Google+ PPQ: The Power of We und der Berliner Fluchhafen

Sonntag, 26. Mai 2019

The Power of We und der Berliner Fluchhafen

Kombiniert das "we" der ausscheidenden Briten und den offiziellen Code für den Berliner Pannen-Fluchhafen BER zu einer klaren Botschaft: Manfred Weber, ein Bayer für Europa.

"We" wie wir und BER wie der Berliner Pannenflughafen - Manfred Weber hat mit einem fulminanten Auftritt zum Abschluss der heißen Phrase des EU-Wahlkampfes noch einmal mit einer klaren Dampfansage an Populisten, Nationalisten und Nazisten für Furore gesorgt. Beim EU-Wahlkampffinale des als "EVP" in Belgien eingetragenen Parteivereins in München waren sich demonstrativ "plötzlich alle ganz einig" (Die Zeit): WeBER ist der richtige Mann zur richtigen Zeit, ein "Bayer für Europa" (Weber) der den Kontinent nach der "Schicksalswahl" (Steinmeier) neu gründen und 500 Millionen Europäer - unter Zurücklassung der übrigen 250 Millionen - in eine lichte Zukunft führen wird.

Vielversprechend wirkt schon dieses "The Power of WE", das mit biologisch abbaubaren Stiften an die Stirnseite des Saales genagelt wurde. "WE" für Weber und das "We", das die ausscheidenden Briten für "Wir" benutzen, dazu der Code BER, eine unverhohlene Anspielung auf Weber große Pläne, deren Umsetzung aber erwartbarerweise noch einige Zeit dauern wird.

Im Moment krankt die EU noch ein bisschen daran, dass sie sich weder auf eine gemeinsame Lösung zur Sommerzeit noch einen gemeinsamen Wahltag, weder auf eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise noch auf gleiche Regeln zur Besteuerung fremdländischer Internetkonzerne oder auch nur anderer Firmen einigen kann. Weber aber wird das ändern, um ihn herum tanzen Kinder in silbernen Kunststoffanzügen, eine Inszenierung wie bei Michael Jackson, zu der der Spitzenkandidat rhythmisch mit dem Kopf nickt.

Dann tritt der aus Brünn, dem früheren Brno, stammende, aber in Helsinki geborene dänische-gambische Dichter Ali Pavel Müller-Smith auf die Bühne, eine imposante Erscheinung immer noch, obwohl mittlerweile mehr als 72 Jahre alt. Müller-Smith gilt als einer der größten Kritiker des britischen EU-Austritts, als Wahl-Waliser Sproß eines alten baltisch-spanischen Adelsgeschlechts trägt er Europa in den Genen, als Vater von vier iranisch-japanischen Kindern, darunter eine Tochter, die mit deutschem Pass in Warschau lebt, reicht sein Blick aber viel weiter in die vom Klimawandel erschütterte Welt. Müller-Schmidt bringt einen Moment der Stille mit, der Saal wird dunkel, Trommelwirbel mit der Lichtorgel, leise Rockmusik, auf der Leinwand laufen Videoclips über die emotionalen Höhepunkte des Wahlkampf. Strache, Kurz, Rezo, Iran, Irak, Afghanistan. Jeder Sinn wird überreizt, die Halle klatscht im Takt.

Dann setzt Ali Pavel Müller-Smith an, mit der sonoren Stimme, die viele vor allem weibliche Fans so lieben, seine neue Ode an Manfred Weber vorzutragen. Müller-Smith ist ganz Profi, ganz bei sich, er spricht frei und er liest mit Betonung vor, was er Das Weberlied nennt.

Das Finale dahoam, wie es der Moderator aus Österreich genannt hat, es findet seien emotionalen Höhepunkt in diesen Momenten der lauten Stille. Die scheidende Generation der europäischen Konservativen um Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, die alten Kämpen Horst Seehofer, Theo Waigl und Edmund Stoiber, sie absolvieren hier ihren einzigen gemeinsamen Wahlkampfauftritt. "Europa versöhnt", sagt sein Chef Söder an die Kanzlerin gerichtet, der nachgesagt wird, dass sie Webers Traum, Präsident der EU-Kommission zu werden, als Verhandlungsmasse in das nach dem Wahltag anstehende Postengeschacher einbringen will, um sich selbst am Ende den Chefposten im Europäischen Rat zu sichern.

Kein Thema in Müller-Smiths bewegenden und auch kritischen Zeilen, denen neben CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt auch Gesundheitsminister Jens Spahn, der Friedensnobelpreisträger und ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa und die Regierungschefs aus Kroatien und Bulgarien lauschen, deren Namen durch die Reporter der "Zeit" nicht zu ermitteln waren.

PPQ dokumentiert das bislang unveröffentlichte WeBER-Gedicht, bereits heute ein Klassiker modernen Influencertums.

Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen im Plenarsaal, es blitzen die Zähne:
Populismus, wir webern dein Leichentuch,
Wir webern hinein ein dreifaches Hoch -
Manfred Weber, Manfred Weber!

Ein Dank dem Gotte, von dem wir gebeten
in den Kampf den grausamen Klimanöten;
Wir haben zu lange gehofft und geharrt,
Er bringt und uns nun Zukunft bei Tag und bei Nacht -
Wir webern, wir webern!

Sein Fluch dem Juncker, dem Helfer der Reichen,
Den unser Flehen nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpresst
Und unsere Hunde bald erschießen lässt -
Wir webern, wir webern!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Nationalismus lässt gedeihen nur Schande,
Hat noch jede Blume früh geknickt,
und Frieden und Freundschaft immer erstickt -
Wir webern, wir webern!

Europa lebt, Begeisterung erwacht,
Wir wählen seit Tagen Tag und Nacht -
Nationalismus, wir webern dein Leichentuch -
wir webern hinein ein dreifaches Hoch -
Manfred Weber, Manfred Weber!


Kommentare:

Florida Ralf hat gesagt…

> mit einer klaren Dampfansage

klasse. als spitzenkandidat (wovon auch immer) hat er fast so viel charisma wie dereinst honecker.

Euronautiker hat gesagt…

Mal wieder etwas zu viel aufgeblasenes Gedöns für solch einen nur scheinbar ungefährlichen Weberknecht, der uns jedoch nur noch tiefer ins verfilzte Gespinst der Brüsseler Giftspinnenhorde locken will.

Aber der Ideal-Standard-Michel wird in seiner grenzenlos weltoffenen Verblödung wohl wieder sein bejubeltes Weiter-so-Sklaventum ankreuzen. Er liebt seine Jochochsenmaloche und Melkkuhschufterei zugunsten einer skrupellos raffgierigen korrupten Elite nun mal zu sehr, um sich für Freiheit zu entscheiden. Dieser ewig dumme Schildbürger-Volltrottel wird es vermutlich nie kapieren, dass er nur halbwegs brauchbares Wahl- und Nutzvieh ist, zumal die geplante IQ-90-Mulatten-Zukunft das noch extremer betonieren wird.

Jeder ist seines Glückes Schmied: Viele Behämmerte schmieden sich jedoch eifrig immer stärkere Ketten und sind noch stolz darauf.

Dieser Planet wird an der ignoranten Arroganz seiner sich explosionsartig vermehrenden Bewohner zugrunde gehen, die alles kahl fressen und zumüllen noch bevor eine kosmische Naturkatastrophe ihn zerstört, denn des Menschen Dummheit ist laut Einstein unendlich.

Anonym hat gesagt…

war mein Gedanke : wir sind Pannenflughafen

Anonym hat gesagt…

Dieser ewig dumme Schildbürger-Volltrottel wird es vermutlich nie kapieren, dass er nur halbwegs brauchbares ... Du sprichst ein großes Wort gelassen aus.

Jeder ist seines Glückes Schmied: Naja. Auf Neudeutsch victim blaming. Die Grille und die Ameise ...

Nordlandfahrer

P.S. Ich hoffe weiterhin auf eine erkenntnisvermittelnde, sachliche Diskussion.
Nebenbei: Schmähungen sind Indizien dafür, daß man sich mehr oder minder unbewußt seiner Sache nicht sicher ist.