Google+ PPQ: Doku Deutschland: Sexismus in der Diskothek?

Samstag, 18. November 2017

Doku Deutschland: Sexismus in der Diskothek?

Jessica Meier aus Greifswald deckt auf: Sexuelle Anmache gibt es auch in deutschen Diskotheken.

Bisher galten die deutsche Spitzenpolitik und die Nachtszene der Diskotheken und Bars als einzige saubere Bereiche in einer Gesellschaft, die mehr und mehr durchdrungen wird vom Verdacht, Missbrauch und sexuelle Nötigung, Übergriffe und Sex zwischen Erwachsenen könnten hinter den schönen Fassaden von Unternehmen, Fernsehanstalten und in der Unterhaltungsindustrie zum Alltag gehören.Seit #metoo geht nun aber auch im Bundestag, in Diskos und bei den großen Fernsehsendern die Angst um, wer der nächste sein könnte. Der Skandal breitet sich auf andere Branchen aus. So kursiert bereits eine Täter-Liste „Beschissener Medien-Männer“, eine mit "Anbagger-Typen" für Berliner Nachtschuppen und eine Bekleidungsvorschrift für verunsicherte Frauen. Das aber ist nur der Anfang, denn der Skandal geht viel weiter.

Reihenweise haben sich Diskotänzerinnen und Besucherinnen von Nachtklubs seit Beginn des bislang größten Sexskandals der Welt bei PPQ gemeldet und Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung nach einem Diskobesuch gemeldet. Fälle nicht aus dem fernen Hollywood, sondern auch Flensburg, Offenbach, Waren an der Müritz und Bautzen, die zeigen, dass es das Problem nicht nur in den USA gibt. Jetzt reden Mädchen und junge Frauen aus der Nachbarschaft, die der Sex-Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein hoffen lässt, vielleicht auch gehört zu werden. Damit kommen immer mehr fragwürdige Vorfälle ans Licht: Versuche, sich unsittlich zu nähern, Anmachstrategien mit Gratisgetränken, plötzlicher Engtanz, Hände auf Hintern, ohne zu fragen, Küsse und angeblich harmlose Fragen wie "Darf ich noch auf einen Kaffee mit hochkommen". In der ganzen deutschen Nachtszene ist es allem Anschein nach Gang und Gäbe, dass Frauen auf ihren Körper reduziert und unwürdig behandelt werden.


Auch Jessica Meier blieb davon nicht verschont. Die Dauer-Diskogängerin aus Schwerin spricht inzwischen offen über ihre schockierenden Erfahrungen in Tanzschuppen, Cafés, Kneipen und Diskotheken. Nicht nur, dass Meier immer wieder von Männern angequatscht wird, teilweise solle sie dann mit ihnen tanzen, teilweise werde sie aufgefordert, etwas zu trinken. Manchmal habe sie sich, so die 23-Jährige, auch anhören müssen, sie sei zu dick: „Als ich noch viel jünger war und gerade anfing, auszugehen, sagten mir Kerle, dass ich rund sieben Kilo abnehmen sollte – in zwei Wochen“, erzählte Jessica Meier, die damals alles andere als übergewichtig war.


Mit 18 fühlte sie sich unter Druck gesetzt, zumal viele ihrer Freundinnen ebenso belästigt worden seien. "Wir glaubten, wenn wir nachgeben, lassen sie uns in Ruhe." Also habe sie oft mitgetanzt, Drinks entgegengenommen und Diät gehalten. Erst der Sexskandal um Hollywoodproduzent Harvey Weinstein habe ihr Mut gemacht, über ihre Erfahrungen mit Chauvinismus, Sexismus und Übergriffen gemacht haben.  "Ja, ich wurde angefasst", gesteht Meier, "und ja, ich dachte lange, das ist normal, dass man einen Typen nach der Disko mit nach Hause nimmt."

Erst jetzt merke sie, wie groß das Ausmaß an Missbrauch wirklich sei, das sie erlebt habe. "Oft glaubt man nach einigen Tänzen, ein paar Longdrinks und ein paar Muntermachern, dass man es dem Jungen schuldig sei, ihn mitzunehmen." Dass viele Männer sich in Diskotheken so benähmen, als sähen sie gut aus, seien beruflich erfolgreich, gut situiert und hätten einen Anspruch auf weibliche Aufmerksamkeit, habe sie immer wieder verwirrt. "Manchmal haben sie mich auf der Tanzfläche angefasst und einer hat mich vor dem Klo geküsst."

Was im Moment erträglich erschien, weil Jessica Meier glaubte, dieses Verhalten gehöre zur Normalität einer Disko. Heute erst begreift sie, welch schwerste Belästigungen und Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung sie den Männern vorzuwerfen hat, was er bestreitet. Der Fall wirft Fragen auf. Etwa Fragen dazu, wie es in der deutschen Filmbranche deren Namen sie meinst gar nicht mehr erinnert. "Als Partygirl bist du angesagt, wenn du mitmachst", sagt sie. Seit sie öffentlich abrechne, machten junge Männer jedoch einen Bogen um sie.

Hört man sich in der deutschen Diskoszene um, stößt man vielleicht deshalb vor allem auf Zurückhaltung. Die besonders einflussreichen und bekannten Frauen sagen auf Anfrage nichts. Ein Thema ist Weinstein aber auf jeden Fall. Eine Tänzerin im Szeneschuppen "Lulu" in Greifswald erzählt, dass sie sich schon mit einer Bekannten ausgetauscht hat: "Wir haben festgestellt, dass wir niemanden kennen, dem an der Bar oder auf der Tanzfläche noch nicht mindestens Anzüglichkeiten, Busen- oder Hinterngegrabsche passiert sind - inklusive mir."

Jessica Meier nennt die #metoo-Aktion "großartig" und lobt den Mut der Frauen, das anzügliche Verhalten von Männern öffentlich gemacht haben. Sie habe lange überlegt, ob sie sich äußern wolle, denn das Thema sei heikel. Aber Meier will anderen Mut machen. In ihrer Zeit als Diskobesucherin habe sie aber so viel Chauvinismus und Sexismus erlebt, dass sie nicht länger ruhig bleiben könne."Es herrscht in Diskos ein völlig falsches Frauenbild", sagt sie.

Meiers Rat an die Frauen: "Habt den Mut zu sagen, ich lasse es mir nicht gefallen." Besonders wichtig findet sie, dass sich auch Männer von sexistischen Übergriffen distanzieren. "Man muss als Mann nicht eine Tochter haben, um das zu verurteilen." Das Problem liegt demnach in der Struktur. Wo Männer im Halbdunkel, bei lauter Musik und oft flackerndem Scheinwerferlicht und zügellos genossenen alkoholischen Getränken auf Frauen träfen, entäußerten sich tierische Urinstinkte.  "Es ist ein System, in dem Männer vorwiegend allein entscheiden, ob sie auf eine Frau zugehen und wie sie das tun."

Es hapere demnach schon beim Bild, wie Frauen zu sein haben: "Die Medien fördern immer wieder das Bild der Frau, wie Männer es gern hätten: die 'Sexy Maus', die aufgedonnert tanzen geht und nicht Nein sagt." Dem müsse ein Ende gesetzt werden, glaubt sie, "sei es durch bessere Beleuchtung oder durch weniger Alkohol". Dann könne man auch wieder beruhigt tanzen gehen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Schon klar, dass eine solche Kampagne ausgerechnet jetzt losgetreten wird. – Denn nachdem, dank des Internet, auch dem letzten Hirnvollwasch-Deppen (jenseits und diesseits des Atlantik) bekannt wurde, wie zynisch, pervers und rücksichtslos jenne „nichtnennbare Macht“ alles beherrscht, von Medien (Fernsehen, Presse) angefangen, über Wall-Street, Hollywood, bis zum sog. „Zeitgeist’, kommt da auch beim konditioniertesten Duckmäuser „Unbehagen“ und Ablehnung dagegen auf. –
Wurden diese perversen Praktiken der „Weinsteins“ durch ihre medienmächtigen Stammesbrüder jahrelang vertuscht, gedeckt und totgeschwiegen, bzw. durch ihre dollarmächtigen Stammesbrüder alle Opfer zum Schweigen bestochen, oder erpresst, muss es auch dem dümmsten „G..“ klar sein, dass da nur die Spitze des Eisbergs sichtbar wurde. –
Ergo muss nunmehr eine massive Verneblungs-Kampagne lanciert werden, um von der evidenten überproportionalen „typischen Ethnizität“ bei derlei „Vorfällen“ abzulenken. –
Das Rezept ist so was von durchschaubar, nämlich eine intensivierte, infame Diffamierung ALLES Maskulinen, eine hyperventilatorische Insinuation gegen eigentlich natürliches männliches Verhalten als pöööse, pöööse „Unterdrückeung und Entwürdigung“ der armen Frau.Innen Opfer.Innen, and all der ganzen restlichen Femi-Lügen-Paradigmen. –
Das ist übrigens eine der leichtesten Übungen dieser „Medienmacht“, ist sie doch eh „Erfinderrin“ und Promotin“ dieser Lügen-Ideologie „Feminismus“, mit dem dezidierten Zweck, Partnerschaften, Familien, und damit Nachwuchs der verhassten „G...“ zu torpedieren, überhaupt christlich–abendländische Werte-Kanons zu zerstören und nur noch ihre oktroyierten (Lügen)Narrative als unanzweifelbare Dogmen in die „G..“-Gehirne zu installieren.