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Dienstag, 3. Dezember 2019

Doku Deutschland: Jenny freut sich auf Dienstpflicht

Die 20-jährige Jenny Harbsen begrüsst den Bundespflichtdienst für junge Leute, denn sie hat sich ausgerechnet, dass sie nicht mehr gezogen werden wird.
Die CDU debattiert über die Idee einer Dienstpflicht, die Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer sich ausgedacht hatte, um endlich in die schon lange ersehnte Offensive zu kommen und Punkte bei Bürgerinnen und Bürg*ern zu machen, die der Zustand von Staat und Gesellschaft zusehends beunruhigt. Kritik daran kam sofort von ranghohen Parteikollegen, auch die anderen Koalitionsparteien zeigten sich nicht sofort überzeugt. Nun stellt sich Jenny Harbsen, bisher Azubi in einem Billardcafé in Tagewerben und nebenbei Line-Dancerin in einem Western-Verein im nahegelegenen Cottbus, hinter die künftige Kanzlerin.

Sie unterstütze die CDU-Chefin und deren Idee einer möglichen Dienstpflicht, bekennt Jenny Harbsen im PPQ-Interview. "Der Gedanke ist eigentlich ein schöner Gedanke, dass man ein Jahr seines Lebens der Gesellschaft widmet", sagte sie. Früher sei auch nicht alles schlecht gewesen, junge Leute hätten damals noch Ordnung und Disziplin lernen müssen und nicht nur "Fornite" und Rap-Simulator". "Ich glaube, das war gar nicht so schlecht mit der Wehrpflicht und dem Zivildienst, der daraus hervorgegangen ist", denkt die 20-Jährige mit Blick auf die in Deutschland 2011 abgeschaffte Wehrpflicht, von der ihr Vater stets berichtet hatte, man habe ihm dort "die Hammelbeine langgezogen, aber man hat viel fürs Leben gelernt".

Straffere Einbindung nötig


Jenny Harbsen betonte aber auch, dass eine Umsetzung für sie wohl "nicht ganz einfach" werde. Sie habe Freunde, die sie regelmäßig treffe, Termine im Café und in der Tanzgruppe. Wo sie da noch Zeit für eine Dienstpflicht hernehmen soll, wisse sie noch gar nicht. "Auf der anderen Seite, und da wird ja heute zum Glück darüber gesprochen bei der CDU, ist es auch nicht ganz trivial", hat sie beobachtet. Man tue sich nicht leicht, junge Menschen früher und straffer ins gesellschaftliche Gefüge einzubinden, weil auf der anderen Seite persönliche Freiheit auf dem Spiel steht und die ältere Generation ja ohnehin schon die gesamte Zukunft der Jüngeren zerstört habe.

"Deshalb muss da wohl extra noch mal geprüft werden, ob das Grundgesetz geändert werden muss." Zwar sei das seinerzeit ausreichend gewesen, junge Männer zum Wehrdienst zu verpflichten. Aber nun hätten ranghohe CDU-Politiker, die wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier selbst keinen Armeedienst geleistet haben, starke Bedenken ihr gegenüber geäußert. "Mit der Pflicht, da haben die beiden darauf hingewiesen, wird es nicht ganz einfach." Einen größeren Konflikt sieht sie aber nicht, weil solche Gesetzesänderungen aller Erfahrung nach sehr langsam vonstatten gingen. "Ich glaube nicht, dass es eine Sache ist, die mich noch betreffen wird." Sie sei 20 und bereits in acht Monaten aus dem dienstpflichtigen Alter heraus.

Wenigstens ist der Syrien-Vorschlag vom Tisch


Seitdem sie sich das ausgerechnet habe, lobe sie die Initiative der CDU-Chefin uneingeschränkt. "Ich denke, sie macht das, weil man als Politikerin oder Politiker auch mal einen Stein ins Wasser werfen muss, gerade in ihrer Situation, die ja nicht so schön ist." Dann mache man einen Vorschlag, bei dem man wisse, dass er sowieso nicht realisierbar ist, und schaue zu, wie Kollegen und Medien sich daraufstützen. "Wenigstens redet dann niemand mehr von den anderen Sachen, die man früher bereits vorgeschlagen habe. "Es wird immer gesagt, die da oben wagen zu wenig, die gehen zu wenig ins Risiko", zuckt Jenny Harbsen die Achseln, "aber so sind sie eben." 80 Prozent der Zeit, die er habe, und der Kraft, die er einsetzen könne, verwende ein Politiker darauf, alles zu tun, um wiedergewählt zu werden. Harbsen lacht: "Ich möchte den sehen, der ein Land in dem bisschen Restzeit besser regiert."

In der CDU-Zentrale ist unterdessen beschlossen worden, die Dienstpflicht-Idee von Kramp-Karrenbauer nicht einfach so still sterben zu lassen wie ihren letzten Vorschlag zur Befreiung und Befriedung Syriens durch ein Bundeswehrkommando. Stattdessen befassen sich demonstrativ "Experten" in einem "Werkstattgespräch" mit einem einjährigen Pflichtdienst, der junge Menschen zwingen soll, der Arbeiterklasse, den Angestellten und den Angehörigen der Intelligenz, die mit ihrer harten Arbeit Kindergarten- und Schulzeit für alle finanzieren, etwas zurückzugeben. Wichtig wäre das vor allem für den Pflegebereich: Für den als Ersatz für den Zivildienst eingeführten Bundesfreiwilligendienst melden sich pro Jahr nur 40.000 Menschen, das ist nicht einmal die Hälfte der Personen, die früher Zivildienst als Wehrersatzdienst geleistet hatten.

Kommentare:

Jodel hat gesagt…

Das mit dem 80%igen Arbeitseinsatz der Politiker für die nächste Wiederwahl halte ich zumindest bei der SPD derzeit nicht für korrekt. Die Arbeiten inzwischen zu 100 % für oder besser gesagt gegen ihr Land. Wiedergewählt werden will von denen offenbar keiner mehr.

Außerdem hätte bei so einem Einsatz Olaf Scholz und die andere Frau, von der keiner den Namen weiß mit einem Arm auf dem Rücken zum SPD-Vorsitzenden gewählt werden müssen. Aber da er sich für sein Land ständig neue Steuern ausdenken muss, die nicht Steuern heißen dürfen, hat eben der Norbert und die andere Frau, von der keiner den Namen weiß gewonnen.

quod erat demonstrandum

ppq hat gesagt…

@jodel: vollkommen richtig. da ist unser autor in bewährter weise zu kurz gesprungen, viel zu kurz. ein alter weißer mann leider, aus anderen zeiten, als das noch wahr war

Jodel hat gesagt…

Einsicht ist immer der Erste Schritt zur Besserung. Auch so eine alte und nicht mehr zeitgemäße Tugend die mit dem ableben der alten weißen Männer aussterben wird. Meine Grüße an ihren alten weißen Mann.

Anonym hat gesagt…

Scholz ist eine ganz arme Sau - Hilfsfreimaurer , blickt nicht wirklich durch - drückt den Hanseaten 17 Mrd. aufs Auge weil das alte Geld eben gerne risikofreien Kapitalismus will .

hsh Nordbank ? scheiss der Hund was drauf - interessiert keine Sau .

Bernd freut sich auf die kommende Krise wenn das saudumme Sozipack von Machmut und Ali ausgeraubt wird