Google+ PPQ: Vom gespielten Widerstand

Montag, 25. Oktober 2010

Vom gespielten Widerstand

Die politische Pest des 20.Jahrhunderts war der Faschismus, das politische Elend unserer Zeit ist der imaginäre Antifaschismus: ein gespielter Widerstand, der sich selbst als Prophylaxe versteht. Das führt zur Zerstörung politischen Denkens. Der imaginäre Antifaschismus erzeugt so viele Tabus und hält sie aufrecht, dass weite Felder des Politischen gar nicht mehr diskursiv bearbeitet werden. Niemand redet darüber, was einen sehr großen Teil der Bevölkerung wirklich beschäftigt. Emotionen und Gedanken entstehen, aber öffentlich sind sie nicht erlaubt. Dadurch kann man sie auch nicht widerlegen. So entsteht eine Stimmung, die man nur bei den Wahlen bemerkt.

Nehmen Sie Sarrazin: Ein gescheiter, geachteter Sozialdemokrat schreibt ein Buch, in dem vieles richtig und vielleicht manches falsch ist. Die erste Reaktion der Politiker: Das wollen wir nicht. Jeder, der ab sofort über Integration spricht, distanziert sich erst einmal von Sarrazin. Da wird ein ganzes Feld nur noch moralisch beackert. Die Linke hat plötzlich ein Moralmonopol. Die Probleme werden nicht mehr debattiert.

Sondern, könnte man sagen, mit dem Farbbeutel getüncht. Bild oben: Thor-Steinar-Verkaufsstelle in Halle (Saale).

1 Kommentar:

Die Anmerkung hat gesagt…

Ich verstehe nicht, warum dieser kurze und knackige Grundsatzartikel bisher ohne Kommentar ist. Mit einer Anstaltspackung Moralin läßt sich mehr bewirken als mit sachkundiger Debatte. So funktioniert die Meinungsbildung hierzulande. Das kann doch nicht oft genug wiederholt werden.