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Samstag, 28. Juni 2014

Linke Nationalisten im WM-Widerstand


Es ist ein Lied, das Unwohlsein auf den Punkt bringt. Das ganze Land schwelgt im Schland, fähnchenschwingend, torbejubelnd, enthemmt feiernd, zum Teil entmenscht in Büsche pinkelnd vor Glück. Aber eine wackere Rockformation aus den hohen Norden wagt sich nun, den anderen eine Stimme zu geben, den Schweigenden, Leidenden, denen, die den Zuschauern zuschauen. Es gehört viel dazu, die Wahrheit zu singen: Deutschland, wie es heute über den Rest Europas dominiert, hat kein Recht, auch noch sportlich herauszuragen.

The Flexfitz aus Rostock geben diesem dumpfen Gefühl der unterdrückten linken Seele eine Melodie. Wo beim letzten Turnier zum Fahnenklau aufgerufen wurde, singen die "Vorrundenaus Allstars" jetzt „Fußball ist besser als Deutschland, Fußball ist nicht für Deutschland, Fußball fühlt sich nicht deutsch an.“

Eine Kampfansage an die Milieus der neuen Fans aus den Eigentumswohnungen, die mit Rossmannschminke und Nanunana-Fähnchen auf den Fanmeilen überall im Land zum Rudeljubeln antreten. Aber natürlich gleich wieder übertrieben: Deutschland darf nicht Fußball, wegen Auschwitz, Deutschland darf nicht siegen, wegen des Holocaust, so soll die als „Persiflage auf all die anderen stussigen WM-Songs“ gemeinte Antihymne verstanden werden.

Die taz ist ein ehrlicher Makler dieser ganz auf den Makel fokussierten Deutschland-Sicht. Fußball funktioniere "immer über kollektive Identität, die stumpf ausgrenzend abgefeiert" würde, schreibt sie, wo es "werde" heißen müsste. Selbst eine Nationalmannschaft, in der die Herkünfte der Spieler hundert Jahre europäischer Geschichte nachzeichnen, genügt nach den Ansprüchen linker Nationalisten nicht als Symbol für gelungene Integration. Integration nach deutschem Muster bedeute schließlich, sagt Mika, der Sänger der Rostocker-Anti-WM-Rocker, "sich dem Leistungsprinzip anzupassen".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das ist die Hymne die hervorragend zu den antideutschen Ergüssen von Andreas Moser passt.

Kleine Kostprobe gefälligst?

"[...]Das war, bevor mich eine Diskussion im Soziopod zu der Einsicht brachte, dass ein Land mit ein paar Flaggenbeschädigern sympathischer ist als eines, in dem jeder eine Fahne vor sich her trägt. Wenn ich wählen müsste zwischen einem Land voller Patrioten und einem Land voller Patriotismuskritikern, würde ich Letzteres vorziehen.[...]"

"[...]Der Schokoriegel-Hersteller Mars bringt eine Snickers-Sonderedition heraus, die mit “Stürmer” betitelt ist. Es gibt zwar auch “Trainer”- und “Fussballgott”-Snickers, aber hat sich denn bei Mars wirklich niemand an die antisemitische Hetzschrift “Der Stürmer” erinnert gefühlt?[...]"

"[...]Und da schließt sich der Kreis zu den Fähnchenabbrechern. Noch immer halte ich solche Aktionen für übertrieben, aber für den Geist, aus dem sie entstehen, habe ich Respekt. Wer sich gegen den Fußballpatriotismus stellt, mag eine nationalistische Gefahr sehen, wo keine ist, aber er zeigt in jedem Fall wesentlich mehr Geschichtsbewusstsein als die “Deutschland”-Gröler. Und im Unterschied zu Patriotismus kann aus Geschichtsbewusstsein niemals etwas Schlimmeres entstehn[...]

http://www.carta.info/73345/fussballpatriotismus-macht-hirn-kaputt/?utm_content=buffer565e0&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

Anonym hat gesagt…

Auch sehr gewagt:

"Sozialpsychologin warnt
Nationalstolz bei Fußball-WM kann in Fremdenfeindlichkeit umschlagen

Der Anblick von schwarz-rot-goldenen Flaggen kann in Fremdenfeindlichkeit umschlagen, warnt Sozialpsychologin Julia Becker anlässlich der Fußball-WM. Bei den Amerikanern sei das ganz anders: Die US-Flagge löse eher Gedanken an Gleichheit und Gleichberechtigung aus."

http://www.migazin.de/2014/06/26/nationalstolz-bei-fussball-wm-kann-in-fremdenfeindlichkeit-umschlagen/

Orwell hat gesagt…

Neuer Text für diese großartigen Vorkämpfer einer neuenbesseren Zeit:

"Mutter, dumme Fotze, warum bist du keine Negerin.

Vater, dummer Loser, warum komm ich nicht aus der Türkei.

Gesellschaft, warum muss ich erst verzweifelt aufschreien damit ihr meine Wichtigkeit erkennt.

Ich bin nämlich niemand, wäre aber gern alle.

Deutschland ist scheisse, weil ich zu blöd bin zu verstehen dass es mit viel zu gut geht, lieber wäre ich ein Neger, der in seiner Heimat gegen Rächts gämpfd."

Naja, ich werd keine "Platten" und "Alben" verkaufen, trotz perfekter BRD-Lyrik.Naja, und "platte Alben" sicher auch nicht.

:(((

Wo ich doch in so nem scheiss Land leben muss. Wer entschädigt mich dafür?! Endlich mal! Niemand ist gerne Deutscher! Das ist Diskriminierung!!!

Ihr Nazis!

Alfred Mayer hat gesagt…

Bei mir löst es ganz was anderes aus..

Alfred Mayer hat gesagt…

Bei mir löst es ganz was anderes aus..