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Donnerstag, 9. April 2015

Er führte für die EU Krieg im Internet

Hans Henningsen (rechts) führte Krieg im Internet.
Zwei Monate lang war Hans Henningsen (34) im Rahmen des Anti-Propaganda-Aktionsplans der EU als bezahlter Cyber-Aktivist im Internet unterwegs. Jetzt hat er sich geoutet.

Er sei in den Monaten Februar und März als Troll im Einsatz gewesen, erzählte Henningsen der Nachrichtenagentur AFP, die die Angaben allerdings nicht prüfen konnte. Sein Einstellungsgespräch bei einer Agentur für Internet-Propaganda in Brüssel, die sich European Strategic Communications Command nannte, war kurz. Sein Gesprächspartner habe sich nur mit dem Vornamen Jens vorgestellt und ihn als erstes gefragt: „Was halten Sie von unserer Politik in der Ukraine?“ Das Thema Ukraine spielte fortan eine wichtige Rolle bei der Arbeit des 54-Jährigen, der seit einem Einsatz an der Drushba-Trasse sehr gut russisch spricht.

► „Unser Job bestand darin, im Sinne der Regierung zu schreiben, die EU und ihre Politik zu loben und Putin niederzumachen“, sagt der Sachse, der mit ihren beiden Kindern in Dresden lebt.

► Sein Tätigkeitsfeld waren Diskussionsforen und Newsgroups, Chatrooms und Blogs. Dort brachte er am Tag – mal als angeblicher Student, mal als Sportler – an die 100 Kommentare und Beiträge unter.

► Dafür gab es ein monatliches Gehalt von 1640 bis 1800 Euro. In Sachsen gilt das als gutes Geld. Das Geld sei auch für Henningsen das Motiv gewesen, sich zu bewerben. Er selbst habe "eigentlich gar keine Meinung zu dem Konflikt", sagt der Ex-Troll.

► Er habe jeden Tag Anweisungen für sein Wirken erhalten, erzählt Henningsen. Er zeigt einen derartigen auf ihrem Handy gespeicherten „Tagesbefehl“: „Die Ukraine hat einen Reformplan verabschiedet, um Hilfsgelder vom Internationalen Währungsfonds zu bekommen.“ Hauptidee für Kommentare dazu: „Nun wird alles besser, nur Russland schießt mit militärischer Hilfe immer noch quer.“

Die Arbeit fand laut Henningsen nicht etwa zu Hause statt, sondern in einem unscheinbaren Gebäude im einem Gewerbegebiet in Riesa. Warum die Anweisungen dennoch per Handy kamen, konnte der Netz-Aktivist nicht erklären. "Das war eben so, sonst könnte ich ja jetzt nichts vorzeigen."

Die Kollegen im Cyber-Command waren überwiegend jung, viele Studierende. „Politik war ihnen vollkommen gleichgültig, sie nahmen nichts ernst. Für sie war es bloß eine Art Geld zu verdienen.“ Daneben habe es einige ältere Beschäftigte gegeben, die ihre Arbeit als „wirkliche Mission” verstanden hätten und vollständig darin aufgegangen seien. "Die glaubten, was sie schrieben."

Henningsen beschreibt die Tätigkeit als hart. Pausenlos müssten die Mitarbeiter große Mengen Kommentare im Internet veröffentlichen, längst nicht jeder habe das Zeug dazu. Bei ihm habe ein Kommentar von 15 Zeilen zehn Minuten gedauert, andere hätten daran Stunden gesessen. Viele Leute würden entlassen, weil sie die geforderten Ansichten nicht in die richtigen Worte kleiden könnten, die Rotation sei hoch.

Die Arbeitsstelle sei laut Henningsen weitgehend abgeschottet und streng überwacht, unter den Mitarbeitern herrsche eine Atmosphäre der Angst: „Überall gibt es Kameras.“ Gespräche fänden kaum statt: „Entschuldigung, ich habe es eilig“, heiße es bloß.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Der war bestimmt bei SPON. Die können sich 24/7-Propagandakrieger leisten.

derherold hat gesagt…

Alles klar !

Jetzt, wo sich die Presse endlich der Machenschaften des Putin-Trolls @ppq annimmt, wird abgelenkt !

ppq. so hat gesagt…

das geld aus moskau kommt sehr unregelmäßig derzeit, und kaufen kann man kaum noch eine dünne suppe davon!

sachse hat gesagt…

Der ist bestimmt der Freund von der Ljudmilla aus der Bild-Zeitung. Die tur fast ganz genau ganz das selbe sagen tun. da habn die sich n riesenspass draus gemacht. ich tus euch sagen tun. dolle drolle.

Anonym hat gesagt…

http://www.heise.de/tp/artikel/44/44605/1.html