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Mittwoch, 19. Juni 2019

Sawsan Chebli: Jetzt mit eigenem Staatsanwalt


Hass zerfrisst das Netz, endloser Hass, überall, gnadenlos und grausam. Wenige nur widerstehen, eine aber insbesondere: Sawsan Chebli, in Berlin Staatssekretärin für Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, lässt nicht locker. Die 40-jährige Sozialdemokratin, die als Twitterkönigin der SPD gilt, gibt nicht auf und nicht nach. Jede Woche, so berichtete die kampfesmutige Jungpolitikerin jetzt, erstatte sie "20 bis 30 Strafanzeigen" gegen Hasser, Beleidiger und Menschen, die sie per Mail bedrohten.

Chebli ist damit die erste deutsche Politikerin, die ganz allein mindestens einenpersönlichen Staatsanwalt beschäftigt. Ihre durchschnittlich 1200 Anzeigen jährlich entsprechen etwa dem Pensum, das ein Amtsanwalt im Jahr bewältigen muss. Im Schnitt kommen Staatsanwälte, die mit mittlerer und leichterer Kriminalität zu tun haben, auf 120 Verfahren im Monat, die neu zu bearbeiten sind. Sawsan Cheblis Input reicht also gerade aus, einen Staatsanwalt voll zu beschäftigen, denn auch jede Einstellung muss verfügt und begründet werden.

Und nur, weil ein Verfahren abgeschlossen ist, heißt das noch lange nicht, dass es nicht doch wieder auftaucht und erneut bearbeitet werden muss. "Auch wenn angeklagt bzw. eine Strafbefehl beantragt oder eben das Verfahren eingestellt wurde, landet die Akte in aller Regel noch mehrere Male auf dem Schreibtisch, da noch Akteneinsichtsgesuche etc. bearbeitet werden müssen", beschreibt ein Staatsanwalt.

"Es geht letztlich nur darum, die Akte so schnell wie möglich vom Tisch zu haben", sagt ein anderer, für den der Beruf des Staatsanwaltes Traumberuf war, ehe er zum Alptraum wurde. Dass Sawsan Chebli trotz des Umstandes, dass sie über einen persönlichen Staatsanwalt ganz für sich allein verfügt, berichtet, sie gewinne in den von ihr angezeigten Fällen "manchmal, aber sehr, sehr selten", verwundert deshalb allein aufgrund des Umstandes, dass sie als Anzeigeerstatter offenbar regelmäßig über den Ausgang der von ihr angestrengten Verfahren informiert wird. Das ist bei ganz gewöhnlichen Anzeigeerstattern üblicherweise nicht der Fall, da die zumeist nur als Zeuge verfahrensbeteiligt sind und eigens einen Anwalt beauftragen müssten, um Akteneinsicht zu erhalten.

Doch wer erst seinen eigenen, quasi personengebundenen Staatsanwalt hat, der "von Aktenbergen mehr oder weniger erschlagen" wird, wie ein Staatsanwalt erzählt, für den gelten offenbar andere Regeln. Zumindest dem Auftraggeber gegenüber herrscht ab einer Zahl von 1500 erstatteten Anzeigen Berichtspflicht, da der Anzeigeerstatter ja nicht nur den einen Staatsanwalt in Lohn und Brot hält, sondern auch sogenannte Ermittlungspersonen der Polizei, Ermittlungsrichter und Strafverteidiger.

Staatsanwälte, die üblicherweise darüber klagen, dass sie kaum dazu kommen, "den Inhalt einer Akte einigermaßen ausführlich zu studieren" und sich mit den jeweiligen Verfahren angemessen zu befassen, werden zum Dienstleister, für die weniger wichtig ist,  Hetzer und Hassposter, wie sie Chebli Tag für Tag nachstellen, hart abzustrafen. Sondern nur, die Akten "so schnell wie möglich vom Tisch und das Verfahren schnellstmöglich abgeschlossen zu haben, damit am Ende des Monats die persönliche Statistik stimmt". Dass Staatsanwaltschaften viel zu wenig erreichen, wie Sawsan Chebli beklagt, "auch bei Facebook und Twitter", ist so gesehen nicht richtig.

Kommentare:

Florida Ralf hat gesagt…

schwindelerregende zahlen! damit ist sie quasi des politischen berlins knöllchen-horst!

Florida Ralf hat gesagt…

Die Stadtverwaltung von Osterode stellte zur Abarbeitung der Anzeigen von Nilges eine weitere Mitarbeiterin ein. (wiki)

ppq hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
ppq hat gesagt…

ahh. der liegt aber mit fast 4000 anzeigen im jahr noch weit vorn. allerdings zeigt der wohl bei ordnungsamt an, die mitarbeiter da verdienen deutlich weniger als ein staatsanwalt.

Anonym hat gesagt…

ob der Kirchentag von Islamisten ausgemordet wird ?

Frage für einen Freund

Anonym hat gesagt…

Früher landete so etwas nach wiederholten gütigen Ermahnungen, wenn diese keine Früchte trugen, in Großschweidnitz oder Altscherbitz. Oder gar bei Olga Benario in Bernburg. Nein, nicht was Ihr jetzt denkt: Hadamar und so ...

Halbgott in Weiß

Die Anmerkung hat gesagt…

Oder ins Griesinger?

https://die-anmerkung.blogspot.com/2019/06/fahrrad-safari-der-weg-zur-bundesliga_17.html

Altes Stationsgebäude, Bettenhaus oder Klinik des Griesinger-Krankenhauses, vor gut 100 Jahren erbaut.

"Der Bauherr, die Stadt Berlin, entschied sich bewusst für eine damals weit außerhalb der Berliner Stadtgrenze angelegte Psychiatrische Klinik, die über einen Eisenbahnanschluss zur Ostbahn verfügte."

Ja, damals dachte man praktisch. Die Bekloppten gehören außerhalb der Stadt, weit aufs Land. Heute ist es genau umgekehrt. Die Idioten haben ihre Klinik mitten im Zentrum Berlins, wer von denen verschont bleiben will, zieht an den Stadtrand oder in den Speckgürtel.