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Sonntag, 30. August 2020

Sturm auf den Reichstag: Antifaschistischer Schutzwall

"Aha-Graben" nennt der Bundestag seine neuen antifaschistischen Schutzwall, weil Angreifer ihn erst aus kürzester Distanz wahrnehmen können.

Vornweg stürmte ein Mann mit türkischer Fahne, dahinter einer mit der des Landes Brandenburg, ukrainische, US-Flaggen und aber auch Fahnen des früheren Deutschen Reiches waren zu sehen vor dem Gebäude früheren deutschen Reichstages, der heute das Zuhause des Bundestages ist. Zum Glück aber war Wochenende und niemand daheim, als sich am Rande der aufgelösten Corona-Leugnungsdemonstration mehrere hundert Protestierende ohne Mundschutz aufmachten, das ehrenwerte Hohe Haus zu stürmen. Das gehört immerhin "Der Bevölkerung", so hat es der Bundestag beschlossen und abgesegnet, als er vor 20 Jahren im nördlichen Lichthof die gleichnamige Kunstinstallation des Aktionskünstlers Hans Haacke errichten ließ.

Zuletzt wurde der Reichstag 1945 erobert


Eine missverstandene Einladung, gerade weil der Bundestag seit Jahren mit dem längst geplanten Bau neuer Sicherheitseinrichtungen ringsum die Herzkammer der deutschen Demokratie hinterher hängt. Zwar stoppten die Sturmtruppen der Virusverweigerer diesmal vor den letzten drei Treppenstufen und den letzten drei Polizeibeamten, die das zuletzt 1945 von russischen Truppen gestürmte Haus mit blankem Schlagstock verteidigten. Videos zeigen, wie die in bunten Kleidern und zum Teil mit fernöstlichen Gesichtszügen getarnte Faschistenmeute ratlos vor den Glastüren innehält, offenbar erfüllt von einem plötzlich aufkommenden Respektsgefühl dem Gebäude gegenüber, in dem frei gewählte deutsche Abgeordnete Adolf Hitler  mit dem Ermächtigunsgesetz beschenkt hatten.

Doch das Bild der deutschen Demokratie, die sich und ihre Institutionen ein weiteres Mal nicht zu schützen vermag, ist in der Welt. Schon fordern Abgeordnete Konsequenzen, schon  träumen die großem Medienhäuser von Bildern wie in Trumps Amerika, von ordentlichen Truppenaufmärschen und schwerbewaffneten Hundertschaften, die den Reichstag vor ungebetenen Besuchern schützen. Strategisch allerdings hat die Bundestagsverwaltung sich bereits für einen anderen Weg entschieden: Ein antifaschistischer Schutzwall, gebaut in Form eines Burggrabens um das Hohe Haus, soll in Bälde Szenen wie die am Samstag verhindern.

2,50 tief, zehn Meter breit, aber aus Umweltschutzgründen ohne Wasser geplant, wird die  Demokratieschutzanlage zugleich jeden Eindruck vermeiden, Deutschlands führende Demokraten schotteten sich vor dem Wahlvolk ab. Durch die sogenannte negative Höhe der Mauer, die seitlich von schlanken, transparenten Sicherheitszäunen flankiert wird, werden Touristen aus allen Bezirken der Hauptstadt, den deutschen Landesteilen, den europäischen Partnerstaaten und dem Rest der Welt kaum bemerken, dass sich der gesamte Bereich um den 1894 fertiggestellten Bau um eine Hochsicherheitszone handelt.


Die 5. Kolonne des Kreml steht permanent vor dem Haus.
Zugleich werde der tiefe Aha-Graben zwischen Gewählten und Wählenden künftig die gesellschaftliche Spaltung im Land versinnbildlichen, hatte ein Sprecher den Beschluss der zuständigen Kommission des Ältestenrates des Bundestages begründet. Ein Weg, den Bau der Mauer aus dem Etat Kunst am Bau zu finanzieren, der mit Corona-Hilfsmitteln der EU und Braunkohleausstiegsbeihilfen ergänzt wird. Das feinsinnige Kunstprojekt, das an mittelalterliche Festungsbauten erinnert, gilt als demokratisch legitimiert und ist damit erklärter Wille einer Mehrheit der Bevölkerung. Um neuerliche Szenen wie Wochenende zu verhindern, schirmt der antifaschistische Schutzzaun den Bereich rund um das Westportal des Parlamentsgebäudes zusätzlich vor Miesmachern, Sachsen und aufmarschierenden Pandemiefeinden ab.

Zeit wird es. Bereits 2010 hatte der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere vor einem "Blutbad im Reichstag" gewarnt, nachdem bei Al-Kaida-Terroristen im indisch-pakistanischen Grenzgebiet Fotos des weltweit bekannten Gebäudes gefunden worden waren. Zuletzt stand der Russe dann schon permanent vor dem Reichstag und versuchte, Stimmung gegen die deutsche Regierung zu machen (Foto). Der Graben, der "das Praktische mit dem Ästhetischen verbindet", wie sogar der stets kritische "Spiegel" in höchsten Tönen lobt, wird die Situation nun grundlegend ändern: Nach dem Sturm aufs Hohe Haus wird niemand mehr leugnen können, dass es eines viel höheren Maßes an Sicherheit braucht, damit der Bundestag weiterhin so schnell und umsichtig so viele und so kluge Gesetze verabschieden kann wie bisher.

Kommentare:

Carl Gustaf hat gesagt…

Die Politik hat die Bilder bekommen, die sie brauchte. Cui bono fragt man da.
Die Anwohner der Elbchaussee fragen sich bis heute, warum am 7. Juli 2017 kein Polizist anwesend war, als der Mob über die Pachtmeile zog und am Ende doch nur ein paar eingeschlagene Scheiben, ein paar abgefackelte Autos und einen traumatisierten Busfahrer hinterließ.
Den nützlichen Idioten gab es zu allen Zeiten.

Die Anmerkung hat gesagt…

BUNDESPRÄSIDENT STEINMEIER VERURTEILT VERSUCHTE STÜRMUNG DES REICHSTAGS
„Angriff auf das Herz unserer Demokratie“
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Hab ich was verpaßt? Wo im Reichstag ist denn dieses Herz? Haben sie's gemördert, entführt, gebrochen?

Die Anmerkung hat gesagt…

Fleischhauer

https://threadreaderapp.com/thread/1299972874426617858.html

„Niemand hat "den Reichstag gestürmt’“, schrieb @abususu von @DIEZEIT. „Rechtsextremisten haben die Polizeiabsperrung überrannt & es auf die Treppen des Reichstagsgebäudes geschafft.“
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Ja was denn nun, weht eine neue Fahne auf der Zinne oder immer noch die Deutschkriegsflagge?

Anonym hat gesagt…

OT, mal eben Kenntnisnahme:

>> Skarsgaard 29. August 2020 at 22:27

Der Verbotsversuch des Innensenators war für mich die Initialzündung für meinen Entschluss nach Berlin zu reisen. Was ich dort erlebte war wirklich sehr unangenehm. Auf der Bühne linke Esoteriker mit grauenhaftem Weltfriedensgesang, gefolgt von meditierenden Hippies und einem Liebe propagierenden Afrikaner. Dazu in der Menge immer wieder paranoide Spinner die jede Gelegenheit für Scharmützel mit Presse und/oder Polizisten nutzten und den Fotografen und TV-Teams alle heiß ersehnten Freakshow-Bilder lieferten die diese sich erhofft hatten ... <<

Eischendlisch olles gesochd.

Anonym hat gesagt…

Hallo hier sind die faktencheckenden

Auf dem Kunstwerk Hans Haackes steht nicht 'Der deutschen Bevölkerung'! Das wäre ja noch schöner. Da steht 'Der Bevölkerung'.

Das hat Egon Flaig dazu gesagt (gefunden bei Klonovsky):

Eine Bevölkerung kann keine Demokratie schultern. Daher ist Hans Haackes Kunstwerk Der Bevölkerung im Parlament des deutschen Volkes eine gelungene Allegorie der sich vollkommen zersetzenden Demokratie. Es konterkariert die Giebelinschrift 'Dem deutschen Volke' über dem Eingang zum Gebäude. Haackes Dreckhaufen ist das beschämendste Zeugnis für die politische Entqualifizierung unseres höchsten verfassungsmäßigen Organs. Der Wahlspruch 'Der Bevölkerung' zeigt die Nullinie des politischen Bewußtseins an: Bevölkerung ist das Substantiv von 'bevölkern'; wir bevölkern also unser Land, aber wir sind kein Volk mehr. Der aufgeschüttete Dreck indiziert, wo unsere politische Kultur steht: Wenn es keine Bürger mehr gibt, dann hört auch das Staatsvolk auf zu existieren. Ein Volk ist ein historisches Subjekt. Unser Grundgesetz macht dieses historische Subjekt politisch handlungsfähig, nämlich als Souverän einer Demokratie – vermittels seiner verfassungsmäßigen Organe. Eine Bevölkerung dagegen ist eine ameisenhafte Agglomeration von Individuen, die miteinander nichts zu tun haben. Sie ist ein rein passives Objekt für Maßnahmen ökonomischer und politischer Steuerung. Mit diesem Namen wurde der Bürgerschaft der Bundesrepublik ihre Qualität, ein Souverän zu sein, semantisch entzogen. Als im März 2000 der Bundestag mit 260 gegen 258 Stimmen beschloß, den Dreckhaufen an der Stelle zu installieren, wo der Souverän dieses Staates seinen Willen bekunden soll, verabschiedete sich die wiedervereinigte Republik symbolisch nicht nur vom Geist des Grundgesetzes, sondern von der Tradition der Demokratie.


Und das hat Wolfgang Thierse dazu gesagt (gefunden bei Wikipedia):

Sie zielen auf das Ethos des Parlamentariers, fragen, welchen Normen er sich verpflichtet weiß und in welche Verantwortung er sich gegenüber Menschen, die in unserem Land leben, gestellt sieht.

Hat er gesagt, kein Scheiß. Wenn man Thierses Trümmersatz sortiert hat, fällt einem auf, dass er Flaig damit indirekt und ungewollt bestätigt.

Die Anmerkung hat gesagt…

Sie wollten auch Downing Street stürmen. Kein Scheiß. Da standen aber mehr als drei Polizisten vor der verschlossen Pforte.

https://www.youtube.com/watch?v=goFeE-CgwAA#t=206m

Die Anmerkung hat gesagt…

@Sepp

Es scheint, du hast wieder mal die Pillenfarbe verwechselt. Passiert das öfter, mutiert man irgendwann zur Kreatur.

Anonym hat gesagt…

re Anmerkung : deine Schnürsenkel sind offen.

Schuhputz mal wieder verbessern.

Die Anmerkung hat gesagt…

@Sepp

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, daß ich Barfußschuhe trage. Die werden regelmäßig in der Waschmaschine behandelt, da textil und somit Putzversuchen abhold. Offene Schnürsenkel sind beim KSO Evo kein Problem. Das sind Schnellspanner.

Anonym hat gesagt…

Schuhputz verbessert ?

aus Ihnen wird nie ein richtiger Treppensoldat wenn Sie die Schuhputzrichtlinien ständig verletzen . .