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Montag, 20. Januar 2020

Bayern brennt: Mit Vergleichen lügen und wie man es macht

In Rot: So viel Waldfläche würde in Bayern brennen, wenn in Bayern prozentual so viel Wald brennen würde wie in Australien.


Wer mit Zahlen, Statistiken oder Vergleichen lügen will, und wer will das nicht!, der hat einige grundsätzliche Regeln zu beachten, um nicht sofort aufzufliegen. Einerseits ist es möglich, Zahlen ohne jeden Bezug zu präsentieren. Statt Werte aufwendig in einen Kontext zu stellen und sie damit einzuordnen, bevorzugen es Kenner, sie einfach mit dem Zusatz "weniger als" oder "mehr als" zu versehen. Dadurch gelingt es, beim Leser oder Zuschauer das gute Gefühl zu erzeugen, dass alles eine bestimmte Dimension hat, die man nun endlich überschaut.

Das Saarland wird gern genommen, um Naturkatastrophen besonders grässlich erscheinen zu lassendenn das Saarland ist bei der Dimensionierung das Maß aller Dinge, die sich selbst für den simple mind nicht in Fußballfelder umrechnen lassen. Wenn aber die "Tagesschau" die Grausamkeit der Buschfeuer in Australien dimensionieren will, dass muss es auch mal Bayern sein. Down under nämlich, so die Hauptausgabe der aktuellen Kamera, brennen Wald- und Buschflächen von der Größe eben dieses süddeutschen Bundeslandes.

Nur wäre es für das Verständnis des Ausmaßes der Brände vordergründig gesehen sicher vernünftiger und naheliegender, einen verständlichen Kontext zu nutzen, statt die in Flammen stehenden "70.000 Quadratkilometer" (Tagesschau) nach Deutschland zu verlegen. Schließlich ist Australien mehr als 7,6 Millionen Quadratkilometer groß, ein Kontinent, in den Bayern 108 Mal hineinpassen würde.

Doch der Umstand, dass derzeit 0,92 Prozent der australischen Landfläche von Feuern verheert werden, klang der Tagesschau-Redaktion denn doch zu wenig dramatisch, wäre sie doch vergleichbar eines Waldbrandes, der in Bayern, der schließlich gewählten Referenzgröße, eine Fläche von 70 Quadratkilometern vernichtet.

Viel zu wenig, um als echte Menschheitskatastrophe bildhaft vorstellbar zu werden, denn die Brandfläche würde nicht einmal von Nürnberg bis Ansbach reichen. Der bildhafte Vergleich käme beim Zuschauer unter Umständen an wie eine Relativierung. Besser wäre hier allemal der Klassiker gewesen: In Australien brennen 28 Saarländer.

Von 2900, für die in Australien insgesamt Platz wäre.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

das Buschfeuer war längst überfällig weil die klugen Australier regelmäßig kleinere Feuer verhindern - nun eben mal das volle Programm mit ganz viel Weini-Weini .

Klimerwandlung eben - "wer aber 10 x den Greter freihändig rezitieren kann wird erlöst" - so Reverend Dr. Sepp Goldström Bokassa - Rundstool aus Suggsville , Alabama