Dienstag, 20. April 2021

Schwarze Schatten: So geht es weiter im Königsdrama

In der Impro-Show "Schwarze Schatten" steht das Finale kurz zuvor.

Die Impro-Show „Schwarze Schatten“ gehört zu den meistgeschauten Telenovelas im deutschen Fernsehen. Regulär strahlt das Erste von Montag bis Sonntag mindestens eine neue Folge aus. Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, lesen Sie hier. 

Seit mehr als zwölf Monaten läuft „Pandemie" als Kassenknüller und Bewegungstherapie für das politische Berlin, zuletzt sogar so erfolgreich, das die klassischen Dramen in der Union fast vollkommen aus dem Blick gerieten. Ganz kurzfristig aber rückte das Großdrama "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" dann aber doch wieder in den Blickpunkt: "Schwarze Schlachten" begleitet Markus Söder und Armin Laschet in der Rolle von CSU- und CDU-Vorsitzendem auf der Jagd nach dem Erbe der großen Angela Merkel, nun oft sogar schon im Nachmittagsprogramm des Ersten, aber parallel auch im Ereignisfernsehen und bei "Tagesschau24".

Mit konstanten Zuschauerzahlen , kantigen Kerlen und großen Gefühlen gehört die Serie zu den erfolgreichsten deutschen Telenovelas. Wie es typisch für schnell und oft ohne fertiges Drehbuch verfertigte Serien diesen Formats sind auch bei „Schwarze Schlachten” Beziehungsgeschichten der Protagonisten Hauptbestandteil der Handlung. Wer wen, wer mit wem gegen wen, welche schmutzigen Tricks benutzt der eine, wie kann der andere kontern oder gar gegen jede Wahrscheinlichkeit gewinnen?

Wie geht es in den nächsten Folgen von „Schwarze Schlachten” weiter ist deshalb eine Frage, um deren Beantwortung eine ganze Branche kümmert. PPQ.li liefert die tagesaktuelle Vorschau für alle Ränke, Rankünen und Racheintrigien - damit bleiben Sie immer im Bilde. 

Showdown in der CDU-Zentrale, wiedermal. Armin Laschet hatte gestern noch einma zum letzten Gefecht gerufen, die Reihen sollten geschlossen, der Feind entmutigt werden. Heile Welt in Berlin, das war der Plan, dann aber geriet alles außer Kontrolle. Stimmen gegen den Prätententen, Putschgerüchte, der Abfall der Jungen Union.

Ein Neustart, wie ihn die Grünen gerade so begeisternd hingelegt haben, ist auch in Folge 318 nicht zu erwarten. Bei Laschets daheim hat die Ehefrau das Bangen übernommen, der Gatte in der Hauptstadt fightet noch verzweifelt um das Familienglück. Wenigstens sind die Kinder schon aus dem Haus, das wiederum ist abbezahlt. Wer regiert eigentlich NRW, fragt ein Hinterbänkler provokant. Der Schaden ist groß. Fernmündlich kommt es darüber zum offenen Streit zwischen Laschet und Söder, Letzterer will nicht nachgeben. Der Osten rufe ihn, behauptet er.

Armin Laschet ist schockiert. So war das nicht vereinbart zwischen den Partnern. Söder aber freut sich sogar darüber, er spielt hier den Buffo, der die Regeln bricht. Frau Laschet beschließt, die Situation offensiv anzunehmen. Frau Söder ärgert sich zwar, dass die Gegnerin schneller war, erwägt aber nun auch eine eigene Kandidatur. Was Frau Schröder kann, vertraut sie einer Nachbarin an, kann Frau Söder schon lange. Die blonde Unternehmerin glaubt, den künftigen Bundeskanzler im Griff zu haben, würde aber im Notfall auch mit nach Berlin ziehen.

Bei Laschets dagegen hängt der Haussegen schief. Du machst dich kaputt, warnt Susanne Laschet ihren Liebsten. Sie ist erstaunt, dass sie nicht früher eingegriffen hat. Schon die Idee mit dem Parteivorsitz sei blöd gewesen, sagt sie am Telefon. Ausgerechnet dieses arrogante Verhalten trifft den unerschütterlichen Armin tief, hilft ihm aber auch. Er redet sich ein, dass Söder ihm nicht mehr gefährlich werden kann, wenn er diese Standpauke unbeschadet übersteht. Auf dem Flur kommen die beiden sich bei einem eher unverfänglichen Gespräch über die Schönheit der kanadischen Wildnis plötzlich unerwartet nah.

Später kommt es zum Bruch: Ich ziehe jedenfalls nicht zurück, sagen sich die beiden Platzhirsche ins Gesicht, erstmals seit Folge 1. Man hat sich auf die Toilette zurückgezogen, die nun von Berichterstattern aller Art belagert wird. Die Journalisten können der gegenseitigen Anziehung nicht mehr widerstehen, Abstandsregeln bröckeln, Masken fallen im Gedränge. Es ist wie beim CDU-Parteitag. Söder, der das WC als Erster verlässt, fasst es nicht. Laschet weigert sich, out of the closet zu kommen, wie es in Übersee heißt. 

Jetzt geht es um Abstandszahlungen, um Schadensausgleich und Entschädigung. Angela Merkel (als Gast) will vermitteln, aber die beiden Streithähne bleiben trotzig. Söder begreift, dass Laschet es nicht böse meint. Laschet erkennt, dass Merkel ihn mit dem Parteichef-Posten geködert hat und nun weitere Unterstützung verweigert. Er merkt, wie sehr Susanne unter seinem Zwist mit der Partei leidet. Er gibt sich einen Ruck und bittet Reiner Haseloff, einen der Abtrünnigen, den Rosenkrieg zu beenden. 

Zu seiner Überraschung lehnt Söder ab, ihm den Vortritt zu überlassen - unter einer Bedingung: Er soll zusagen, ihm den Posten des Kandidaten öffentlich anzutragen. Im Flur kommen sich Heute-Show und Tagesthemen bei einem eher unverfänglichen Gespräch plötzlich unerwartet nah. Es geht um  Emotionen, um Sendezeiten und technische Details der Lichtgestaltung. Während Armin Laschet sich am Telefon rührend um die ungeduldige Susanne daheim in Düsseldorf kümmert, fällt es der immer schwerer, ihre durcheinander gewirbelten Gefühle zu verbergen. Sie zweifelt an ihrem Mann, sie fühlt sich zu Markus Söder hingezogen.Verzweifelt gesteht sie Mona, einer Nachbarin, die sich in der SPD engagiert, das sie nicht mehr weiter weiß, denn sie mag doch beide, den Rheinländer und den Franken.

Was ist mit Russland, was ist mit der Ukraine, was mit der Pandemie? Osterruhe auf allen Feldern, so lange ersehnt und nun viel zu spät. Peter Altmeier, der Berg genannt, wartet auf Vorschläge der Wissenschaft. Annegret Kramp-Karrenbauer fürchtet, dass Annalena Baerbock ihr im Amt nachfolgen könnte und sie dann auch nach Brüssel muss. Aber Laschet kämpft, er knickt nicht ein, sondern bietet Markus Söder das Bundesverdienstkreuz an. Der bekommt die großzügige Geste allerdings in den falschen Hals.

Nun braucht Armin Laschet neue, starke Verbündete. Könnte Joe Biden den Weißen Ritter geben? Wäre der Amerikaner dazu bereit? Heiko Maas von der SPD soll seine Fühler ausstrecken. Ist das der Bündnisfall? Doch Maas ist misstrauisch. Susanne Laschet lädt zum Kaffee ein und  macht ihm klar, dass es um Deutschland, Europa und die Welt geht und Widerstand ihn den Job kosten könnte, würde Söder gewinnen oder auch ihr Mann. Als Gerüchte über das geheime Treffen geleakt werden, weckt das in der CSU erneut den Kampfgeist der Partei. Söder zeigt gekonnt Verständnis für die Zerrissenheit der CDU. Dennoch führt er seinen Kampf um die Kanzlerkandidatur weiter. In der CDU tobt ein Loyalitätskonflikt, der prompt publik wird: Verunsichert über neue Wahlumfragen, stellen 34 Abgeordnete im ARD-Morgenmagazin den gesamten Entscheidungsprozess infrage.

Nun kann nur noch Ursula von der Leyen helfen, die große alte Dame der CDU, die von Brüssel aus beunruhigt verfolgt hat, wie nach der Impfkampagne auch noch die Wahlkampagne in die Hosen zu gehen droht. Von der Leyen beschließt, eine Intrige zu starten und Söder wegen seiner Russland-Verbindungen als schlechten EUropäer zu brandmarken, um ihn aus dem Rennen zu vergraulen. Eine Umfrage im Auftrag von RTL zeigt, dass das dazu führt, dass Söder auch die restlichen Herzen zufliegen, zumindest in Brandenburg. 

Laschet steht jetzt unter Versöhnungsdruck, doch der vom Balkon des Konrad-Adenauer-Hauses ausgerufene Burgfrieden wirkt verkrampft. Söder triumphiert heimlich, die ARD bereitet einen Brennpunkt mit dem Titel "Die Krönung" vor. Auf Nachfrage aus der Unionsfraktion stellt sich jedoch heraus, dass es um eine Baerbock-Porträt gehen soll. Laschets Strategie, Söder auszubooten, ist gescheitert. Söders Vorhaben, Laschet zu vergraulen, funktioniert nicht. 

Die einzige Verbündete beider Männer ist nun Wolfgang Schäuble, der Letzte aus der großen Zeit der Union als Volkspartei, dessen Vision von der eigenen Kanzlerschaft durch Unwägbarkeiten der Geschichte zerstört wurde. Der große alte Mann der Konservativen lehnt zuerst ab, als die beiden mit den Geweihen unlösbar verhakten jungen Wilden der Union zu ihm kommen. Dann aber stimmt er doch zu: Als Kompromisskandidat werde er für die beiden Schwesterparteien in die Bütt gehen. Schließlich sei Joe Biden nur knappe zwei Monate jünger.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Welche historische Persönlichkeit wurde an diesem Tag geboren? - Richtig: Napoleon der Dritte. Meinen lütten Viet-Freunden ist er ein Begriff.

Die Anmerkung hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
ppq hat gesagt…

bitte keine historischen anspielungen, die stehen schon oben im text

Anonym hat gesagt…

Die einen sagen, Söder gebe sich mit dem Kanzler der Herzen zufrieden. Anderslautende Meldungen berichten, er würde sich am Starnberger See herumtreiben.

Der lachende Mann hat gesagt…

@Anonym 1 Über den gab es Mitte der 1960er ein geiles Lied "They're Coming to Take me Away".

Anonym hat gesagt…

"They're Coming to Take me Away" --- Kenne ich erst seit den Neunzigern, aus einer günstig erworbenen Oldie-Sammlung, Kassetten mit Dampfantrieb noch - und finde es schlicht Sche**e. Es ist (((deren))) Geschäftsmodell, gilt v.a. auch in der bildenden Kunst.
Des Kaisers neue Kleider halt.