Google+ PPQ: Mittendrin statt nur dabei: Dunja Hayalis großes Corona-Experiment

Montag, 3. August 2020

Mittendrin statt nur dabei: Dunja Hayalis großes Corona-Experiment


Als Corona-Befürworter für ihre Kiezkneipe auf die Straße gingen, war das ZDF schon im Feierabend.

Es war die erste unmaskierte Demo seit Ausbruch der Corona-Pandemie, von der wirklich die Gefahr ausging, landesweit eine zweite Infektionswelle auszulösen. Weder die letzten Engtanz-Zusammenkünfte des Bundestages noch die Hildmann-Demos noch die Black Lives Matter-Aufstände im Juni noch die Biker-Rundfahrten im Juli waren so gefährlich gewesen wie die Aufmärsche von "Verwirrten" (Spiegel) und "Covidioten" (Saskia Esken) am ersten Augusttag, die das Virus offiziell aus Deutschland verabschieden sollten. Zwischen 10.000 und 200.000 Demonstranten waren gekommen, darunter Rechte und Rechtsextreme, Verschwörungsgläubige, Populisten, Handwerker, Hetzer, Internetnutzer, Zweifler und falschverstandene Liberale. Sie alle kamen nach dem Vorbild der deutschen Spitzenpolitikon der Spitzenpolitik ohne Abstand, ohne Masken. Dicht gedrängt wie beim Hammelsprung im Bundestag zogen sie durch Berlin-Mitte, um gegen die notwendigen Corona-Auflagen zu protestieren.

"Rechte Symbolik inklusive", wie der "Spiegel" anhand des Demo-Titels "Tag der Freiheit" analysierte. Denselben Titel habe Hitlers Lieblingsregisseurin Leni Riefenstahl einst ihrem Wehrmachtsepos gegeben, prangert das Hamburger Magazin an. Allerdings hatte die Bundeszentrale für politische Bildung denselben Namen ehemals an den Tag der Arbeiteraufstände am 17. Juni 1953 in der DDR verliehen, zudem feiert Portugal seine Nelkenrevolution bis heute an jedem 25. April unter demselben Namen und Ungarn begeht seinen Nationalfeiertag traditionell als "Tag der Freiheit" und inspirierte den "Spiegel" noch vor einigen Jahren zu einer provokanten Adaption.

Diesmal aber würde die Sache eindeutig rechts, verboten, regelmissachtend und schädlich sein, das war vorher klar. Neben Reportern aus Hamburg, die verwundert konstatierten, dass "trotz steigender Infektionszahlen in Berlin viele Menschen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung" demonstrierten, waren auch die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihren Alpha-Journalisten am Start, um die Grundversorgung mit der aktuellen Tageswahrheit zu sichern: Gerade ARD und ZDF hatten in der "Jahrhundertkrise" (Merkel) gezeigt, wie sich wechselnde Positionen der Regierung durch flexible Regie als jeweils alternativlose Sichtweise objektivieren lassen.

Um 11 Uhr begann Dunja Hayali live bei Instagram zu senden - ein Corona-Experiment der besonderen Art gleich in mehrfacher Hinsicht. Derzeit erlaubt die Rechtslage in der EU die erkennbare Abbildung von einzelnen Personen und die Verbreitung von entsprechenden Film- und Fotoaufnahmen eigentlich nur nach Einholung einer schriftlichen Genehmigung nach den Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung. Hayali aber wagt es dennoch, einfach draufzuhalten - und trotz der Allgegenwart von Nazis, Faschisten und Corona-Leugnern ringsum war die ZDF-Frau auch viereinhalb Stunden später noch bei bester Gesundheit und live auf Sendung.

Zwar war das Fernsehteam um die mehrfache Fernsehpreisträgerin mehrfach mit "Lügenpresse"-Rufen und "haut ab"-Forderungen "beleidigt" (Bild) worden. Doch außer diesen "massiven Beleidigungen" (Bild) passierte so wenig, dass ein einzelner Ruf "Schlampe" letztlich den erhofften körperlichen Angriffen am nächsten kam. Erst um 15.30 Uhr, als alle Aufnahmen im Kasten waren, gelang es dem Fernsehteam dann, doch noch in ein "Gerangel" (ZDF) zu geraten, in dem Dunja Hayali "geschubst" (Hayali) wurde, so dass ein werbewirksamer Abbruch der Dreharbeiten begründet werden konnte. Über die abendlichen Ereignisse in der Hauptstadt, bei denen einige tausend Demonstranten gewaltsam gegen
die Schließung einer Kneipe protestierten, konnte so im ZDF leider nicht berichtet werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

„Mit der Wahrheit lügen“. Die wäre ja Soros' Geld nicht wert, wenn dieser Aufzug ohne Extra-Propagandapunkte über die Bühne gegangen wäre.

Jodel hat gesagt…

Gibt es eigentlich noch irgendeinen Preis für Heldenmut und Reportagen, den die gute Frau noch nicht gewonnen hat? Falls ja, wäre der jetzt wohl fällig für soviel Mut und Courage. Bravo, Bravo, Bravo.
Falls Sie alle möglichen Preise und Orden schon hat, müssen wir eben nochmal von vorn anfangen mit dem verleihen. Doppelt hält besser. Es gibt derzeit keine Bessere.