Sonntag, 24. September 2023

Impfrätsel Lauterbach: Booster mit und ohne Brille

Ein Impfung, verabreicht von einer Ärztin mit und von einer ohne Brille.

Er trägt ein sportliches Vintage-Shirt aus Herzogenaurach, eine Gabardine-Hose und die übliche Lennon-Brille auf der Nase. Karl Lauterbach schmunzelt, die Vorfreude auf das, was gleich kommen soll, ist ihm anzusehen. Es ist nicht der erste lebensrettende Piks, den der Bundesgesundheitsminister auf sich nimmt, um die Nation im Kampf gegen die Pandemie aufzurütteln und zu stählen.  

Impfung als Signal

Diesmal aber absolviert er ihn vor den Kameras der Nachrichtenagenturen, denn diese Impfung ist nicht einfach nur eine Impfung, sondern ein Signal. Mit seinem Gang ins Bundeswehrkrankenhaus hat der Sozialdemokrat die neue Impfsaison gegen Corona feierlich eröffnet. Noch vor dem Beginn der kalten Jahreszeit sollten sich auch alle anderen Angehörigen gefährdeter Gruppen erneut gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Die Impfung ist der beste Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe", betonte Lauterbach.

Doch wie viele Impfungen braucht es, um wirklich sicher zu sein? Und wie viele Spritzen bekam der Minister bei seinem öffentlichen Impftermin? Offiziell war die Spritz mit dem an die eben noch aktuelle Omikron-Variante des Biontech-Impfstoffs Lauterbachs fünfte "Vollimmunisierung". Im Impfpass zu sehen war allerdings nur die amtliche Protokollierung von vier Impfungen. Bereits in der Vergangenheit hatte Karl Lauterbach mit dem Nachweis seiner erhaltenen Impfungen für Verwirrung gesorgt. Als er vier hatte, waren nur drei in seiner Corona-Warnapp hinterlegt.

Auf Vorrat impfen

Nun könnte Lauterbach die Gelegenheit allerdings genutzt haben, sich gleich auf Vorrat mehrfach impfen zu lassen. Sicher ist schließlich sicher, denn "Corona ist keine Kleinigkeit" (Lauterbach). Foto-Forensiker der unabhängigen Rechercheplattform Bellingmouse haben die Bilder unter die Lupe genommen, die verschiedene Agenturen, Gemeinsinnsendern und Leitmedienredaktionen von der Impfaktion verbreitet haben. Und Erstaunliches entdeckt: So ist etwa bei der "Frankfurter Rundschau" deutlich zu sehen, dass Lauterbach von einer Ärztin geimpft wird, die eine Brille trägt. Auch die Süddeutsche Zeitung zeigt den furchtlosen Minister im Moment des Piks neben einer Bundeswehrärztin, die eine Brille auf der Nase sitzen hat.

Eine ganz andere Geschichte oder gar die Geschichte einer ganz anderen Impfung erzählt der Bayrische Rundfunk. Derselbe Patient, dieselbe Ärztin, dieselbe Szene, aber auch dieselbe Spritze? Diesmal hat die Impfärztin ihre Brille im Moment des Eindringens des lebensrettenden mRNA-Impfstoffes nach oben auf den Kopf geschoben. Lauterbach schaut nicht mehr skeptisch über die eigene Schulter zu, sondern quer an der Lebensretterin vorbei. 

Mit und ohne Brille

So war es auch, als er für die "Berliner Zeitung" geimpft wurde. Für das SPD-Portal RND hingegen hat die Ärztin ihre Brille wieder aufgesetzt, ebenso für den NDR, der in einem Film jedoch gleichzeitig zeigt, wie Lauterbach von einer Ärztin ohne Brille geimpft wird. Im MDR ist dann zu sehen, wie sich das schräg aufgeklebte Pflaster von selbst geradegerückt zu haben scheint. Ist es das erste? Oder das zweite? Warum kein Blümchenpflaster?


4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Er wird für jede Zeitung eine eigene Spritze gekriegt haben. Viel hilft viel und Sicher ist Sicher.

Anonym hat gesagt…

Drei, vier, fünf, sechs oder sieben Spritzen spielt bei Salzlösung keine Rolle, und im Unterschied zur Gensuppe, die an die Untertanen ausgegeben wurde, ist es ein praktisch nebenwirkungsfreies Plazebo.

Anonym hat gesagt…

Unterschätzt nie die Meschuggenheit des profanum vulgus. Die schreiben an ihren Lieblings-Nachrichtenfritzen: Lieber Herr Soundso, Sie werden sich sicher wundern - aber wir haben unser Wohnzimmer neu tapeziert. Die wissen ganz genau, dass man beim Ami Maschinengewehre aus der Grabbelkiste günstig erwerben kann, und dass die Umschmutzverwelkung (Pollyuhschn) immer schlimmer und schlimmer wird. Will sagen, dass die - ein Bild sagt mehr als tausend Worte - dieses Zeugs für bare Münze nehmen.

Anonym hat gesagt…

Und richtig, heute schon fragten eine Dame, dann ein Herr, äh, eine Schnalle und dann ein Kerl, in der Praxis nach der Ümpfung. Als ich abriet, haben sie mich angeschaut wie ein frisch begattetes Eichhörnchen. Is' mir Bockwurscht, ich bin nicht mehr der Chieftain dort, verdiene mir nur noch was dazu, um meine Laster zu finanzieren.

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