Google+ PPQ: Bückware für Empörungswillige

Freitag, 24. Juli 2009

Bückware für Empörungswillige

Nach zehn Jahren ist es endlich herausgekommen: Der Internet-Buchhändler Amazon, so hat der deutsche Ableger des American Jewish Committee entdeckt, verkauft "Bücher mit verbotenen Inhalten".

Der AJC fand nach eigenen Angaben, so zitiert die Zeit in Ermangelung eigenen Zugangs zu Amazon, "bei stichprobenartigen Recherchen Anfang des Monats rund 50 rechtsextreme Bücher im Katalog von Amazon". Es sei "inakzeptabel, dass bei Amazon.de mit Büchern gehandelt wird, die ansonsten nur als Bückware in rechtsextremen Szeneläden zu bekommen sind", klagt Deidre Berger, Direktorin des Berliner Büro des AJC.

Im Angebot des Internethändlers hätten sich indizierte Werke wie das seit 1980 bundesweit beschlagnahmte und 1982 endgültig verbotene "Der Auschwitz-Mythos" von Wilhelm Stäglich sowie indizierte Bücher der Revisionisten Germar Rudolf, Udo Walendy, Jürgen Graf und Carlo Mattogno gefunden.

Amazon schalte außerdem gezielt Werbeanzeigen bei der Internet-Suchmaschine Google für Bücher etlicher antisemitischer Autoren und Holocaustleugner. "Wir fordern Amazon.de auf, jetzt aktiv zu werden und alle strafbaren Bücher sofort aus dem Katalog zu entfernen", erklärte Berger, dessen Komitee den Buchhändler inzwischen angezeigt hat, obwohl der dem Auschwitz-Buch-Verkäufer neko052 nur Platz zum Einstellen seiner 37 Euro teuren Rarität bietet. Wobei der besser beraten wäre, das Buch auf amazon.com einzustellen: Dort bringt es derzeit um die 200 Dollar.

Amazon, kürzlich erst kritisiert, weil eine NPD-Kreisorgansiation kaltlächelnd mehrere Euro Werbeeinnahmen aus Buchempfehlungen generiert hatte, zeigt sich in einer ersten Reaktion unbeeindruckt. "Wir glauben, dass die richtige Antwort auf diskussionswürdige Literatur nicht deren Entfernung ist, sondern mehr Diskussion", sagte eine Sprecherin irrtümlich. Inzwischen schaltet der Konzern unter das "Mythos Auschwitz"-Angebot von neko052 auch noch Reiseanzeigen mit dem Ziel Auschwitz - vermutlich die letzte Tat des Webriesen vor dem kompletten verbot.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was wir brauchen, ist mal wieder eine richtige Bücherverbrennung, wo all der Schund, der Schmutz und das Verbotene lustig flackernden Flammen übergeben werden darf. Am besten im Herbst, wenn eh jeder froh ist über Feuerchen.

Anonym hat gesagt…

Sehr "demokratisch". Diese Anmerkung!

Anonym hat gesagt…

Ach, gibt es auch undemokratische Anmerkungen? So ohne geheime und gleiche Wahl?