Google+ PPQ: Strategien gegen das Böse: Der Fall Ute, Hassoma im Aufstand

Samstag, 15. September 2018

Strategien gegen das Böse: Der Fall Ute, Hassoma im Aufstand

Im Gespräch mit Ute heißt es bedingungslos gegenhalten!
Seit den ersten plötzlichen Wahlerfolgen der AfD besteht stellen sich im zwischenmenschlichen Bereich immer neue Fragen. Wie soll man umgehen mit den Menschenfeinden? Welches Maß an Nähe ist noch erlaubt, wo verläuft die Grenze zur widerrechtlichen Kollaboration? Wie scharf muss Ausgrenzung von Rechten, Rechtspopulisten, Rechtsradikalen und Rechtsextremen sein, damit sie wirkt?

Fragen, die sich vor allem im zwischenmenschlichen Bereich stellen. Aus Freunden werden Mitbürger der besorgten Art, die gegen unsere Regierung hetzen, Fremde ablehnen und dem völkischen Glauben anhängen, sie seien durch die Gnade ihrer Geburt im richtigen Land gelandet. Im schlimmsten Fall sind es Verwandte und Freunde, die sich nicht einmal mehr schämen, zuzugeben, dass sie die menschenfeindliche AfD wählen. Freundinnen aus dem Chor zeigen Sympathien für Horst Seehofer, gute Kumpel driften nach rechts.

Im Fachblatt „Psychs in Psychology” haben Wissenschaftler des An-Institutes für Angewandte Entropie des Wuppertaler Instituts für System- und Innovationsforschung jetzt eine Metastudie vorgestellt, die zeigt, wie wichtig rechtzeitiges Gegenhalten, eine gute humanistische Gesinnung und der feste Glaube an die eigenen Argumente in der Auseinandersetzung mit Abtrünnigen sind. Sich distanzieren könne man immer noch, raten die Forscher. Aber erst dann, wenn die Betreffenden sich endgültig als verloren für die gemeinsamen europäischen Werte erwiesen hätten.

Beinahe jeder kennt das inzwischen aus seinem privaten Umfeld: Eben noch waren Frank, Ute und Axel ganz normale Menschen, gut situiert, fest verankert im bürgerlichen Milieu, bekennende Grün- oder Links- oder gar SPD-Wähler. Und auf einmal hört man im Gespräch heraus, dass sie die AfD für ein notwendiges Korrektiv in einer Gesellschaft halten, in der der Bundestag nur noch selten zu grundsätzlichen Fragen abstimmt und die EU immer mehr zur Vorgabemaschine für Entscheidungen wird, die die Regierung selbst nicht verantworten will.

Wenn alte Kumpels so gefährlich nach rechts driften, stellt das die FreundInnen vor Probleme. Soll man die jahrzehntelangen Freundschaften, Bergsportgruppen, Musikabende sofort auflösen? Sich distanzieren, abwenden, einen Schlussstrich ziehen? Oder ist es nicht gerade jetzt nötig, den Kontakt zu halten, um die Betroffenen von ihrem falschen Weg abzubringen?

PPQ beschreibt drei ernste und akute Fälle, zeigt aber auch drei Wege und drei Strategien, mit dem Problem umzugehen. Heute Teil 3: Ute, 64 Jahre alt, wohnt in Brandenburg, ist Ex-Verwaltungsangestellte und begeisterte Bergwanderin. Sie unterstützt seit Jahren engagiert eine schwerkranke, aber völlig verarmte Freundin, die sich im Gegenzug mit ihrem Hass auf die Welt und die Verhältnisse angesteckt hat.

Ute findet: „Es wird viel Geld für die Flüchtlinge ausgegeben, aber um die Deutschen, denen es schlecht geht, kümmert sich niemand.“ Ute ist der Meinung, dass ein Sozialstaat „ohne Grenzen gar nicht funktionieren kann. Wenn jeder herkommen und Ansprüche stellen kann, ohne irgendwas eingezahlt zu haben, dann kann das nicht gehen. Jede Gemeinschaft braucht Grenzen.“ Sie ist gelernte Buchhalterin und stellt auf Basis dieser kruden Thesen gern Berechnungen an: Zwei Milliarden Afrikaner, das sind viermal mehr Menschen als es Europäer gibt. Die könnten nicht alle herkommen, behauptet sie. Ute wählte früher die Linkspartei, jetzt aber die AfD, „weil die sich mehr um die kleinen Leute kümmert“.

Wie bei vielen Rechtsdriftern fällt auf, dass Ute von Linkspartei, Grünen, SPD und CDU enttäuscht ist, weil die Parteien keine Lösungen anbieten in der Flüchtlingsfrage und sich oft in moralische Allgemeinplätze flüchten. Das wiegt schwer, weil Ute von Parteiennicht nur wolkige Absichtserklärungen verlangt, sondern Leistungen für ihr Steuergeld, obwohl sie über viele Jahre schon gar keine Steuern mehr zahlt.

Der praktische Umgang mit Ute:

Auch wenn es schwer fällt: Herabsetzungen, Vorwürfe, persönliche Angriffe helfen nicht. Respekt und Augenhöhe müssen sein, Ute ist eine Gute, die durch ein schweres Schicksal auf die falsche Seite der Wahrheit geraten ist. Wenig hilfreich sind daher Sätze wie: „Die AfD! Die wählen doch nur Zonis, die einen Minderwertigkeitskomplex haben!“ Oder: „Die AfD! Wusste gar nicht, dass du im Alter sooo frustriert bist!“ Ute würde darauf mit Abwehr reagieren und sich verschließen. Damit wäre sie für uns verloren und es könnte sogar sein, dass sie sich weiter radikalisiert.

Wichtig also: Informieren, argumentieren, ihre Milchmädchenrechnungen als Unsinn enttarnen! Sagen Sie, dass überhaupt nicht alle Afrikaner nach Deutschland kommen wollen, halten Sie Zahlen und Fakten bereit, die zeigen, dass Flüchtlinge und Migranten Straftaten begehen, Deutschland aber sicherer ist denn je, weil die Kriminalitätsraten von jungen Männern generell höher sind als in der Gesamtbevölkerung, so dass die vielen neuen jungen Männer im Land einen negativen Einfluss haben müssen. Seien Sie ruhig ehrlich, Ute ist nicht dumm! Aber sagen Sie dann auch, dass die rechtsextreme Gewalt im Land hausgemacht ist und bleibt und dass es schön wäre, wenn Ute sich hier engagieren würde.

Dass trotz dieser Bedrohungen, der No-go-Areas und der zerstrittenen Parteien so viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, ist ein schöner Erfolg, das sollten Sie auch so darstellen. Dass die Zahl der Schutzsuchenden aber im ersten Halbjahr 2018 auf 82.000 gesunken ist, sollte aber ebenfalls als Erfolg dargestellt werden. So muss sich Ute nicht entscheiden, welche Position sie dazu beziehen will, um auf der richtigen Seite zu stehen. Auf jeden Fall müssen Sie betonen, dass Angela Merkel im Herbst 2015 keine „Grenze geöffnet hat“. Sie hat lediglich darauf verzichtet, sie zu schließen!

Der gravierende Unterschied wird selbst Ute einleuchten, denn Anhänger von AfD und CSU suchen immer nach einfachen Lösungen, die es nicht gibt. Zeigen sie ihrer Freundin auf, dass es eine Möglichkeit gibt, zurückzukehren von ihrem verhängnisvollen Pfad zur Hassoma, dass Sie ihre Freundin bleiben können, wenn Sie abschwört und begreift, dass man abgelehnten Asylbewerbern in Deutschland nicht Sozialleistungen streichen kann, weil sie dann in Suppenküchen und Notübernachtungen landen würden und die sinkende Kriminalität doch stiege. Will sie das? Ute wird den Kopf schütteln und endlich begreifen, dass sie es Menschen wie ihnen zu verdanken hat, weiter in unserer Mitte Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz kassieren zu können.


1 Kommentar:

Fallrückzieher hat gesagt…

Was soll diese wortreich penetrante Werbung für Asülversteher und -Liebchen?

Wie viele nichtsnutzige bis kriminelle Orientalen und Afrikaner mit islamischem Glaubensfanatismus wollen wie radikal beschnittenen Schrumpfgermanenkastraten denn noch importieren, damit wir auch hier jene überbevölkerten Primaten-Verhältnisse haben, vor denen die angeblich fliehen. Wobei es den vielen zurückgelassenen Frauen und Kindern wohl zuzumuten ist, dort jahrelang auszuharren.

Wer z. B. soll das weiträumig zerstörte Syrien wieder aufbauen, wenn nicht die heimkehrenden Syrer? Oder soll unsere schwangerengerecht hochgerüstete Bunteswehr etwa auch dort dann Baufirma spielen wie in Affghanistan? Zuzutrauen wäre es unseren infantilen Gutmenschen auf pathologischer Weltrettungsmission.

Alles Einzelfälle für den Psychiater.

Ist die Mehrheit jedoch irre, gilt sie als normal.