, kritisiert das Blatt, doch „Deutschland konnte sich das leisten, weil es über einen so hohen Handelsüberschuss verfügt“. Die schwächeren Länder Europas aber hätten eben genauso gehandelt und sich damit übernommen.

So war der Plan, so ist es gekommen. Bundeskanzlerin Merkel kommentiert die Tatsachen selbstbewusst: Deutschland schütze das europäische Einigungswerk, sagt die Westdeutsche, die daheim als Ostdeutsche gilt wird und im Ausland als „Mutti“ gilt. Selbst jetzt, da der grandiose Hades-Plan fast fertig umgesetzt ist, schwant nicht allen, welche historische Dimension die Übernahme der Regierungsgewalt auf dem ganzen Kontinent durch die Kassenwächter in Berlin hat. „ Neue Deutsche Mark soll Europa retten‎“, folgert die Rheinische Post messerscharf: Der Euro ist gerettet, aber gemäß den Vätern des Hades-Planes ist er mit seiner Rettung verschwunden. Geblieben ist die gute alte Deutsche Mark. Unter anderem Namen.

Der lange Weg zur Weltmacht: Alles über den Hades-Plan

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