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Freitag, 6. September 2019

Haribo: Hass in Tüten

Die Guten ins Töpfchen, alle Andersfarbigen in eine andere Tüte: Mit einer süßen Portion Rassismus beendet Haribo die Ära der bunten Bären aus Knochenleim.
Segregation im Namen einer rechtspopulistischen Identitätspolitik: Was mehr und mehr viele Länder Europas und in Deutschland vor allem die abgehängten und ohnehin weitgehend menschenleeren Gebiete im Osten prägt, findet nun auch seine Entsprechung im Süßwarenregal. Der rheinländische Konzern Haribo hat auf die Nachfrage nach sortenreiner Sortierung reagiert und bietet jetzt Gummibärchen an, die streng nach Farben geordnet sind.

Die angeblich die Geschmacksrichtungen Erdbeere, Himbeere, Apfel, Orange, Zitrone und Ananas verkörpernden Fruchtgummis aus Zucker, Glukosesirup, Wasser und gelierter geschmacksneutralen tierischen Proteinen aus denaturiertem und hydrolysiertem Bindegewebe toter Schweine und Rinder waren bisher stets bunt und farbübergreifend gemischt ausgeliefert worden. Damit ist bald Schluss – zumindest für einen gewissen Aktionszeitraum, in dem die einst von Firmengründer Hans Rieger als „Tanzbären“ erfundenen Leckereien aus Glutinleim testhalber segregiert und nach Hautfarben getrennt verpackt und ausgeliefert werden.

Haribo, das seit dem großen Expansionsjahr, als man in Kopenhagen die Haribo Lakrids A/S gründete, mit dem Satz "Haribo macht Kinder froh" wirbt, reagiert mit dem einfarbigen Angebot, die jeweils eine der angeblich seit jeher hergestellten sechs Geschmacksrichtungen pro Packung enthält, auf einen bereits seit längerer Zeit spürbaren Trend zur Rückbesinnung auf vermeintliche Identitäten, aufgrund derer sich gesellschaftliche Gruppen immer öfter und immer kleinteiliger selbst von anderen abgrenzen.

Ostdeutsche, Sachsen, Westdeutsche, AfD-Wähler, Rechte, Linke, Rechtsextreme, Rechtsextremisten, Demokraten, Mitttelschichter, Anständige, Muslime (früher: "Moslems"), Wutbürger, Migranten, ARD-Mitareiter, Abgehängte, Rechtspopulisten und "Spiegel"-Reporter - obwohl jeder menschliche Organismus in sich von Natur aus eine reine Vielheit verkörpert, tritt vermehrt das Bedürfnis auf, sich gruppenspezifisch von anderen abzugrenzen, um sein Dasein als einzigartige Individualität durch ein vermeintliches genetisches und geistiges Band durch eine Einordnung in Ähnlichkeitsklassen zu betonen.

Der Preis, den die Gesamtgesellschaft für diese freiwillige Apartheid zahlt, ist hoch, der Preis, den Haribo für die Spiegelung des Trends in seinen sortenreinen Tüten verlangt, kommt vergleichsweise günstig: Im Online-Shop des Herstellers, hat das Qualitätsmagazin "Stern" recherchiert, sind die Tüten mit nur einer Geschmackssorte 17 Cent teurer als die fröhliche, bunte und weltoffene Variante mit sechs unbefangen nebeneinander liegenden verschiedenfarbigen Knochenleimleckereien.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bernd hat bisher die Gummibären nach Farbe , Schädelform und Begabung getrennt .

Sauer hat gesagt…

Und wo sind die schwarzen Gummibären? Soll der Neger ausgegrenzt werden, wo doch reale Bären häufig schwarz sind oder sogar braun? Das ist Rassismus in Reinst- bzw. Gummibärchenform!

Anonym hat gesagt…

Immerhin erfährt man jetzt mal, was für einen Geschmack die Dinger eigentlich darstellen sollen.

Anonym hat gesagt…

https://kohlkanal.net/.media/30f9b0236ea16aaa12af790c7361878b-imagejpeg.jpg

gez : wer verdient was ?

Der lachende Mann hat gesagt…



https://de.wikipedia.org/wiki/Karola_Wille

Beruhigend zu wissen: Obwohl aus Mitteldeutschland, keine Abgehängte.

Florida Ralf hat gesagt…

das ist ganz klar ein tabubruch. ich sage: kaufboykott.

ppq hat gesagt…

https://kohlkanal.net/.media/30f9b0236ea16aaa12af790c7361878b-imagejpeg.jpg

das ist hetze!

Gernot hat gesagt…

Bedauerlich scheint es, dass PPQ den Skandal aufbereiten muss.
Es wäre zu schön gewesen, hätten etablierte Parteien lauthals das "falsche Symbol" vor den Landtagswahlen thematisiert und am besten ernsthaft ein Verbot gefordert.