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Sonntag, 6. Januar 2019

Carl, Hans, Anna und Adolf: Geschichte neu geschrieben


Berlin engagiert sich, seit Jahren auch für ein sauberes Afrikanisches Viertel in der deutschen Hauptstadt. Während andere Städte ihre nach dem früheren Kolonial-Schlächter Carl Peters benannten Straßen einfach durch eine menschenrechtsfreundlichere Bezugnahme und ohne Umbenennung umbenannten, greift Berlin durch: Kurz vor Weihnachten beendete der Senat jahrelange Diskussionen um die Peters- und die Lüderitz-Straße mit einer Veröffentlichung im Amtsblatt.

Aus der Carl-Peters-Allee, die zuletzt in Erinnerung an einen wenig bekannten Rechtswissenschaftler nur noch Peters-Allee hatte heißen dürfen, wurde damit ohne Wissen der Anwohner die Anna-Mungunda-Allee, die allerdings nach Informationen der Berliner "Morgenpost" unter Weglassung eines "n" nur Anna-Mugunda-Allee heißt. Mungunda war 1959 von der südafrikanischen Polizei erschossen worden und dient Bezirk nun dazu, ein Zeichen gegen das kolonialistische Erbe zu setzen, dass vor exakt 100 Jahren komplett verlorenging.

  Carl Peters, am 27. September 1856 in Neuhaus/Elbe im Königreich Hannover geboren, verbrachte seine Lehrjahre in England und lernte dort von den Besten. 1884 gründete er die „Gesellschaft für Deutsche Kolonisation“ und ließ sich von dieser zusammen mit zwei Begleitern einen Auftrag zum Gebietserwerb in Ostafrika erteilen. Deutschland, so war er überzeugt, braucht Überseegebiete, will es groß und mächtig werden. Auf dem schwarzen Kontinent angekommen, dessen Bewohner er für eine Art aufrecht gehender Affen hielt, machte Peters nicht viel Federlesens. Ehe seine Truppe ein Dorf betrat, gab es eine warnende Salve aus den Gewehren, damit war dann schon mal angenehme Verhandlungsstimmung hergestellt. Die „Schutzverträge“ mit den Einheimischen schloß der Abgesandte des Deutschen Reiches, indem er Häuptlinge dazu brachte, deutschsprachige Schriftstücke mit ein paar Kreuzen zu unterzeichen.

Große Jahre für das Reich, große Jahre für Carl Peters, der in "Afrika Neger totschießt wie Spatzen", wie der "Vorwärts" schrieb. Obwohl Reichskanzler Bismarck die Verträge später „ein Stück Papier mit Neger-Kreuzen drunter“ nannte, bekam der agile Eroberer mit den Beinamen "blutige Hand" und "Hänge-Peters" den offiziellen Auftrag, Gebiete Afrika für das Reich in Besitz zu nehmen. Als Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet hielt er sich afrikanische Mädchen als Geliebte, nach der Feststellung, dass eine von ihnen ihn mit einem Diener betrog, ließ er beide öffentlich aufhängen und zur Sicherheit auch gleich noch ihre Heimatdörfer zerstören. Einer seiner Mitarbeiter beschrieb die Atmosphäre am Hofe des Reichskommissars: „Übrigens ist Peters halb verrückt. Alles um ihn herum geht krumm vor Hieben. 100 bis 150 sind an der Tagesordnung. Es ist kaum zu glauben, welche Angst die Leute vor Peters und seinen Leuten haben“.

Den folgenden Aufstand schlug Peters so blutig nieder, dass er nach Deutschland zurückgerufen und dort auf Betreiben des kaiserlichen Disziplinargerichts unehrenhaft entlassen wurde. Er verlor seinen Titel und seine Pensionsansprüche und musste von einer kleinen Pension leben, die Kaiser Wilhelm II. ihm persönlich zahlte. 1937 war es Adolf Hitler selbst, der den inzwischen verstorbenen Schinder popstum freisprach. Die „Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums“ lobte, dass Peters „den Gedankengängen des Dritten Reiches bereits vor fünfzig Jahren“ nahestand.


Die symbolische Handlung sorgte bei Anwohnern des Afrikanischen Viertels für Verwirrung und Ärger, senkt die Zahl der verbliebenen Carl-Peters-Straßen in Deutschland allerdings auf drei, die sich in Wittingen, Bad Hersfeld und Soltau halten. Nach dem anderen großen deutschen Kolonialisierer Adolf Lüderitz sind nach der Umbenennung der Berliner Lüderitzstraße sogar nur noch Straßen in Swakopmund und Windhuk (Namibia), im südafrikanischen Johannesburg und der dem Andenken Eroberer von Zululand benannte namibische Ort Lüderitz benannt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

polizistendutzer37 6. Januar 2019 at 11:43

... Die Stimmenlage und die Wortwahl die er in dem Video auf Twitter benutzt zeigt eindeutig das er weiss das er Bullshit redet und den Fragesteller mundtod machen will.
Harald Lesch das Sinnbild für einen Verräter.
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Schon richtig, aber durch das babbsche d bei "mundtod" entwertet.

-Matadysléxicos-

Anonym hat gesagt…

Pedo Muhammad 6. Januar 2019 at 19:48

@MONSIGNORE1
19:34
ja, den herrenmenschen (‚beste Kreaturen‘ 98/7 -> die nur wiSSen was ‚richtig ...

--- wiSSen ---

Bolschwikiblödia:

Als Kalauer bezeichnet man ein einfaches Wortspiel mit Wörtern unterschiedlicher Bedeutung von gleichem Klang oder gleicher Schreibweise. Sie werden manchmal als Flachwitz oder Plattwitz bezeichnet, da bei Kalauern in der Regel eine eher geringe „Lustigkeit“ zumindest in Kauf genommen oder sogar ironisch eingesetzt wird...
+++++++++++
A special silly pun, eller en särskild fånig ordlek --- Eß, eß, mein Junge!

Der lachende Mann hat gesagt…

Das Wort "Flachwitz" kannte ich noch nicht. Ich kannte nur "Flachwichser", wobei es mir bisher nicht gelungen ist, mir das bildlich vorzustellen. Ob Sepp da Rat weiß?

Anonym hat gesagt…

"Damnatio memoriae"
(mehr gips net zu saachen))