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Mittwoch, 6. Februar 2013

Grüne Kampagne: Vier Euro sind genug!

"Natürlich werden die Kriterien eingehalten", schreibt die Grüne Bärbel Höhn bei Twitter in einer Stellenausschreibung, mit der die Grünen Personal für den anstehenden Bundestagswahlkampf suchen. Der Mitarbeiter, der im Oberhausener Wahlkreis für Umweltschutz, Energiewende und Mindestlohn trommeln soll, wird auf sechs Monate befristet eingestellt, das Gehalt liegt bei 400 Euro im Monat, erwartet wird eine reguläre Wochenarbeitszeit von 25 Stunden.

Ein erster Schritt zur Umsetzung des im grünen Parteiprogramm festgeschriebenen Mindestlohnes von mindestens 8,50 Euro die Stunde, denn umgerechnet darf sich der neue Praktikant auf eine Entlohnung von immerhin vier Euro die Stunde freuen. Dafür erwarten die Grünen nur selbstständiges Arbeiten, Eigeninitiative, strategisches Denkvermögen und die Fähigkeit, Konzepte zu erarbeiten. Gewünscht wird außerdem auch die Bereitschaft, in den Abendstunden und an den Wochenenden zu arbeiten, wenn wenn Pappi der Familie gehört.

Ein Problem mit dem Billiglohn haben die Grünen nicht, vielmehr hebt eine neue Kampagne (Plakat oben) offensiv auf die gute Bezahlung für die Stelle ab. Weder Marx noch Engels noch Joschka Fischer oder Jürgen Trittin hätten zu ihrer aktiven Zeit als Weltverbesserer jemals Anspruch auf etwas anderes als agnostischen Gotteslohn erhoben, auch die großen Gesellschaftsgestalter Robespierre, Marat und Danton verzichteten auf schnöden Mammon.

Vier Euro seien so gesehen eine ganze Menge Geld, hieß es in Oberhausen. Viele Menschen in Afrika hätten viel weniger, viele Menschen in Mali sogar im Jahr. Bis heute gebe es zudem selbst in Deutschland Praktikantenstellen mit geregelter Arbeitszeit, „für die gar keine Vergütung bezahlt wird“, hieß es bei den Grünen. Erfolgreiche Bewerber bekämen als Ausgleich für das Öko-Gehalt, das nur 277 Euro unterhalb des Existenzminimums liegt, am Ende zudem ein schönes, kostenloses Zeugnis zum Angeben im Freundeskreis und Prahlen in der Familie.

Das lockt natürlich. Einige interessierte Bewerber, so die Grünen, hätten sich bereits gemeldet. Noch können Hungerkünstler einsteigen - die Bewerbungsfrist endet am 15. Februar.

Kommentare:

Teja hat gesagt…

Ja, genau, immer schön mit den eigenen Worten/Behauptungen/Lügen konfrontieren. Denn bei scheinheiligen und verlogenen Subjekten sind Widersprüche inbegriffen. *daumenhoch*

Anonym hat gesagt…

Ja, na achtfuffzig aber nur, wenn es andere bezahlen. Das ist das Konzept, so ähnlich wie bei den Gewerkschaften.
Darüber hinaus ist es eine Frechheit, von den aufrichtigen Kämpfern für gerechten Lohn überhaupt Geld als Entlohnung zu verlangen!

Gutartiges Geschwulst hat gesagt…

Ein Stundenlohn von 4 Euro verletzt die elementaren Menschenrechte, denn nur Menschen haben Anspruch auf Geld.
Wer hingegen so blöd ist, sich mit 4 Euro zu bescheiden, statt für mindestens 6,20 im Supermarkt Regale zu befüllen, der verfehlt die Definitionsgrenze vom Menschen zum Tier und ist somit jeglicher Bezahlung unwürdig.
Gelegentliche Arschtritte, eine Dose Hundefutter und ein gutes Zeugnis wären mehr als ausreichend, um die Arbeitsmoral solcher Kreaturen zu beleben.

"Vier Euro seien so gesehen eine ganze Menge Geld, hieß es in Oberhausen. Viele Menschen in Afrika hätten viel weniger, viele Menschen in Mali sogar im Jahr."
Na und? Vor dem 1. Januar 2002, besaßen die meisten Menschen dieser Welt noch nicht einmal EINEN Euro pro Tag.
Trotzdem waren sie glücklich!

eulenfurz hat gesagt…

Wenn so ein armseliger Hungerleider dafür die Möglichkeit erhält, im Politbetrieb mitmischen zu dürfen, mit der Option, vom abgehalfterten Pflastersträndler zum wohlbeleibten Uni-Professor/Außenminister aufzusteigen, dann nimmt man das in Kauf.

Lehrjahre sind nunmal keine Herrenjahre!