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Sonntag, 25. August 2013

HFC: Die gewinnen, die Finnen

Wenn es das Pech ernst meint, dann kümmert es sich nicht um Gefühle. Als Timo Furuholm, der Rückkehrer aus Düsseldorf, im Spiel gegen den SV Elversberg in der 16. Minute zum Elfmeterpunkt geht, scheint sich das Schicksal des Halleschen FC in dieser zweiten Drittligasaison endlich zum Besseren zu wenden. Furuholm wieder da, ein Heimspiel, in dem die Gastgeber nicht nur überlegen agieren, sondern nun auch die Chance haben, erstmals in dieser Spielzeit in Führung zu gehen... In Führung durch den Mann, auf den sich in Halle alle Hoffnungen richten. Timo Furuholm läuft an. Schießt. Und nagelt den Ball zwei Meter über die Querlatte.

Es folgt das Übliche. Der verschossene Strafstoß, wie zuletzt gegen Wehen-Wiesbaden vom äußerst agilen Tony Schmidt herausgeholt, wirkt wie sonst der routinemäßig kassierte Rückstand. Gelähmt und schockiert schleichen die eben noch dynamisch agierenden Rot-Weißen über den Rasen. Elversberg, mit dem Vorsatz an die Saale gereist, vielleicht einen Punkt zu holen, wittert Morgenluft. Alles deutet nun darauf, dass der anvisierte Befreiungsschlag nach dem schlechtesten Saisonstart aller Zeiten wieder nicht gelingen wird. Kapitän Wagefeld rudert zwar mit den Armen, vermag aber einmal mehr keine Impulse zu setzen. Toni Lindenhahn, bisher einer der Besten in einer Mannschaft, die sich noch nicht gefunden hat, macht das schlechteste Spiel bisher. Und die erstmals aufgebotene Doppelspitze mit Furuholm und Pierre Merkel generiert nicht mehr die Chancen, die sie noch in der ersten Viertelstunde herausgearbeitet hatte. Auch auf den Tribünen machen sich Unruhe und Ungeduld breit. Eben noch hatte die Fankurve den letzten Platz selbstironisch mit einem Plakat "Ich geh mit meiner Laterne" gefeiert. Jetzt herrscht auch hier lähmendes Entsetzen, drehen sich alle Diskussionen um den entsetzlichen Gedanken, dass die neue Mannschaft des HFC vielleicht wirklich nur so gut ist wie ihre bisher erzielten Ergebnisse: Vier Niederlagen, ein Tor.

Der Wiederanpfiff bringt keinen Trost. Halle müht sich, aber Zählbares ergibt sich nicht. Trainer Sven Köhler, um dessen Verbleib die Truppe heute spielt, strahlt nicht den großen Willen aus, den alle erwartet haben. Ein Schuss von Schmidt addiert sich zu den drei Großchancen von Furuholm vor der Pause, dazu gibt es weiter Freistoß auf Freistoß in der Entfernung, aus der in der vergangenen Saison etliche Tore entstanden.

Der Mühe Lohn ist lauter werdender Hohn von den Traversen. "Nun macht hinne", brüllt einer. Unten wechselt Köhler den indisponierten Lindenhahn aus und bringt mit Sören Bertram eine bisher recht überzeugend auftretende potentielle Stammkraft. Aber mit den Minuten schwindet die Hoffnung auf die ersehnten drei Punkte, schwindet erst recht die Hoffnung auf einen überzeugenden Sieg, auf den Befreiungsschlag, der alle Zweifel an Mannschaft und Trainer hinwegfegt.

Bis zur 82. Minute. Erneut ist es einer dieser frucht- und brotlosen Freistöße, der von rechts in den Strafraum segelt, um dort umstandslos entschärft zu werden. Diesmal aber ist Kristian Kojola plötzlich zur Stelle. Der Finne mit der 31, von Köhler trotz guter Leistungen in der letzten Saison aussortiert und heute erstmals von Beginn an dabei, schraubt sich hoch. Und köpft den Ball unhaltbar ins rechte Toreck.

Befreit ist das Gebrüll im Erdgassportpark, der früher Kurt-Wabbel-Stadion hieß. Befreit jubeln die Spieler. Befreit schmunzelt sogar der im Normalfall bewegungslose Sven Köhler.

Es folgen acht Minuten Hochspannung, in denen Elversberg dem Ausgleich näher ist als der HFC dem 2:0. Köhler hat den letzte Woche noch suspendierten Robert Schick gebracht, lässt aber Abwehrturm Adli Lachheb weiter auf der Bank. Der HFC verteidigt mit Mann und Maus, Elversberg stürmt mit dem Torwart. Ein Ball flattert an die Querlatte. Eine Ecke wird nach rechts außen zu Schick abgewehrt. Der behauptet den Ball, ein bisschen mit der Hand. Leitet weiter auf Sören Bertram. Der spielt Timo Furuholm an. Der hat kaum Mühe, das Leder im leeren Tor unterzubringen.

2:0, erzielt von den beiden Finnen in Rot und Weiß. Abpfiff. Und die Gewissheit im weiten Rund: Ein Befreiungsschlag, der alle Zweifel beseitigt, war das nicht. Aber immerhin ist das Glück zurück.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Fußball ist etwas fürs profanum vulgus. Die Künste des Mars, den wir blonden Bestien Tiu (der Herr der tausend Tode, im Norden Tyr) nennen, sind heutzutage mehr hilfreich.
Habe am Wochenende wieder auf der Schreibmaschine Remington .223 Zwei-Finger-System geübt, also lins und rechts.