Donnerstag, 25. März 2021

Test-Task-Force: Traumduo im Testbetrieb

Nicht einmal vier Wochen brauchten Andreas Scheuer (l.) und Jens Spahn, um Deutschland akuten Testkit-Mangel zu beheben. Nun fehlt nur noch eine Milliarden Tests.

Die besten Männer vor an die vorderste Front, dorthin, wo die entscheidenden Kämpfe der entscheidenden Schlachten ausgefochten werden, so schallte der Ruf Anfang März durch die Lande. Andreas Scheuer und Jens Spahn übernahmen die Aufgabe, zwei Kämpen, denen kein Metier fremd ist. Spahn hatte schon die Pandemievorbereitung langfristig so angelegt, dass sofort mit Beginn der Seuche begonnen werden konnte, eine langfristige Pandemievorbereitung anzuüberlegen. Scheuer hingegen ist bekannt wie ein bunter Hund, weil es es war, der als erster den Versuch unternahm, Deutschlands "Autobahn" (Eva Herman) vor der kostenlosen Abfahrerei durch fremde Völker zu schützen. 

Großartige Durchgriffsrechte

Beide waren gescheitert, aber nicht an der Aufgabe, sondern an den Umständen. Die EU. Die Koalition. Die vielen anderen Aufgaben. Anfang März kam noch eine dazu, eine riesige, an der das gesamte Land bis dahin gescheitert war: Scheuer und Spahn, südlich von Wiesbaden sagen sie Spahn und Scheuer, bilden seitdem die Taskforce Testlogistik (TFTL), ein Sondereinsatzkommando mit Durchgriffsrechten bis zum Talsperrenmanagement, der Bundesbefugnis, Geschwindigkeitsbegrenzungen bis zur Lichtgeschwindigkeit aufheben zu dürfen und tieferen Taschen als Israels Impfstoffeinkäufer.

Von den üblichen Zauderern und Zweiflern als "Test-Taskforce der Problemminister" (RND) verlacht, ging die deutsche Antwort auf Kaliforniens vor einem Jahr gestartete Test-Initiative mit Verspätung ins Rennen, aber nicht ohne schnelle Anfangserfolge. Der Rauch des Streit auf dem 19. Corona-Gipfel war noch nicht ganz verweht, da bestimmte  das neue Traumduo der Testrepublik die Schlagzeilen. Mit  den beiden Alleskönnern würden sich nun endlich kompetente Spitzenkräfte um die Verteilung der Corona-Schnelltests kümmern und "die größtmögliche Verfügbarkeit für die Bedarfe der öffentlichen Hand sicherstellen“, wie es im historischen Beschluss des Corona-Gipfels vom 3. März hieß.

48 Stunden in den Schlagzeilen

Seitdem ist viel passiert. Die TFTL verschwand nach 48 Stunden aus den Schlagzeilen, die dritte Welle rollte an und wurde ausgerollt, Mallorca machte auf und wieder zu, die Lockerungshoffnungen kamen und gingen und hinter den Kulissen setzte die Test-Duo Spahn&Scheuer alle Räder in Bewegung, um Testkits zu bestellen. Stolz verkündete das Gesundheitsministerium inzwischen, die Taskforce Testlogistik habe "den Ländern abrufbare Kontingente von mehr als 130 Millionen Selbsttests für März und April" vermittelt - ein Etappensieg offenbar im Krieg gegen das Virus.

Was sollte sie auch noch mehr tun?  130 Millionen Testkits klingt nach einer ganzen Menge, genug jedenfalls, "dass sich alle Länder ausreichend versorgen und danach die Tests selbstständig bestellen können" wie es in einer Pressemitteilung aus Spahns Ressort hieß, die in den Medien ignoriert wurde. Hier nachzurechnen, hätte vieles kaputtmachen können: Laut dem Beschluss von Bund und Ländern soll jeder Mensch in Deutschland mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche durchführen lassen können. Dazu wären pro Monat 320 Millionen Tests notwendig, plus etwa 250 Millionen zusätzlicher Tests, denn die mindestens 16 Millionen Erziehungs- und Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche sollen sogar zweimal die Woche getestet werden.

570 Millionen x zwei macht 1,14 Milliarden minus 130 Millionen, da bleibt nur ein noch nicht gelieferter Rest von einer runden Milliarde, um "so bald wie möglich Beschäftigte in Schulen und Kitas sowie Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche" zu testen. Eine Menge, die im politischen Berlin als Sieg gefeiert wird: Mittlerweile wurde verkündet, dass die Taskforce Testlogistik erst wieder "bei Bedarf wieder zusammentreten" werde.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also wenn ich schwul wäre: Spahn? Nein danke. Echt.

Carl Gustaf hat gesagt…

Da geht grad ein Witz um:
"Jens Spahn und Angela Merkel sitzen in der Bundestagskantine, stecken sich Worte zu und fangen laut an zu lachen. Da tritt ein Abgeordneter einer Oppositionspartei und fragt die beiden, warum Merkel und Spahn in diesen angespannten und schwierigen Zeiten so ausgelassen fröhlich sein können und worüber sie sich grad unterhalten haben.
Also, entgegnete Merkel auf die Frage des Abgeordneten, ich habe Jens Spahn grad vorgeschlagen, alle 82 Millionen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und zusätzlich ein Zebra einzusperren. Wieso ein Zebra?, fragt der überraschte Abgeordnete. Siehste Jens, sprach Merkel, alle fragen nach dem Zebra, aber keiner will wissen, warum wir 82 Millionen Menschen einsperren."

Testosteron hat gesagt…

Diese beiden Nullen in Nadelstreifen sind doch die optimalen Volksvertröter für ein mental und moralisch degeneriertes Wichtigtuervolk, das sich in seinem Bessermenschen-Delirium einbildet, die ganze Welt belehren zu müssen und retten zu können.

Wer sonst könnte die gierigen Schnäppchenjägerpiefkes trefflicher repräsentieren als diese beiden Nichtsnutzquatschköpfe? Nimmersatte Raffkes wie aus dem Schlaraffenlandbilderbuch, und der ebenfalls egoistische Massenpöbel bewundert solche aalglatten Abzockgauner auch noch klammheimlich.

Wie hirntot muss man eigentlich sein, um seine Bürgerinteressen dubiosen Scheinheilstypen anzuvertrauen? Die wirtschaften schließlich nur in ihre Taschen, sind oft sogar kriminell.

Aber Michel Mustermann mag nun mal gerne Spanferkel und Sauerbraten. Er wird diese beiden deftigen Gerichte also auch morgen wieder wählen.

Testosteron hat gesagt…

Ich vergaß oben die geradezu pathologische Vernarrtheit der Krauts in Putzfimmelorgien.

Je chaotischer bzw. verdreckter das Oberstübchen, um so hysterischer wird außen rum gewischt und geschrubbt. Dafür braucht die fleißige Mia Musterfrau dann unbedingt einen adäquaten Scheuerlappen. Man sieht, das deutsche Reinheitsgebot verlangt ... nein ... befiehlt sogar Multifunktionsspezis in höchsten Positionen.

Wer sonst soll den hiesigen Augiasstall denn saubärig hegen und pflegen, wenn der griechische Herr Kules seit etwa 3000 Jahren im Heimaturlaub durch die Ägäis fegt?

Da müssen wir trotz millionenköpfigem globalem Fachkräfteimport wieder auf einheimische Experten zurückgreifen, wenn echte deutsche Wertarbeit vonnöten ist.

Ohne Allroundgenies wie Spahn und Scheuer läuft also nix im besten aller Schlands, denn auch die Michelmutti muss zwischendurch mal Pippi machen gehen.

Anonym hat gesagt…

>> Wilfried Hammerstein 25. März 2021 at 10:38

Das alles beschährt der AFD +10% schätze ich, danke Angie! <<

--------------------------------------------------------------------
Noch Fragen? Mit Arno Schmidt: Und die halten sich nun für'n kulturellen Feldherrenhügel.

Die Anmerkung hat gesagt…

https://snanews.de/20210325/bericht-afd-1428780.html

Es gibt ja wenig konkrete Ansätze wirklich zu Lösungen beizutragen. Aufgabe der Politik ist es ja, nicht nur rumzumotzen und sich abzukapseln, sondern irgendwann auch konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Und das leistet die AfD ja überhaupt nicht.

Anonym hat gesagt…

Aufgabe der Politik ist es ja ...

Auch Du, Anmerkung, auch Du ...

Aufgabe der Politik ist es, der einfältigen* Menge vorzugaukeln, sie könne etwas bewirken.

*Ohne Wertung: Es ist halt so. Auch halte ich mich gar nicht für etwas Besseres. Wo viel Weisheit ist, da ist auch viel Grämens. (Kohelet) Des Weisen Herz ist wenig froh. (Edda) ----------------------------

@ (((Testosteron))):
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn’ auch die Herren Verfasser; ----------

Genier' (((Dich))) nicht (wäre ja ohnehin nicht
Eure Art, sich etwa zu genieren). Laß den Theo N. Kaufman ruhig heraushängen.

Die Anmerkung hat gesagt…

>> Auch Du, Anmerkung, auch Du ...

Nö. Das hat dieser Lührssen dem NSANEWS erzählt. Ich hab's nur zitiert und als Notat den 10% angehängt, die irgendwer Dank Merkel der AfD gönnt. Nix da 10%. Dank der wähler.