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Sonntag, 10. Juni 2012

Günters EM-Blog: Mit letzter Luft

Höchst erfolgreich, dabei aber immer unterhaltsam und politisch zugespitzt, so schreibt der ehemalige Nobelpreisträger Günter Grass seit seinen späten Hits "Was noch zu sagen wäre" und "Die Schande von Soundso" hier bei PPQ seinen poetischen EM-Blog.

Mit roten Ohren hat Grass auch gestern vor dem Flachbildplasma gesessen und dichternd mit der deutschen Mannschaft gefiebert, wie sein neues Gedicht "Mit letzter Luft" verrät. Grass aber bleibt sich treu, er legt den Finger in die Furche, tadelt die Position Schäubles zu Spiel und lobt Löw dafür, wie er die gesamte deutsche Sportpresse mit den Personalien Klose und Mertesacker genarrt habe. Sprachlich ist der neue Grass wie immer das Allergrößte, doch auch die Analyse und das nationale Pathos kommen nicht zu kurz.

Sieg Sieg schreien sie die Kurve
kämpft mit Horden an Hunnen
ohne Stahlhelm eingefallen in
Lwiw dem früheren Lemberg mit Doppel-S

Wir haben keinen Namen wie andere
die ihre Elf Nati nennen Sbornaja oder
Elftal das Grauen hat keinen Namen
das Grauen der anderen

Die Deutschen rufen sie uns
die Deutsche sind wieder da
groß aber nicht mehr blond
schnell aber kein Windhund

Gomez, Boateng, Podolski und Özil
gegen Portugal gegen überall
Jogis Jungs in weißen Leibchen
weiße Weste Hummels weise Entscheidung

Das Südland aber widersteht in rot
die Angriffswogen rollen
Khedira kommt nicht durch
Neuer darf auch mal einen fangen

Der Trainerstab nervös,
die Autokorsen stauen
das Ziel ist der Weg
der wird kein leichter sein


Mit letzter Luft geht Müller
ein Rücken drückt die Flugbahn gerade
der Ball saust in den Fünfer
und Mario drückt ihn drüber


Kein Merte kein Miro
und doch Happyend
die Presse belogen die sonst
selber schwindelt

Ende vom Anfang aufatmen bitte Portugal geschlagen
während Schäuble Spanien kauft
100 Milliarden und drei Punkte
Sieg Sieg ruft die Menge die alles bezahlt

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