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Mittwoch, 4. September 2019

Von wegen "Kenia": Die Afghanistan-Koalition

Kenias Landesfahne hat eine Farbe zu viel, als dass sie als Namengeber für Koalitionen von CDU, SPD und Grünen herhalten könnte. Afghanistan hingegen liefert im Grundbild exakt, was benötigt wird.

Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien, soll ein seinerzeit recht bekannter Fußballer einmal gesagt haben. Amusement royal: Eine ganze Branche bracht unmittelbar nach Bekanntwerden des Spruches auf, dem geografisch verwirrten Kicker die Unterschiede zwischen den beiden EU-Partnerstaaten zu erläutern. Italien ist nicht Spanien, Madrid liegt hier und nicht dort, während Mailand eben da liegt und nicht hier, Herr Möller.

Eher unverkrampft geht es zu, wenn die Weltbilderklärer der Medienrepublik versuchen, ihrem nur halbgebildeten und ohne wenigstens skizzenhafte Allegorien von jeder Wirklichkeitsbeschreibung überfordertem Publikum die Welle der neuen Notkoalitionen zu beschreiben, die aus Gründen der Stabilität wie der nationalen Sicherheit in diesen Tagen landauf, landab begründet werden müssen. CDU und SPD und Grüne, das ist im Malbuch der Medienbranche "Schwarz", "Rot" und "Grün".

Schwarz-Rot-Grün klingt aber nun leider nach Burschenschaft, Tennissocken mit Streifen oder FC-Augsburg-Trikot, geht also nicht. Folglich taucht das Gespenst der angeblichen "Kenia-Koalition" wieder auf, das zum ersten Mal durchs Land spukte, als im ostdeutschen Armenhaus Sachsen-Anhalt alles, was nicht AfD-oder PDS-Mitglied war, zu einer Landesregierung zusammengeschweißt wurde. Der Name käme, so hieß es, von der kenianischen Landesflagge, die aus eben diesen drei Farben bestehe.

Die vierte, ein strahlendes Weiß, dass die drei anderen säuberlich voneinander trennt (oben) und die kenianische Fahne zu einer ebenso logischen Wahl als Namenspaten für eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen macht wie die palästinensische Flagge, die ebenfalls Schwarz, Rot, grün und Weiß enthält, wurde nicht erwähnt.

Und natürlich auch nicht die bessere Alternative: Afghanistan. Hier finden sich die drei Farben der beteiligten Koalitionsparteien unverfälscht und unverdünnt, sogar die Reihenfolge stimmt. Die Botschaft sowieso: Das Schwarz steht hier ausweislich weltweit anerkannter afghanischer Legenden für die Geschichte als besetztes Land, das Rot für das Blut, das im Kampf für die Unabhängigkeit vergossen wurde, und das Grün für die Hoffnung, dass eines Tages alles besser werden wird.

Passt. Deutsch ist die Flagge zudem, denn der afghanische König Amanullah Khan orientierte sich angeblich am Design der deutschen Fahne, als er bei einem Besuch in Europa im Jahr 1928 beschloss, dass auch sein Land mal wieder einen neuen Farbentwurf für die Landesfahne gebrauchen könne. Die vermeintlichen Kenia-Koalitionen sollten also ehrlicherweise besser Afghanistan-Koalitionen genannt werden - und keine Scheu vor den eher negativen Assoziationen, die dieser Name hervorrufen könnte.

Viel schlimmer als es in Keniaist, kanns doch nicht werden.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Nichts gutes über die AfD, das ist Medienkonsens.
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https://www.tagesspiegel.de/politik/cdu-buendnis-mit-afd-vom-tisch-sachsen-steuert-auf-eine-kenia-koalition-zu/24965544.html

Meuthen hat auch gleich einen makabren Begriff parat. Die mögliche Koalition von CDU, SPD und Grünen nennt er gegenüber dem Tagesspiegel "Afghanistan-Koalition", nicht "Kenia-Koalition". Warum Afghanistan? "Da sind ja die Farben auch schwarz, rot, grün." Aber Afghanistan ist im Unterschied zu Kenia ein schwer zerrüttetes Bürgerkriegsland. "Ja", Meuthen freut sich über den provokativen Gag, "Afghanistan ist ein Land in einer schweren Krise, es geht den Bach runter. So kommt es hier auch. Deshalb finde ich ,Afghanistan-Koalition’ stimmiger als ,Kenia-Koalition’."

Anonym hat gesagt…

Warum nur ist Afghanistan ein zerüttetes Land?
Weil Amerikanskis unter der lächerlichen Prämisse „Demokratie zu bringen“ das Land invadierten?
Sind diese Amerikanskis vielleicht nur proxy-warriors für ganz andere „Interessenten“?
Ist es vielleicht geradezu erwünscht die dortige Region in Unruhe, Chaos und Zerwürfnis zu halten?

Andi hat gesagt…

Dass es so kommen wird, war doch glasklar.
Da braucht man noch nicht einmal mehr eine Glaskugel. ;)
Es ist so einfach zu durchschauen, dass es mich mittlerweile zu Tode langweilt.
Alles nur noch erbärmlich.
Macht den Laden endlich dicht, damit die letzten verbliebenen vernünftigen Menschen vielleicht eine Chance haben, dann etwas brauchbares neues aufzubauen.
Man wird ja noch träumen dürfen. ;) ;) ;)
Auf jeden Fall bringt es haufenweise Erkenntnisse und die Antworten auf all meine Fragen, z.B. warum jede "Hochkultur" auch wieder untergegangen ist.
Lässt sich nicht vermeiden, ist der Lauf der Menschlichen Geschichte.
Wie ein Zyklus, da wiederholt sich eben Alles ständig.
Damit sind auch meine Fragen beantwortet, ob Menschen die Fähigkeit besitzen, aus geschichtlichen Ereignissen oder schlechten Erfahrungen anderer Menschen etwas zu lernen.
Jeder muss wohl seine eigenen Erfahrungen machen, auch die Schlechten und jetzt ist es ja auch etwas "ganz Anderes", weil die "Bösen" ja nach dem letzten "Spiel" entlarvt wurden und diesmal auch ganz sicher klar ist, wer denn wirklich "Gut" und wer "Böse" ist.
Da habe ich eben schnell was online gefunden, das passt:"Same shit, different assholes" ;)

ppq hat gesagt…

@anmerkung: ich schwöre, ich bin allein drauf gekommen!!!!

Fahnenjunkie hat gesagt…

Kenia oder Afghanistan - Hauptsache Takatukaland!

Der Piefke weiß sich politisch inzwischen schon nicht mehr woanders einzuordnen.

Die Anmerkung hat gesagt…

@ppq

Das bezweifle ich nicht. Mir ging es um die perversen AfDler, also Meuthen, der das bürgerliche Bündnis von CDU, Grünen und Linken in Sachsen mit einem makabren Begriff (Tagesspiegel) charakterisiert, der kein Platz für weiße Pelze hat.

Anonym hat gesagt…

Wofür sollte in einer Parteienkonstellation auch das Weiß in der Kenia-Flagge stehen - wenn nicht für offene rassistische Hetze?! PPQ setzt hier ein Zeichen gegen Rassismus und für Buntheit! Nie mehr Kenia-Koalition! Auf nach Afghanistan!

Anonym hat gesagt…

Aus "Gerpla" von Halldor Laxness: "Sie gingen an Land und begannen sofort, Kühe einzusalzen. Dazu wurde die übliche Erklärung verlesen, es wäre ein Schutzheer gekommen, um das Land aus der Knechtschaft zu befreien ..."
Wie blödelte Eugen Prinz auf Pipi neulich, sinngemäß: "Unsere" Soldaten kämpfen dorten für der Afghanen Freiheit, und zum Dank dafür benähmen sie sich hier wie Sau ... Hach liebe Frau, was mich doch gruselt, was mich doch gruselt. So genau wollte ich's gar nicht wissen.

Anonym hat gesagt…

Volle Zustimmung!

Und "Die Botschaft sowieso: ...". "Afghanistan" steht für einen immerwährenden Krieg, von den USA begonnen. Diese bezeichnung wird also keine Zusimmung der Systemmedien erhalten.

Für was steht "Kenia"?

Klar, für Prostitution ... paßt ebenfalls und ist ebenso ehrlich.