Google+ PPQ: So ein Wagen muss bewegt werden

Dienstag, 28. Juli 2009

So ein Wagen muss bewegt werden

Der Arbeiterführer Franz Müntefering hatte einen Wahlkampfstart mit Kraft und Elan versprochen - und Ulla Schmidt, die Gesundheitsministerin mit der beim Sprechen im Diskant mitschwingenden Nasenscheidewand hat ihn organisiert. Nur "für dienstliche Termine wie den Besuch von Seniorenheimen und Krankenhäusern" hat die Gesundheitsreformerin ihren Dienstwagen im Urlaub genutzt, lässt sie ihre Sprecherin behaupten. Nun allerdings meldet das Nachrichtenmagazin "Bild", Schmidt habe im Urlaub überhaupt keine Seniorenheime und keine Krankenhäuser besucht.

Die von Schmidt behaupteten „zwei dienstlichen Termine“ waren ein Empfang bei einem Bürgermeister und ein Auftritt vor deutschen Rentnern, die vor dem deutschen Fiskus ins warme Spanien geflohen waren. Der Bürgermeister hat inzwischen erklärt, die Ministerin habe sich bei ihm nur in das Goldene Buch des Ortes Els Poblets eingetragen – und sie sei in einem silbernen Audi A6 2.0 TDI vorgefahren – mit spanischem Kennzeichen.

Doch so ein Mercedes S-Klasse will natürlich bewegt werden, das ist billiger als ein Mietwagen, hat das Gesundheitsministerium ausgerechnet. 5000 Kilometer An- und Abreise inklusive Fahrer kosten nach Berechnungen der Experten im Hause Schmidt nur 500 Euro. Das ist nur halb soviel wie vier Personen für Flüge nach Spanien bezahlen würden, gar nur ein Viertel soviel wie acht Personen für Flugticketts einplanen müssen. 16 Personen kostet eine Flugreise nach Alicante über 4000 Euro - 3500 Euro mehr als die Überführung des leeren Dienstwagens in den Süden.

Wenn sich das herumspricht, bekommt der Kampf gegen den Klimawandel einen schweren Schlag. Flug- und Bahnlinien profitierten bislang vom Image des Autos als teures Transportmittel, vor allem auf Fernreisen. Das dürfte sich schon in der kommenden Saison ändern, wenn die deutschen Reiseweltmeister nach dem Vorbild ihrer Ministerin zu Hunderttausenden mit dem Wagen nach Spanien, Portugal, in die Türkei und nach Tunesien aufbrechen.

Das Hamburger Abendblatt hat bereits die ersten engagierten Autoreisenden gesichtet: Vier weitere SPD-Minister haben ihren Urlaub genutzt, um die bulligen Dienstlimousinen zu bewegen. Arbeitsminister Olaf Scholz, Justizministerin Brigitte Zypries, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul schonten sich und ihr Nobelblech auch in der knapp bemessenen Freizeit nicht und sparten so Mietwagenkosten in bislang unbekannter Höhe.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja. Aber sie hätte besuchen wollen können. Und nur darauf kommt es an. Nicht ob sie tatsächlich hat. Der Mannichlmörder hätte ja auch ein NPD-Mann sein wollen können, statt eines ausserirdischen Kreuzschlangenmenschen. Weshalb die nun endlich aber verboten gehört.

ppq hat gesagt…

natürlich. das handeln von frau schmidt ist absolut korrekt, das propagieren wir hier ja von anfang an. dass die freie presse sich derart an der ministerin vergeht, nur weil sonst nichts los ist, sollte eine wahrhaft freie presse mal anprangern. 10.000 euro und ein wegges auto, das sind doch peanuts. damit soll nur vom klimawandel und von der finanzkrise abgelenkt werden!

Anonym hat gesagt…

Genau, dass sich die Freie Presse endlich mal selbst ohrfeigt, das ist schon lange fällig.