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Montag, 23. Dezember 2019

Weihnachten in Familie: Keine Nachsicht für die kleine Sophia

Wenn die kleine Sophia zu Weihnachten beginnt, der ganzen Familie ihre Klimapläne vorzustellen, ist niemand verpflichtet, um des lieben Friedens willen zuzuhören.
Weihnachten geht es nach Hause. So will es die Tradition. Auch wenn jede einzelne Heimreise dem Klima unermesslichen Schaden zufügt, muss es sein. Selbst wenn einem davor graut. Graut vor dem Moment, wenn die kleine Sophia mit der ganzen Autorität ihrer 14 Jahre beginnt, ihre Pläne zum Umbau der Wirtschaft im Namen des Weltklimas vorzutragen. Graut vor den Stunden, die Onkel Willy ausgesperrt in der Küche zubringen muss, weil er mehrfach behauptet hat, früher sei auch manchmal ziemlich warm gewesen. "Du bist wohl ein Klimaleugner", hatte Vater René anfangs nur kurz kommentiert und versucht, die Sache ins Lächerliche zu ziehen.

Aber kaum war die letzte Faser der Gänsekeule abgenagt, die Bratensoße mit dem Kartoffelkloß aufgetupft und auch die Veganer, Vegetarier und Fruktarier am Tisch hatten sich eine neue Tasse Kräutertee geholt, brandete der Streit wieder auf. Hier die Daheimgebliebenen, die Leute vom Dorf, ohne Weltkenntnis, niemals in New York, niemals in Athen. Dort die klimabewegten jüngeren Semester, klimastreikerfahren, weltgewandt und bereit, für die Zukunft vieles zu opfern.

Ausgerechnet die engagierten Menschen, die es in jeder Familie gibt, platzen dann oft mit ultimativen Sätzen heraus wie eben gerade die bei Fridays for Future erweckte Sophia: "Tja, Weihnachten wird es wohl auch nicht mehr lange geben, wenn das mit der Klimaerwärmung so weitergeht." Es folgen: Betretenes Schweigen, die Schwester steht wutrot auf, der Vater schenkt schnell noch mal nach, Mutter ist, weil in vielen rückständigen Familien gerade in Sachsen noch die Reste einstiger Rollenaufteilung gelten, noch in der Küche und kann nicht beschwichtigen.


Und nun? Viel Aquavit und vergessen? Schnell vom letzten Urlaub auf den Malediven erzählen? Nein, beides ist keine Option. So ätzend es ist, man darf die Freitagskinder, die Windmühleneuphoriker und Sonnenstromgläubigen, die es in vielen Familien gibt, nicht unwidersprochen schwadronieren lassen. Sondern muss einhaken, nachfragen. Wie sich das rechnen werde? Wie eine höhere Ölsteuer das Heizverhalten in Wohnungen und Häusern das Heizverhalten beeinflussen solle, wenn dort schon die modernsten Heizungen eingebaut sind? Wie ein Pendler die Mehrkosten auffangen werde, die mit der CO2-Steuer auf ihn zukommen? Und ob Sophia selbst bereit sei, das Handy und das Laptop künftig ausgeschaltet zu lassen?

Es ist ein Kampf, ein Krieg unterm Weihnachtsbau. Aber vielleicht gibt es noch Hoffnung, vielleicht ist die kleine Sophia sogar froh, zu erfahren, dass all ihre Facebookposts, in denen sie behauptet, man müsse nur wollen, am Umstand, dass man im richtigen Leben auch können muss, kaum etwas ändern. Vielleicht ist sie erleichtert, dass die Klimakatastrophe gar nicht vor der Tür steht?

Es kann allerdings sein, dass der Rest Ihrer Familie nicht begeistert davon ist, dass der Glaubenskampf an der Festtagstafel stattfindet. Doch Sie sollten sich nicht einsschüchtern lassen. Mag man Sie auch als Störenfried ansehen und nicht die jungen Leute, heißen sie nun Sophia, Lilly, Ben, Adres oder Anthony. Trotzdem muss es sein. Wichtiger als das bisschen Familienfrieden zu wahren, ist es, gegen ein menschenverachtendes Klima zu kämpfen, indem jeder besinnungslos herumschwatzen kann, ohne irgendwelche Fakten zu kennen. Stoppt Sie die kleine Sophia nicht, wird sie vom Festtagstisch aufstehen und glauben, die Welt funktioniere wirklich, wie sie es sich vorstellt.


Genau deshalb ist es auch wichtig, ihr und Ihresgleichen entschieden zu widersprechen: Weil diese von Medien und Politikern in akute Angstzustände versetzen Kinder sonst glaubt, gar nicht so falsch zu liegen. Nur still zu denken "Was für ein Idiot" und sich überlegen zu fühlen, hilft leider nicht. Wenn keiner mit Fakten argumentiert, auf den Zustand der Umwelt verweist, den frühere Generationen vorgefunden haben, und den Lebensstandard verdeutlichen, in den die heutige junge Generation weich gebettet aufwuchs, werden die gratismutigen Kämpfer für einen radikalen Gesellschaftsumbau, für Vergemeinschaftungen, Verbote und die Errichtung einer Ökodiktatur sich bestätigt fühlen. Das wäre schlecht.

Wer dabei Hilfe braucht: Sie findet sich beispielsweise im Buch "Anleitung zum Widerspruch" von Franzi von Kempis (Mosaik). Die Autorin, die in Berlin lebt und macht was mit Video macht, liefert Fakten zu Verschwörungstheorien, Klimaleugnung und anderen unangenehmen Themen, die am Weihnachtstisch aufkommen könnten, und erklärt, wie man sogenannte Strohmann-Argumente erkennt. Das Buch hat leider 288 Seiten und ist damit sehr, sehr umfangreich für die Verhältnisse der aktuellen Klimadiskussion. Aber man liest es für eine gute Sache, denn wenn kein Störenfried dazwischengeht, fabuliert Sophia nächste Weihnachten vielleicht schon davon, wer alles nicht mehr hierhergehört, weil er das Klima leugne, den in Deutschlang gemachten Anteil der Erderhitzung kleinrede und fordert, dass auch die Carnivoren der Familie zu Weihnachten gefälligst Gusgus und Kleie statt Ente essen sollen.

Ist dieses Stadium des menschenverachtenden Hasses erreicht, ist die Zeit der Gegenargumente natürlich vorbei. Was aber nicht heißt: Weitermachen im Vorweihnachtswahn und diese Ekelhaftigkeiten über den nächsten Glühwein vergessen. Um das Schlimmste zu verhindern, heißt es gegenhalten. Weihnachten mit der kleinen Sophia ist kein Schicksal. Es gibt keinen guten Grund, mit Familienmitgliedern zu feiern, die so voller Sehnsucht nach Naturkatastrophen, Notstandsgesetzen, Verboten und Einschränkungen der Freiheit sind. Wenn Sophia mit Gegenrede nicht leben kann, soll sie in ihr Zimmer gehen. Es steht ihr sogar frei, die Heizung dort auf Null zu drehen.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Große Erziehungsprobleme werfen ihren Relotiusschatten in den Spiegel.
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"Fridays for Future", meine veganen Töchter und ich

Wie konnten wir nur?

Exklusiv für Abonnenten

Es war dieser Tag im August, der mich verunsicherte. Meine Kinder sagten, ihnen werde das Plastik zu viel. Mir ging es genauso. Von Susanne Beyer
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Gut, daß es diesen Scheiß nur für Barzahler gibt.

Anonym hat gesagt…

https://www.das-nettz.de/franzi-von-kempis

Franzi von Kempis (1985) ist studierte Historikerin, hat TV-Journalismus gelernt - und ist Webvideo-Journalistin geworden.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.tipps-von-franziska-von-kempis-az-interview-so-kontern-sie-hetze-und-populismus.78455ae0-a23c-4792-8ad1-72eeae9991e4.html

AZ: Frau von Kempis, die Bundesregierung hat ein Klimapaket auf den Weg gebracht. In ihrem Buch "Anleitung zum Widerspruch" geht es auch um Klimawandel-Leugner und -Skeptiker. Was würden Sie auf die These: "Deutschland kann den Klimawandel nicht allein bekämpfen" entgegnen?
FRANZISKA VON KEMPIS: Das ist ein Abwehrargument: "Den Klimawandel gibt es, aber wir können nichts tun." Wenn man sich die Fakten anguckt: Wir gehören zu den größten Verursachernationen, und müssen hier unsere Vorbildfunktion anerkennen.


Was die dezidierte Klassifikation als Abwehrargument als Abgrenzung zum Gegenargument bewirken oder erhellen soll, ist nicht direkt erkennbar. Es soll auf einer schei$$hauspsychologischen Ebene vermutlich einen vorbewussten Abwehrreflex der Klimaskeptiker unterstellen, die auf echte Fakten nur mit antrainierten Reflexen antworten.

Übersetzt: Unsere Vorbildfunktion als eine der größten Verursachernationen muss in irgendeinem Zusammenhang mit der offensichtlichen Vergeblichkeit unserer Bemühungen stehen, den Klimawandel zu stoppen, denn sonst hätte ich, Franziska, das wohl kaum in einem Abschnitt zusammengefasst.

Man kann anfügen, dass die Vorbildfunktion darin besteht, das der Staat unter dem Klima-Label immer mehr Geld und Sachwerte enteignen kann.

Anonym hat gesagt…

http://www.franziskavonkempis.com/

ist noch zu haben

gelbkehlchen hat gesagt…

Allen Grünen den Strom abstellen, damit sie auch nach ihrer eigenen Moral und ihrer eigenen Ideologie glücklich werden. Sie können dann technische Energie und industrielle Produktion durch ihre eigene Muskelenergie ersetzen. Und dann müssen diese Scheinheiligen unbequem gegenüber sich selbst sein und nicht gegenüber anderen. Und dürfen vor allen Dingen nicht mehr von Steuergeldern leben, die mit industrieller Produktion und Technik hergestellt wird. Dann fordert die Gesellschaft von den Grünen selbst und diese Scheinheiligen können nicht von der Gesellschaft, d.h. von anderen fordern. Die Grünen müssen also selbst ihre lauthals propagierten „guten Werke“ tun, um das Klima zu retten, und brauchen also nicht der Gesellschaft ihre propagierten „guten Werke“ auferlegen und die Gesellschaft versklaven und bevormunden. Und natürlich freitags nicht die Schule schwänzen, sondern freitags volle Lotte MINT-Fächer studieren, damit sie intelligente klimaneutrale Erfindungen machen können. Außerdem werden dann auch ihre Klimaziele erfüllt, wenn die Grünen, bei der letzten Wahl immerhin ca. 20%, keinen Strom verbrauchen und damit weniger Strom verbraucht wird.

Owie lacht hat gesagt…


Keine Gewaltorgien!

Es reicht, den FFF-Gören ihre Smartphones wegzunehmen, um die Energie für deren Produktion und Betrieb einzusparen. Ratzfatz sind die dann spontan geheilt oder landen in der klimakühlend unbeheizten Klapsmühle, wo sie sich warmzittern können, um jene Physik zu lernen, die sie vorher schwänzten. Desweiteren würde ich alle Migranten bei den Grünen und ihren Wählern einquartieren, denn die könne ja angeblich ohne diese Bereicherung nicht leben.

Der ganze Weltretterspuk wäre ruckzuck vorbei und es könnte wieder Vernunft einkehren in diesem unseren Lande.