Freitag, 12. Februar 2021

Energieausstieg: Blackout im Lockdown

Noch liefern konventionelle Kraftwerke in Zeiten der Not Grundlast. Nach dem vollendeten Energieausstieg wird das anders sein.

Erst sollte es die Sonne sein und dann der Wind, anschließend jedenfalls nicht die Kohle, aber Gas, erstmal, wenn auch der Russe dann am Drücker sitzt, was niemand wollen kann. Zwei Gasleitungen sind gefährlicher als eine, 15 Braunkohlekraftwerke bedrohlicher als keins und was Kernenergie betrifft, nach einer verbindlichen Regelung der Bundesworthülsenfabrik in Deutschland vorzugshalber "Atomenergie" genannt, ist die Sache sonnenklar: Ein Ausstieg auch aus diesem Energieträger bietet die einzige Gewähr dafür, dass künftig nur französische und tschechische Atommeiler Deutschlands Sicherheit bedrohen, nicht aber eigene Kernkraftwerke.

Ablösung durch Gebete

Nach allen bisherigen Planungen der Bundesregierung werden sämtliche klimaschädlichen Methoden der Energieumwandlung zum Zwecke der Stromerzeugung, der Heizung oder der Mobilität in den kommenden Jahrzehnten durch Sonne, Wind, Wasserkraft, Überlandleitungen und Gebete abgelöst.  Kein Weg führe daran vorbei, wenn die Welt gerettet werden soll, heißt es dazu aus Berlin - und inmitten eines unerwartet harten Winters, der Deutschland ansatzlos vom Fahrrad, aus dem stillstehenden öffentlichen Nahverkehr und sogar vom Leihroller geworfen hat, wirkt das Gottvertrauen der Regierenden darauf, dass  eines Tages, wenn alles abgeschaltet sein wird, schon irgendwoher irgendeine Energie fließen wird, um den Laden in Gang zu halten, beeindruckend zuversichtlich.

42 Prozent der Energie liefern Gelegenheitserzeuger.
Denn allen Erkenntnissen des aktuellen Winterexperiments zufolge werden Sonne und Wind kaum helfen können, wenn es ernst wird. Schnee liegt auf den Solarpanelen, der Wind ruht sich vom Blasen aus - auf einmal kommt nichts mehr aus den "Energiequellen" (DPA), von denen es zuletzt so stolz hieß, sie würden nun schon 42 Prozent des deutschen Energiebedarfs ganz und gar grün decken.  das mache die deutsche Energieversorgung klimaverträglicher "und uns gleichzeitig unabhängiger vom Import fossiler Brenn-, Kraft- und Heizstoffe", wie sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier angelegentlich der Vorstellung der Zwischenergebnisse des "Erneuerbare-Energien-Gesetzes" wissen ließ, das Deutschland zum Weltrekord beim Strompreis verhalf.

Im Sommer, wenn der Wind weht und die strahlende Klimasonne über Deutschland ihre imposanten Rechnungen an die Stromkunden schickt, mag der Gesamtumbau der Energieversorgung eines Industriestaates auf Windmühlen und Glasplatten wie ein fantastischer Plan wirken. Wenn aber wie derzeit kaum Sonne scheint und deren Strahlen dann noch auf eine dicke, blickdichte Schneeschicht fallen, während die froststarre Luft gleichzeitig außer Bewegung gerät, häufen sich die Versorgungslücken.  

Zehn Prozent Öko-Energie, der Rest Versorgungslücke

In den vergangenen Tagen lieferten Wind und Sonne gerade noch sieben Gigawatt Elektroenergie, etwas mehr als zehn Prozent der von der Verbrauchsseite abgerufenen Bedarfs von 68 Gigawatt. Dass die Stromversorgung nicht zusammenbrach, war allein den Braunkohle- und Gaskraftwerken zu verdanken, die 30 Gigawatt elektrische Energie in die Netze speisten. Die dann noch fehlende Hälfte an Strom, um die Industrie zu versorgen, Haushalte an home schooling-Netzwerken zu halten und Regierungsgebäude bei nächtlichen Krisensitzungen zu beleuchten, wurde aus dem befreundeten Ausland importiert: Nur französischer Atomstrom und Elektronergie aus polnischen Klimaschande-Kraftwerken retteten Deutschland vor einem blackout im lockdown

Vorgeschmack in Franken

Nur in Nürnberg bekamen die Bürgerinnen und Bürger einen Vorgeschmack darauf, was geschehen wird, wenn einst alle konventionellen Kraftwerke abgeschaltet sind. Nachdem der Energieversorger N-Ergie nach einem Brand im Großkraftwerk Franken die Wärmeleistung gedrosselt hat, müssen etliche Menschen nun bei 10 bis 15 Grad in ihrer Wohnung ausharren, die Pandemieregeln werden aufgehoben, damit sich die Betroffenen zu Freunden und Verwandten retten können. Und wohlgemerkt: Strom haben sie noch, in Franken.

Ob sie in Berlin wirklich einen Plan haben, ist dagegen ungewiss. Seit Jahren schon häufen sich die Ausstiegsbeschlüsse, erst Steinkohle, dann Kernkraft, dann Braunkohle und Erdgas und Öl sollen ja auch noch drankommen, nach Meinung der einen sofort, nach dem Beschluss der anderen erst in ein paar Jahren. Neben Wasserkraft, Solarenergie und Wind will die Bundesregierung dann auf Wasserstoff setzen, der in einem aufwendigen Verfahren ganz und gar "grün" hergestellt werden soll.

Die „Nationale Wasserstoffstrategie“, eine Wiederauflage eines 2006 beschlossenen und danach still verstorbenen Traums, dass der Bau eines perpetuum mobile doch möglich sein muss, setzt auf die energieintensive Umwandlung von Wind- und Solarstrom in verflüssigten Wasserstoff. Ein Verfahren, das vor allem viel Wind um Nichts benötigt, weil der Wirkungsgrad der Erzeugung von grünem Wasserstoff noch weit unter dem liegt, den früher in Notzeiten verwendete klimaneutrale Holzgasgeneratoren vorzuweisen hatten. Um aber wenigstens irgendetwas anzubieten, das zumindest für den, der nicht weiter darüber nachdenkt, so klingt, als könnte es alle liegt konventionellen Energieträger ablösen, hat die Bundesregierung das "ehrgeizige Ziel" (Altmaier) ausgerufen, Deutschland  „im internationalen Wettbewerb zum Vorreitere bei der Entwicklung und dem Export von Wasserstoff-Technologien“ zu machen.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

gestern Lesezeit 3 Minuten Das sind 2 m 56 s zu viel.
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https://www.heise.de/meinung/Analyse-Altmaier-will-Erneuerbare-mit-Steuern-finanzieren-5051599.html

Analyse: Altmaier will Erneuerbare mit Steuern finanzieren

Der Bundeswirtschaftsminister plant, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abzuschaffen, um den Strompreis zu senken. Kann das funktionieren?
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https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/winter-hubschrauber-muessen-windraeder-enteisen/

Winter: Windräder enteisen statt Strom erzeugen

Es ist eine der Absurditäten der Windenergiewirtschaft: In Frostzeiten müssen die Rotoren von Windenergieanlagen aufwendig von Eis befreit werden. In Schweden sogar mit Hubschraubern geschehen.

Aufwendiger, energieintensiver und symbolträchtiger geht es kaum: Ein Hubschrauber »steht« neben einem Windrad in der Luft und sprüht eine Flüssigkeit gegen die Rotorblätter. Der Eisbelag soll weg. Genau wie bei einem Flugzeug verändern Eisschichten auf den Flügelflächen die aerodynamischen Eigenschaften. Die Windräder werden ineffizienter. Außerdem können Unwuchten Rotoren und Generatoren beschädigen. Doch die weitaus größere Gefahr droht durch Eiswurf. Von den Rotorblättern abfallende Eisbrocken können mehrere hundert Meter weit fliegen und beträchtlichen Schaden anrichten.

Anonym hat gesagt…

Enzyklopädisch hieb- und stichfest:

Der Vergleich zeigt, dass die Gesamtwirkungsgrade einer Wasserstoffwirtschaft durchaus über denen der etablierten fossilen Energiewirtschaft liegen können.

de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffwirtschaft

Dort sind selbstredend massiv Zirkel von hirntoten Idealisten und Öko-Anlegern am Werk, bei vielstelligen Milliardenumsätzen mit einem nicht marktfähigen Produkt ganz unvermeidlich.

Anonym hat gesagt…

Ja, Bolschewikiblödia ... "Mittelalterliche Klimaanomalie", Hätlers Öberfall aufs unschuldige Polen, oder die Zahl der Opfer von Dresden. Man gurgele auch einmal den Namen des Wikiblödia-Obermucks von Berlin - aufschlußreich ...

Anonym hat gesagt…

die "GRÜNEN" sind nützliche U-Boote der franz. Reaktorwirtschaft ; der Franzose besitzt 58 aktive Reaktoren - diese produzieren überflüssigen Strom der gewöhnlich an die Alu und Titanwirtschaft vertickt wird - nun aber besteht die Hoffnung den nutzlosen Strom für teuer Geld an tübinger Akademikerökos ( "ist da Solarstrom drinne ?" ) oder saarländer Proleten zu verkaufen

Der lachende Mann hat gesagt…

@Anmerkung

"Von den Rotorblättern abfallende Eisbrocken können mehrere hundert Meter weit fliegen und beträchtlichen Schaden anrichten."

Wenn Sie auf der L 1070 von einem Ort namens Trotz Richtung Norden fahren, kommen Sie an einem Wald von Windmühlen vorbei, die mittlerweile bis auf 70 Meter an die Straße herangerückt sind.

Anonym hat gesagt…

Dauerbrandöfen ( 4 Stück ) , 400m³ Hartholz , 900m³ ddr Koks und reichlich Frittenfett in Dosen .

Winter kann kommen