Google+ PPQ: US-Wahl: Totentanz im gelobten Land

Freitag, 6. November 2020

US-Wahl: Totentanz im gelobten Land

Zählkurve mit statistischem Flare: Rot Trump, blau Biden.

Alles begann gut für Elmar Theveßen, Klaus Brinkbäumer und ihr Wahl-Team... bis mitten in der lange Nacht der US-Präsidentschaftswahl auf einmal klar wurde, dass die erhoffte und herbeigeschriebene "blaue Welle", die den Republikaner Donald Trump aus dem Weißen Haus hatte spülen sollen wie eine rachsüchtige Hausfrau den Schmutz von der Terrasse, nicht kommen würde. Das "gespaltene Land" blieb nach vier Jahren Trump genauso gespalten, wie es der "Hassprediger" (Steinmeier) nach acht Jahren Obama übernommen hatte.  

Die Amerikaner wünschten ihn keineswegs durchweg zum Teufel, nur die Hälfte tat das. Die andere aber schied durchaus zufrieden mit einem Politiker, der zumindest einige seiner Versprechen gehalten und das Establishment aus Parteipolitikern und Medien ansonsten zumindest mächtig geärgert hatte. Als der Präsident vor die Presse trat und - absehbar auf der Gewinnerstraße - den kryptischen Satz sprach "wir waren auf dem Weg, diese Wahl zu gewinnen", verstand das niemand.

Der folgende Satz aber lautete "Wir haben diese Wahl gewonnen" und bot genug Anlass, auf die Palme zu klettern. Was Trump gemeint hatte, zeigte sich erst in den darauffolgenden Stunden und Tagen.

Je länger desto besser

Je länger die Wahl zurücklag, desto mehr schrumpfte der Vorsprung des Amtsinhabers in den sogenannten battle states, die über das Gesamtergebnis entscheiden: Es schien von weitem, als würden nur noch Stimmen für Joe Biden reinkommen, die die Waage allmählich kippen ließen. "Das sind die Briefwähler", sprach Elmar Theveßen in sein Mikrophon, der sich vom "Black lives matter"-Platz direkt vor dem Weißen Haus meldete. Die Vorwürfe der Trump-Kampagne, irgendwo könne da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen, wies der Aktivist in Diensten des ZDF brüsk zurück. "Nicht ein Fall von Wahlfälschung ist aus den ganzen USA bekannt". 

Die sichtbaren Verzerrungen in den Wahlstatistiken spielen für die Gemeinsinnsender keine Rolle. Das seien eben Stadt und Land, die ganz unterschiedlich abstimmen, heißt es zur Erklärung. Die einen seien persönlich zur Wahl gegangen, die anderen hätten nur einen Stimmzettel eingeschickt. Erlaubt und legal und auf einmal wird klar, was Trump gemeint hat, als er schon Monate vor dem Wahltag vor Betrugsmöglichkeiten bei der Briefwahl warnte. Denn wegen Corona wurde in den USA vielerorts das Briefwahlsystem geändert: Statt - wie in Deutschland üblich - Briefwahlunterlagen beantragen zu müssen, bekamen Wähler sie diesmal unverlangt zugesandt. 

Nichts einfacher als das

Ankreuzen, abschicken, fertig, das bekommt jeder hin, selbst wenn er nicht mehr lebt.. Beobachter berichten von Wählerinnen, die 120 Jahre als sind, von Wählern, die 1984 verstarben, sich nun aber noch einmal aus der Grube erhoben, um einen der Ihren zum Präsidenten zu wählen. Stimmt doch alles nicht, ist doch alles alt, faktcheckt Facebook. Theveßen und Co. erwähnen es nicht einmal, obwohl sogar wissenschaftliche Untersuchungen über die Manipulationsmethode vorliegen, die einfacher ist als alles, was sich überhaupt nur denken lässt, weil zur Stimmabgabe nicht einmal die Vorlage eines Ausweises erforderlich ist. 

Jede Stimme zählt und "jede Stimme muss gezählt werden" (Olaf Scholz), zumindest bis das Ergebnis stimmt. Dass die battle states inzwischen schon 48 Stunden länger zählen als jemals zuvor in der Geschichte, ganz so, als wollten weder Nevada noch Pennsylvania noch Georgia oder North Carolina den entscheidenden Biden-Sieg melden, gilt medial nicht als besorgniserregende Auffälligkeit, sondern als Ausweis besonderer Sorgfalt. 

Was lange zählt wird gut, und so lange es immer besser wird für Biden, je länger gezählt wird, umso besser ist es, immer weiterzuzählen. Man ahnt ja augenscheinlich  vor allem in den battle states stets sehr genau, was noch in den Briefwahlumschlägen steckt:  Während Staaten, die für den Ausgang der Wahl keine große Rolle spielen, beim Auszählungsstand von 90 oder 95 Prozent Sieger ausgerufen wurden, stehen Georgia, Pennsylvania und North Carolina seit Tagen bei über 90 Prozent ausgezähler Stimmen, aber weiterhin als offen in der Liste.

Science Files hat eine bemerkenswerte Auswertung statistischer Ausreißer veröffentlicht, die zu erklären schwerfallen dürfte, ohne auf systematische Manipulation zurückzugreifen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

2016 haben sie ihre eigene Propaganda geglaubt, die unabhängigen Medien unterschätzt und der Systemfehler hat gewonnen. Sie hatten jetzt vier Jahre Zeit, das vorzubereiten.

Carl Gustaf hat gesagt…

Ich habe da keine Zweifel, dass Josef Biden tatsächlich die Mehrzahl der Stimmen bekommen hat. Immerhin hatten beide Seiten dieselbe Möglichkeit, die Wahl zu manipulieren. Und hinsichtlich der Anschuldigungen von Trump bzgl. des Wahlbetrugs greift immer noch die alte Erkenntnis: "Nur was ich selber denk und tu, dass trau ich auch dem Andern zu".

Bzgl. der Dauer der Auszählung und Verkündung des Siegers habe ich eine andere These: der Josef Biden ist schon über 75 Jahre als und bekanntermassen wird im Alter das Herz schwach. Was spricht also dagegen, ihn langsam auf den Wahlsieg vorzubereiten. Es wäre ja weder den Demokraten noch den den Republikanern geholfen, wenn Biden aus Freude über den Wahlsieg plötzlich zusammenbrechen oder tot umfallen sollte.

Gerry hat gesagt…

Hat auch einige Zeit gedauert, bis Sciencefiles bzgl Corona die Kurve gekriegt hat.

Anonym hat gesagt…

Hillary mit einer Milliarde Budget und Auftritten vor hysterischen Massenansammlungen verliert, und der Halbtote mit Auftritten vor ein paar Pennern oder Trump-Trollen gewinnt? Kannste vergessen. Die haben die Kohle dieses Mal eben nicht in die Kampagne oder den Kandidaten investiert, sondern in Leute, die mehr draus machen.

Anonym hat gesagt…

bis Sciencefiles bzgl Corona die Kurve gekriegt hat ...

Ich will denen durchaus wohl, aber vor wenigen Sonnen brachten die mal ein Photo einer Dose mit Züklon Bäh - quasi als Beweis für das Schauerliche, nach dem keine Poesie mehr möglich ist.
Und für Michael Klein ist der "Täter" von Hanau auch bjesuslowno derjenigewelche, obwohl diese Räuberpistole noch mehr zum Himmel stinkt, als das Ding mit dem Lebkuchenmesser.

Halbgott in Weiß

Marc hat gesagt…

Ich fand den Sciencefiles-Artikel auch nicht recht überzeugend, und vor allem viel zu schrill.
Ansonsten, Wahlbetrug scheint es durchaus ab und zu gegeben zu haben, das ist also nicht komplett fernliegend. Kleines Beispiel für Primaries: https://www.unz.com/isteve/forget-about-it-jake-its-phillytown/ (Disclaimer: Sailer ist immer ganz interessant und witzig, die Plattform im Übrigen, müsst ihr selber entscheiden)

----Kleiner Exkurs, sorry für die Länge:
Wie die Stimmen der Black Community in Atlanta eingesammelt werden, hat Tom Wolfe in "Ein ganzer Kerl" mal hübsch dargestellt. Stichwort "Get the vote out"-Money. Das wird schon sauber recherchiert gewesen sein und ist sicher nicht besser geworden seit 1998. Bei diesen kleinen Geschäftchen dürfte Trump auch eher im Nachteil sein, prinzipiell als Kandidat der White Supremacists, obwohl er schlicht ein alternder Boomer und New Yorker der 80er ist und auch nur ein winziger Bruchteil seiner Wähler und Fans wie ich überzeugte Nationalsozialisten sind, aber auch weil ihm die Seilschaften an der Basis fehlen und die Parteiorganisation der Republikaner selbst, höflich formuliert, nicht besonders glücklich über ihn ist. Und zur Briefwahl, da ist doch selbst der ARD-Korrespondent vor der Wahl stutzig geworden, oder? Also, ich zieh auch mal mein Alu-Hütchen auf und sage, die Wahl war fake. Aber die "Smoking Gun" wird es nicht geben, und damit ist das Thema auch irgendwo erledigt für die Öffentlichkeit. Na dann also Mumbly Joe, und in zwei Jahren Harris/Michelle Obama, yay....check your white privilege, ppq.

Anonym hat gesagt…

Was soll es. Habe eine Lieferung حشيش eingefangen und werde mich bekleistern. Reich mir den letzten Becher, Knabe - das letzte Pfeifchen - bevor das Ende naht.

@Marc:
wie ich überzeugte Nationalsozialisten sind ...
Meines Wohlwollens sei versichert, ohne Spott. Nicht aber unbedingt meiner Überzeugung.

Halbgott in Weiß