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Freitag, 24. April 2009

Kunstfaschisten gegen rechts

Als Mullah Mohammed Omar mit Hilfe seiner Taliban im Jahr 1998 die Buddha-Statuen von Bamiyan sprengen ließ, weil menschliche Darstellungen islamische Gefühle verletzten, konnte er noch nicht ahnen, daß seine bundesdeutschen Brüder und Schwestern im Geiste gute 10 Jahre später ebenfalls bewaffnete Einheiten aussenden würden, um in deren Schutze Bildwerke zu vernichten. Während im Tal von Bamiyan nunmehr leere Felshöhlen vom Kampf der Gerechten gegen die Verhöhnung des Islam künden, zeigt die weißgetünchte Wand einer Berufsschule in der Kulturmetropole Chemnitz (bis 1989 Karl-Marx-Stadt), wie innovativ der Kampf der Antifaschisten gegen das Wandbild des jungen Künstlers Benjamin Jahn Zschocke ist, welcher des Rechts-Seins verdächtigt wird.

Ein Kapitalverbrechen, wie wir kürzlich berichten konnten. Netzwerk Recherche hat das Thema dankenswerterweise weiterverfolgt und ein wunderbares Beispiel dafür gefunden, wie die Antidemokraten von gestern, gebeutelt von Schuldgefühlen, sich als tausendprozentige Demokraten ausgeben. Eifriger als jeder Faschist es könnte, sägen sie an den Fundamenten des Rechtsstaates, verheerender als jede Nazidemo dürfte ihr Tun auf Jugendliche wirken, die zum ersten Mal erfahren, wie eine Dampfwalze aus geiferndem "Kampf gegen rechts" sich Feinde sucht, wo keine sind, um auf Verdacht hin Kriege zu gewinnen, die nur dem eigenen Machterhalt dienen.

Die Betonwand wurde nicht gesprengt wie bei den Taliban, schreibt NWR. Sie wurde lediglich übermalt, entsprechend der Parole „Bunt statt braun“ in unschuldigstem Weiß. Während einige Delinquenten, die auf dem Schulhof für den Erhalt des Werkes demonstrierten, in Handschellen abgeführt wurden, verrichtete die Malerfirma am 17. April unter Polizeischutz ihre symbolische Kulturtat. Für Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) war die Kunstvernichtung auch ein Akt der Zivilcourage: „Ich finde die Entscheidung, das Bild zu übermalen, absolut richtig. Es geht darum Courage zu zeigen.“

Herausragend bei der Organisation des Bildersturmes war Petra Zais, die 1977 in die SED eintrat und über sich selbst mitteilt: „Als Assistentin und spätere Lehrerin am Lehrstuhl Politische Ökonomie der Bezirksparteischule der SED in Mittweida gehörte ich bis 1989 zu den ideologischen Stützen des politischen Systems der DDR.“. 1992 wechselte sie von der SED-PDS zu den Grünen und ist im „Kulturbüro Sachsen e.V.“ tätig. Diese altgediente KaderIn der Deutschen Demokratischen Republik zeigt sich heute besorgt wegen des unverschämten Eingriffs oppositioneller Klientel in die eigene Kulturhoheit und stellte fest, daß in Schulen keine Kunst hängen dürfe „von Leuten, die unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnen“. Der Künstler selbst sagt zwar: „Natürlich stehe ich hinter der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung. Das ist für mich überhaupt keine Frage.“, doch reicht das noch lange nicht, um seine Werke vor amtlich angeordneter Zerstörung zu schützen. Er hat sich als ehemaliger Buschenschafter und Schreibkraft von „Pro Chemnitz/DSU“ zu unterwerfen, öffentlich abzuschwören. Die christliche Formel für solch einen kathartischen Prozeß lautet: Verfehlung – Bekenntnis – Reue – Vergebung.

Die Reste der Buddha-Statuen von Bamiyan liegen vor den Nischen der Felsen. Niemand weiß, ob die Figuren wieder aufgebaut werden. „Eine Restaurierung könnte die Skulpturen auch als Kulturdenkmal erhalten oder den Tourismus fördern. Andere Überlegungen gehen dahin, den Ort als Mahnmal menschlicher Barbarei so zu belassen, wie er ist.“ Letztere Überlegung wäre auch für Chemnitz eine Option. Oder man schreibt auf die weißgetünchte Fläche in großen Lettern einfach nur „Kunst in Karl-Marx-Stadt“.

Kommentare:

VolkerStramm hat gesagt…

Ätsch, ich bin schneller als Broder.

Nicht „Kunst in Karl-Marx-Stadt“ sondern
"entartete Kunst" - das trifft´s.

karleduardskanal hat gesagt…

Der junge und naive Künstler war augenscheinlich nicht geschult, was unsere Menschen wollen. Wo ein Kreuz ist, da muss immer auch ein Gegenpart zu sehen sein. Er hat den Marx-Kopf vergessen, mein Michael. Das war sein Fehler. So etwas verzeihen die Jungen Sozialisten nicht.