Mittwoch, 20. Januar 2021

Corona-Gesellschaft: Home-Office ist gut, Kontrolle ist besser

PPQ-Kolumnistin Svenja Prantl freut sich bereits auf den Besuch der Mitarbeiter der Arbeiter- und Bauerninspektion, denn sie hat nichts zu verbergen.

Es waren dann doch die erwartet drastischen Maßnahmen und wie erwartet hatte es sich bei den angekündigten Ausgangssperren nur um die berühmte Holzwurst gehandelt: Ein Hunde, die auf die beißt, freut sich anschließend, wenn es doch Gemüse gibt. Nach Fleisch fragt er nicht mehr. 

Wie noch bei dem der bisher 678 Corona-Beschlüsse ist Deutschland anschließend glücklich und erleichtert. Nur noch drei Wochen. Bis zur nächsten Verlängerung. Nur noch dreimal um die Hälfte runter mit der Inzidenz, und die Bundesliga findet bestimmt weiter statt wie bisher. So wenig reicht, um so viele zufrieden zu stellen. Und alle anderen müssen mitziehen, denn mit der neuen Home-Office-Pflicht entsteht ein weiterer neuer Berufszweig, der künftig zum Bruttoinlandsprodukt beitragen wird: Das Verbleiben von Arbeitnehmerinnen im Home-Office (HO) wird nach einer Ankündigung von Bundesarbeitsminsiter Hubertus Heil schon in Kürze von Bundeshomeoffice-Prüfern kontrolliert werden.

Bundeshomeoffice-Prüfbehörde

Home Office sei eine nationale Aufgabe, hieß es aus der Verhandlungsrunde in Berlin, die sechs Stunden länger getagt hatte als vorher angekündigt worden war. Grund dafür war unter anderem die von der SPD geforderte Verlegung von Baustellen, Talk Shows und der Produktion von Windkraftanlagen und Zuckerrüben ins Home Office. Nur so, argumentierten Hubertus Heil und seine Ministerkollegin Franziska Giffey, könnten Kontakte im öffentlichen Nahverkehr, in Büros und Betrieben vermindert werden. 

Vor allem immer noch privatkapitalistisch wirtschaftende Unternehmen machen Front gegen diese neue Eindämmungsstrategie. Doch vergebens. Die SPD setzte sich durch, der aktuelle Bund-Länder-Beschluss zur Corona-Bekämpfung fordert ausdrücklich, dass Beschäftigte Homeoffice-Möglichkeiten angeboten bekommen und diese "massiv nutzen" (Heil) müssen. Der Bundesarbeitsminister strebt hier keine Verhandlungslösung in Einzelfällen an: Überall, wo Maschinen und Anlagen auch in Heimarbeit konstruiert, zusammengeschweißt oder konfektioniert werden könnten, sollen Arbeitgeber diese neue Art der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ermöglichen.

Umsetzung der Heimarbeitspflicht

Wer sich hartnäckig weigert, muss  mit Kontrollen rechnen. Eine neugegründete Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI) soll die Umsetzung der Pflicht zur Heimarbeit bundesweit prüfen und gegen von Arbeitgebern angekündigte Verstöße vorgehen. Gerade in der Industrie waren die wegweisenden Beschlüsse des Corona-Kabinetts auf Kritik getsoßen. So hatte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander, die neuen Vorgaben für eine virusfreie Industrieproduktion als "inakzeptabel" beschimpft. 

Hubertus Heil aber denkt bereits über die Pandemiezeit hinaus. Sein Plan, Home Office zum Standard des Broterwerbs zu machen, stammt noch aus der Zeit vor Corona, war aber im ersten Anlauf am Widerstand des Koalitionspartners und aus der Wirtschaft gescheitert. Im Zuge der Pandemiebekämpung versucht es Heil nun noch einmal: Home Office werde zwischenmenschliche Kontakte minimieren und damit Infektionen verhindern. Der entsprechende Verordnungsentwurf von Heil ist vorerst bis zum 15. März  befristet, kann aber wie alle Corona-Eindämmungsbeschlüsse bisher jederzeit durch einen einfachen Kabinettsbeschluss verlängert werden.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

ABI? Das klingt mir eher nach auswärtiger Brustinspektion.

Kann mich dafür im Auftrag von PPQ für Berlin bewerben?

Wobei. Hier sollen ja 35% der Inspekteure durch Migranten gestellt werden, wenn es nach Breitenbach (Die Linke) geht. Ein linkes Ding, denn vor dem Gesetz sind alle Titten gleich, oder so ähnlich.

Carl Gustaf hat gesagt…

Mal schauen, ob Friseure in der Home-Office-Verordnung ausgeschlossen sind. Wenn nicht, dann weiss der Abschnittsbevollmächtigte samt seiner Polizeihelfer, wo er mich demnächst antreffen kann.

Anonym hat gesagt…

eben bei "Phoenix" : "jetzt die traditionellen Uniformen .... ein Soldat trägt unsere Fahne , die Europafahne "

( später )

also das ist keine Europaflagge ..... macht nix - man hat ja "Abitur"

Carl Gustaf hat gesagt…

"Ein linkes Ding, denn vor dem Gesetz sind alle Titten gleich, oder so ähnlich."

Die Titten sind maximal vor dem Herrn (auch wenn es da durchaus unterschiedliche geschmäcker gibt), aber nicht vor dem Geetz gleich.