Google+ PPQ: Doku Deutschland: Brandmauer Thüringen

Sonntag, 10. Mai 2020

Doku Deutschland: Brandmauer Thüringen


Es ist erst ein paar Monate her, dass um den Thüringer Wald beinhart und mit allen Bandagen gekämpft wurde. Nun aber, auch dank Corona, ist und weitgehend Schweigen zum Demokratieunfall im dunklen Herzen der Republik eingetreten. Das grüne Herz schlägt wieder stabil, Neider der rückdemokratisierten Verhältnisse haben aufgegeben, Kritik an der Einsetzung eines Ministerpräsidenten direkt aus der Bundeshauptstadt ist verstummt, auch, weil der widerrechtlich von einer ganz kleinen Clique verräterischer Parlamentarier eingesetzte Kurzzeit-Usurpator Thomas Kemmerich sich in diesen Schicksalstagen der Gemeinschaft als verstockter Feind unserer Ordnung selbst enttarnt: Als sei sein Versuch, Thüringen aus dem demokratischen Deutschland herauszubrechen, nicht genug, nahm Kemmerich jetzt auch noch an einem Protest gegen die vermeintlichen Beschränkungen zur notwendigen Eindämmung der Corona-Pandemie teil.

Doch ohne ihn können in Erfurt die Geschäfte wieder ihren demokratischen Gang gehen, die Frage ist nicht, ob oder ob nicht, sondern wann und wer den Applaus bekommen dafür darf. Das Personal, das der im sechsten Wahlgang glücklich erneut ins Amt gescheiterte frühere West-Gewerkschafter Bodo Ramelow für eine weitere Amtsperiode aufgeboten hat, steht aber schon den Namen nach für eine Politik der Kontinuität, die zurückreicht bis in die Tage von Honecker und Krenz. Hier wird niemand protestieren, gegen nichts, oder doch doch jedenfalls nicht gegen etwas, gegen das nicht ausdrücklich auch alle anderen protestieren.

Die Freiheit dieser Prätorianergarde der Überlebenden aus einer anderen Zeit ist immer die Freiheit der Genaugleichdenkenden. Die Älteren erinnern sich - 40 Jahre, anhaltende Erfolge beim Aufbau des Sozialismus, die beliebteste und erfolgreichste Partei SED an der Spitze. Und eine Fortsetzung des Kurses, die nur naheliegt. Die Legende geht, dass die Linke in Thüringen ausschließlich aus der Person Bodo Ramelow besteht, doch hinter dem Import findet sich in den Führungsgremien und auf den besten Posten, die die umbenannte SED erobern konnte, reihenweise Namen von linken Führungsfiguren, die schon in der DDR wichtige Funktionen in der Brandmauer nach rechts haben und mit Hilfe der CDU nun auch weiter zum Segen des Landes arbeiten können.

Das bunte Häufchen der Modernisierer:

Helmut Holter (Minister Bildung, Jugend und Sport): SED seit 1973.


Heike Werner (Ministerin Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie): SED seit 1988.

Birgit Keller (Landtagspräsidentin): SED seit 1977.

Birgit Klaubert (Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung): SED seit 1974.


Olaf Möller (Grüne, Staatsselkretär): SED seit 1983.


Ines Feierabend (Staatssekretärin): Studium an der SED-Parteihochschule "Karl Marx" ab 1988.


André Blechschmidt (Landtagsabgeordneter): Studium des Marxismus-Leninismus, von der Staatssicherheit als „Inoffizieller Mitarbeiter mit Arbeitsakte“ (IMA) registriert.


Steffen Harzer (Landtagsabgeordneter): SED seit 1980.

Dieter Hausold (Landtagsabgeordneter): Studium an der Parteihochschule "Karl Marx".


Ralf Kalich (Landtagsabgeordneter): SED seit 1979. Offiziershochschule der Grenztruppen der DDR in Plauen, bis 1990 als Berufsoffizier bei den Grenztruppen.


Knut Korschewsky (Landtagsabgeordneter): SED seit 1979, bis 1990 FDJ-Kreisleitung in Suhl.


Rainer Kräuter (Landtagsabgeordneter): Dienst bei den Grenztruppen der DDR, Fachschule des Innern „Dr. Kurt Fischer“ in Wolfen, Leutnant der Volkspolizei.


Jörg Kubitzki (Landtagsabgeordneter): Studium an der Offiziershochschule der NVA als Berufsoffizier der NVA zuletzt Politoffizier.


Tilo Kummer: (Mitglied im Kreistag und im Stadtrat Hildburghausen): Unteroffizier auf Zeit im Berliner Wachregiment "Feliks Dzierzynski".


Ute Lukasch (Landtagsabgeordnete): SED seit 1979.


Gudrun Lukin (Landtagsabgeordnete): SED seit 1973. Studierte von 1973 bis 1978 marxistisch-leninistische Philosophie in Rostow am Don.


Johanna Scheringer-Wright (Mitglied des Parteivorstandes): Trat 1977 der SDAJ und 1979 der DKP bei.


Diana Skibbe (Kreisvorsitzende Greiz): SED seit 1986.


Karola Stange (Landtagsabgeordnete): Ab 1984 Mitarbeiterin der SED-Kreisleitung im Fachbereich Landwirtschaft, ab 1988 Mitarbeiterin der SED-Stadtleitung Erfurt.

Kommentare:

teu hat gesagt…

Weil wir gerade dabei sind:
Hier mal eine Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren...
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_tätig_waren

Viel "Spaß"!

Anonym hat gesagt…

>>> Anal Hu Kackbar 10. Mai 2020 at 11:54

Ich halte auch nichts von Merkel aber sie hat das Virus nicht erfunden. Vor allem muss man sich die Frage stellen, wer einen Vorteil aus der Situation zieht. Ich erkenne für niemanden Vorteile, die sich aus dem Virus und aus den Regelungen ziehen lassen.

Den Niedergang der Wirtschaft kann sich auch der härteste NWO-Verfechter nicht wünschen. <<<


Schulligung für OT, aber das mußte einfach. O sancta simplicitas!

Der lachende Mann hat gesagt…

Danke für diese beeindruckende Auflistung. Man stellt zum wiederholte Male fest, daß Menschen, die zu ihren Überzeugungen stehen, eigentlich rechte (im Sinne von richtige) Narren sein müssen.

ppq hat gesagt…

@teu whataboutism. die letzte zuflucht.immer

Anonym hat gesagt…

ZU "Anal Hu Kackbar" - Immerhin hat doch der eine oder andere Pipifax erstaunlicherweise die Erkenntnis gewonnen, daß das Plattmachen der Wirtschaft/des sog. Mittelstandes überhaupt der Sinn der Übung ist, und nicht etwa ein unerwünschter Nebeneffekt.

Halbgott in Weiß

Anonym hat gesagt…

@teu whataboutism. die letzte zuflucht.immer ----

Ob der Gute dieses kognitiv zu erfassen in der Lage ist? "Und in Amerika lynchen sie Schwarze" ... Obwohl, andererseits, da hätten in Dschordschja gerade erst zwei erlesene Hirnis (Vater = pensionierter Bulle, und Sohn) uns Europiden einen üblen Bärendienst erwiesen. Vorausgesetzt, es lief so ab, man kennt es ja, es sieht aber derzeit so aus, als ob ja.

Halbgott in Weiß