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Donnerstag, 10. Dezember 2015

Mache Eier: Warum kein Deutscher die Apple-Einstellungsfrage beantworten kann

Die Frage waren überall gleichlautend formuliert. Nach der Vorgabe eines Textes beim Springer-Sender n24 toste ein Text durch die Lande, der Leser ausprobieren ließ, ob sie "zum Apple-Mitarbeiter taugen" (Welt). Eine der Frage, die der Hightech-Konzern Jobbewerbern angeblich stellt, lautete "Wenn Sie zwei Eier haben und herausfinden wollen, aus welcher Höhe Sie sie fallenlassen können, ohne dass sie kaputtgehen, wie würden Sie das anstellen?"

Eine Frage, an der seitdem ungezählte Knobler verzweifelt sind. Wie jetzt? Dürfen die Eier dabei kaputtgehen? Eins oder zwei? Wieviele Versuche habe ich? Wie wird die Höhe gemessen?

Eine Antwort darauf gab keine der Zeitungen und keins der Magazine, die die Frage verbreiteten. Mit gutem Grund, denn bei der vorgegebenen Fragestellung ist eine Beantwortung einfach nicht möglich.

Richtig gefragt hingegen ist das Two-Eggs-Problem eigentlich übersichtlich und mit etwas logischem Nachdenken durchaus zu knacken. Im Original beinhaltet die Frage nämlich neben den beiden Eiern ein Hochhaus mit einer gern auch beliebigen Anzahl an Stockwerken und die Bedingung, dass beide Eier beim Experiment kaputtgehen dürfen.

Daraus ergibt sich dann ein logischer Lösungsweg, der jedem Neunjährigen einleuchtet. Der Experimenteur begibt sich zuerst auf Stockwerk 1 und lässt ein Ei fallen. Geht es kaputt, ist die Frage beantwortet. Bleibt es ganz, steigt er zu Stockwerk 2 auf und wirft erneut. Und so weiter und so fort. Sobald Ei 1 nach dem Fall zerstört ist, steht die Antwort auf die Frage fest und der Neunjährige kann bei Apple anfangen.

Allerdings hat n24 die Frage ja missverständlich übersetzt und alle anderen deutschen Medien haben danach aus der Frage nach dem höchsten Stockwerk von dem aus das Ei nicht zerbricht, die Frage nach einem Experiment gemacht, bei dem der Eindruck entsteht, dass das Ei bei der Durchführung nicht zerbrechen darf. Heißt es im Original, "if you have 2 eggs, and you want to figure out what's the highest floor from which you can drop the egg without breaking it", wurde daraus auf Deutsch "wenn Sie zwei Eier haben und herausfinden wollen, aus welcher Höhe Sie sie fallenlassen können, ohne dass sie kaputtgehen". Eine Formulierung, die zumindest den Eindruck vermittelt, die Eier dürften auch im Test nicht zerstört werden.

Dabei geht es bei der Versuchsanordnung in Wirklichkeit überhaupt nicht um Eier, sondern um Mathematik, das heißt um den optimalen, also effizientesten Weg zur Antwort. Den hat der Neunjährige nämlich nicht gefunden, wenn er von Stockwerk zu Stockwerk aufsteigt und unterwegs seine Eier fallen lässt. Darauf deutet schon die Fragestellung mit den zwei Eiern: Hinaufklettern und die letzte Etage feststellen, von der aus das Ei wohlbehalten unten ankommt, könnte der Experimantator auch mit einem einzigen Ei.

Er hat aber aus gutem Grund zwei. So könnte ein älterer, erfahrener Bewerber, statt bei Stockwerk 1 anzufangen, zum Beispiel die 10 wählen, um den Bereich einzugrenzen, in dem die Bruchstelle liegt. Bleibt das Ei von Etage 10 aus ganz, steigt er hoch auf 20, geht das Ei von dort aus kaputt, greift er zur Lösung des Neunjährigen und beginnt, von 11 an aufwärts zu testen, weil die Bruchzone ja zwischen 11 und 20 liegen muss.

Das kostet zwei Eier, spart aber mindestens zehn Würfe. Und ist für Apple lange nicht gut genug. Der Computerkonzern verlangt nicht nach einer guten Lösung, sondern nach der besten.

Die nun ergibt sich mathematisch aus einer Formel, die die Sprünge über jeweils mehrere Etagen mit dem Test einzelner Etagen so kombiniert, dass in jedem Fall die geringstmögliche Zahl an Versuchen notwendig ist. Bräuchte der Junge mit seinen einzelnen Würfen bei einem hundertstöckigen Hochhaus im schlechtesten Fall 100 Versuche und der ältere, erfahrenere Bewerber mit seiner Sprungtechnik über jeweils zehn Stockwerke mit nachfolgendem Versuch, über einzelne Stockwerke die Lösung zu ermitteln, in der schlechtesten Variante 19, so schafft es die von Apple verlangte optimale Lösung in jedem Fall, schon nach 14 Würfen zum Ergebnis zu kommen.

Um dahin zu kommen, muss nur nach jedem Sprung über mehrere Stockwerke die Zahl der übersprungenen Etagen um eins reduziert werden: Wurf 1 startet bei Stockwerk 14, Wurf 2 bei Stockwerk 27, Wurf drei bei 39 und so weiter. Bis der Abstand bei Stockwerk 99 und 100 nur noch 1 beträgt.

Eine Antwort auf eine der großen Apple-Fragen, die deutsche Mediennutzer nicht finden konnten, weil die Frage falsch gestellt war.



Kommentare:

wolpertinger hat gesagt…

Also,ich bin Linksträger,meine Eier dürfen nur Frauen anfassen,bzw.streicheln.Wenn sie fallenlassen würde,könnte ich sehr energisch reagieren.Äpfelverbot zum Bleistift.

Anonym hat gesagt…

Kommt nahe an die Frage "Warum sollen wir gerade S i e anstellen?" heran. Die normale Reaktion, nach meinem Geschmack, wäre ein Kieferbruch. Beim Personalchef.

--Zonendödel --