Freitag, 23. April 2021

Neues EU-Klimaziel: Kampf um die Klimaherzen

Solidaritätserklärungen für das globale Klima gelten als schärfste Waffe gegen die Erderwärmung

Fünfzehn Stunden Verhandlungen, ein Hauen und Stechen um jedes Gramm, Selbstverpflichtungen, engagierter Einspruch von Parlamentariern, unzufrieden Regierungsgesandte und schließlich ein wegweisender Kompromiss: Endlich, endlich hat die EU sich auf ein neues Klimaziel für das angebrochene Jahrzehnt verständigen können, "kurz vor Sonnenaufgang" (heise.de) erst, mithin nach den üblichen "Stunden angespannter Krisendiplomatie". Denn Joe Bidens Einladung zu einem Klimagipfel von USA und EU lag schon auf dem Tisch und damit die Drohung, der neue alte Mann im Weißen Haus, auch "der Klimaretter" (SZ) genannt, könne selbst ein neues "ehrgeiziges" (DPA) Klimaziel ausrufen, das die europäische Klimagemeinschaft zum zweiten Sieger im Kampf um die Klimaherzen weltweit machen würde.  

Gegen die drohende Heißzeit

Gerade noch so gelang es, mit einem Mittelweg zwischen einer "ambitionierten" (CDU) und nur auf "Rechentricks" (Grüne) beruhenden Vorgabe vorn zu bleiben bei den medialen Anstrengungen gegen die drohende Heißzeit. Der neue Fahrplan in eine klimagerechte Wohlstandszukunft, auf  den sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments geeinigt haben, sieht eine weitere Verschärfung des europäischen Klimaziels vor, das  2030 erreicht werden muss: Bis dahin sollen die Treibhausgase, die Industrie, Verkehr, Behörden, Privathaushalte, Landwirtschaft und Klimakonferenzen in der Europäischen Union ausstoßen, um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 gesenkt werden. 

Klimaziele gelten als die härteste Währung im Kampf gegen den Weltuntergang, denn sie wirken nicht erst im fernen Morgen einer ungewissen Zukunft, sondern stets im Heute, weil sie den Willen zeigen, Gutes zu tun. Je weniger früher verkündete Zeile erreicht werden, desto schneller findet die Verkündigung neuer statt: In den vergangenen drei Jahren hat die EU-Kommission die EU-Klimasenkungsziele für 2030 von 32,5 auf 40 Prozent im Vergleich zu 1990, "nachgeschärft", dann auf zuerst 45 Prozent angehoben, ehe sie auf 50 Prozent ging, bevor sie nun die 55 ausrief.

Die vorbildlichste aller Staatengemeinschaften

Niemand hat jemals mehr Klimaziele gehabt als die EU, niemand hat sie häufiger und entschlossener verschärft. Im selben Tempo weiter engagiert, verwandelt sich die vorbildlichste aller Staatengemeinschaften bereits in den kommenden fünf Jahren in ein CO2-Importland, und das ganz ohne wirklich bedeutsam weniger CO2 auszustoßen. Zwar gelang es Deutschland dank der weitgehenden Stillegungen von Industrie und Verkehr in der Corona-Pandemie,  seine bislang stets verfehlten Klimaziele im Rahmen der "zweiten Verpflichtungsperiode (2013 bis 2020) des Kyoto-Protokolls" zum Stichtag Ende 2020 ganz knapp zu erreichen. Nahezu zwei Drittel des Rückgangs aber wurden in den ersten zehn Jahren nach der deutschen Einigung durch die Abwicklung der volkseigenen Kombinate der DDR erreicht. In den zwölf Jahren nach 2009 hingegen gelang nur noch eine Reduzierung um schmale sieben Prozent, wie das Umweltbundesamt errechnet hat.

Die sollen sich nun in kürzerer Zeit versiebenfachen, wie Vertreter des Europäischen Parlaments und des Rats der Mitgliedsstaaten nach der Einigung von Brüssel stolz mitteilten. das noch ehrgeizigere Ziel von 60 Prozent Reduktion, mit dem das EU-Parlament sich hatte als Vorreiter beim Vorreiter in Szene setzen wollen, bleibt erst einmal im Schrank, für später, wenn das Ziel näherrückt und immer offenkundiger unerreichbar wird. Dafür wird es erlaubt sein, Kohlendioxid als eingespart einzuberechnen, das in Bäumen, Pflanzen und Klimakommoden dauerhaft abgespeichert worden ist. Dadurch entsprechen die verkündeten 55 Prozent Einsparungen tatsächlich nur 52,8 Prozent, allerdings nur bis zu einem Grenzwert von 225 Millionen Tonnen Kohlendioxid, danach gilt die Bindekraft der Wälder als ausgereizt.

Ein spitzer Rechenstift als größte Hilfe

Es ist ein Geben und Nehmen bei den Zielen, denn ein spitzer Rechenstift kann für das Weltklima mehr tun zehn stillgelegte Braunkohlekraftwerke. Wer heute richtig kalkuliert, kann Jahrzehnte davon leben, wie das deutsche Beispiel zeigt: Seit 30 Jahren zehrt Europas größte Industrienation davon, dass es in den 90er gelang, den CO2-Ausstoß von 1990 als Startwert festzulegen. 

Besonders bedeutsam scheint in diesem Zusammenhang die strategische Neugründung eines EU-Klimarats mit gleich 15 Experten, die berufen werden, ein sogenanntes "Treibhausgas-Budget" für jeden Bürger der EU für die nächsten Jahrzehnte zu ermitteln. Aus dem soll sich dann zu gegebener Zeit das Klimaziel für 2040 ergeben, der letzte Zwischenschritt bis zum Jahr 2050, wenn die EU vollkommen klimaneutral wirtschaften wird.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

>gleich 15 Experten

Jeder dieser Experten wird eine Studie pro Woche in Auftrag geben. Rettung naht mit großen Schritten.

Hitzewallung hat gesagt…

Gerade die wohlstandsverwöhnten Blagen, die aller Welt beweisen sollen, dass Mami und Papi es geschafft haben, es sich neben Villa und Nobelkarosse also leisten können, 6jährigen ABC-Schützen Luxussmartphones zu kaufen, die den Preis eines älteren Gebrauchtwagens haben, gerade diese Gören aus gutem Besserverdienerhause werden nach ihrem Klimaschutz- und Weltrettungs-FFF-Gehüpfe garantiert komplett durchdrehen und reif für die Klapse sein, wenn man ihnen erklärt, dass sie für ihr Ziel zukünftig auf jedes Daddel- und Labermaschinchen werden verzichten müssen, um die globale Energieerzeugung zu reduzieren und somit CO²-Ausstoß einzusparen.

Wir werden Heerscharen suizidgefährdeter sogenannter Smombies bekommen, falls der propagierte Erderwärmungsstopp nicht nur bei Minirentnern durch extreme Strom- und Heizkosten konsequent durchgeführt wird. Diese Jugendlichen und oft sogar Kinder werden so brutal auf Cold Turkey kommen, als würde man Junkies ihr Heroin vorenthalten.

Man hat sich auch mit Hilfe der mündigen Wahlbürger über Jahre Massen an naiven Süchtigen heran gezogen, um auch morgen die absolute Kontrolle zu besitzen und wird für diese Allmacht alle negativen Folgen empathielos in Kauf nehmen.

Man wird den Kampf um die Kinderherzen also sicher gewinnen, allerdings kalt in Spiritus eingelegt und nicht warm schlagend.

Anonym hat gesagt…

Es ist bereits fünf nach Zwölf!
https://www.euronews.com/travel/2021/04/10/in-pictures-french-winemakers-light-fires-in-vineyards-to-protect-harvest-from-frost
https://www.wetteronline.de/wetterticker/e90dcbb7-b618-4523-bec2-dfbd823b325e

Die durch „es wird kälter weil es wärmer wird“ verursachte Kälte wütet bereits bevor der Golfstrom durch die heute praktisch schon eisfreien Pole kollabiert. Wer jetzt noch leugnet oder verharmlost, verhöhnt die Kältetoten der globalen Erwärmung.