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Sonntag, 24. April 2016

Auf den Spuren Walter Ulbrichts: Leuchtende Kindergesichter für unsere Kanzlerin

Es reicht offenbar nicht, sie wegen ihrer Schwächen bei der Literaturkritik zu schmähen, nein, jetzt wird Bundeskanzlerin Angela Merkel auch noch wegen ihrer Reise ins Partnerland Türkei angegriffen. Das frühere Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" spielt in einer Schreibtischreportage aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet, wo Merkel ein Flüchtlingslager aufsuchte, um Kinderköpfe zu streicheln, direkt auf die deutsche Tradition der Kaisergeburtstagsfeiern an: "So sieht ein Flüchtlingsklager aus, wenn die Kanzlerin kommt", höhnt das Blatt und zeigt friedvolle, fröhliche Bilder vom "Blitztrip an die Grenze" (Spiegel).

Strahlender Sonnenschein, gestrichene Bordsteinkanten, kumpelnde Sicherheitsleute, frisch gestrichene Fassaden und leuchtende Kindergesichter empfingen die mächtigste Frau Europas. Inszenierung, Kostümierung und Bühnenaufbau orientierten sich dabei direkt am Klassiker "Walter Ulbricht besucht junge Pioniere im Fläming und wird herzlich empfangen", der seit 1968 als das Nonplusultra in der Geschichte der Regie waghalsiger Regierungschefreisen gilt.

Am Lager hatten Flüchtlinge, die außer ihrem nackten Leben nur ihre traditionellen Trachten vor Krieg, Hunger und menschenverachtenden russischen Bomben gerettet hatten, Merkel und den türkischen Regierungschef Davutoglu mit Blumen empfangen, die aus den ersten Hilfszahlungen Europas aufgrund des Türkei-Deutschland-Paktes finanziert worden waren. Merkel zeigte sich angenehm überrascht über den freundlichen Empfang in der Südosttürkei. Die türkischen Partner hatten das hier eigentlich herrschende Fotografierverbot eigens vor der Landung der deutschen Regierungschefin aufgehoben, um das Produktion angemessener Reportagefotos von der völkerverbindenden Mission Merkels nicht zu behindern.

Ein versöhnliches Ende einer Reise, die auf der Kippe stand: Das Auswärtige Amt hatte von Reisen in die Krisenregion dringend abgeraten, das Kanzleramt aber hatte sich - wie zuletzt bei der Freigabe der Strafverfolgung gegen den Fernsehpoeten Böhmermann - über den Rat des Außenamtes hinweggesetzt. Allerdings droht Rückkehrern aus dem Grenzgebiet zu Syrien in Deutschland regelmäßig Ärger mit der Justiz: Günter Krings, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sagte der «Rheinischen Post». «Unser Ziel muss es sein, ihre Wiedereinreise zu verhindern.» Auch CDU-Bundesvize Thomas Strobl bestätigte das: "Es muss verhindert werden, dass sie nach Deutschland zurückkehren", sagte er bezogen auf Deutsche, die wie Angela Merkel in die Kriegsgebiete reisten und dann später zurückkehren wollten.




Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Rechts neben dem Ziegenbart, die mit dem Topfschnitt, das ist sie doch, oder?

ppq hat gesagt…

ja, da hat sie es sich abgeguckt

derherold hat gesagt…

Aber ´mal ernsthaft:
Der MP von Baden-Württemberg, Kretschmann, hätte doch für jede Parade - egal, ob DDR oder SU - ein gutes ZK-Mitglied darstellen können.

Anonym hat gesagt…

und wenn die Kanzlerin nicht kommt wird alles dichtgekotet

krautchan.net


mehr Härte geht nicht

Gernot hat gesagt…

Die Jugend seines Volkes hat Walter Ulbricht damals ganz ähnlich angestrahlt wie die Jugend ihres Volkes heuer die Kanzlerin anstrahlt.

Carl Gustaf hat gesagt…

Aus gut unterrichteten Kreisen habe ich erfahren, dass die Aufnahmen gar nicht im türkisch-syrischen Grenzgebiet gemacht worden sind, sondern bereits vor drei Wochen in den DEFA-Studios Babelsberg.

'Aische mit Kopftuch' hat gesagt…

Hey, die geflüchteten Schutz- oder Asylsucher und Heimatverlasser haben
nicht nur ihr "...nacktes Leben und ihre traditionellen Trachten..." gerettet.
Sie haben auch noch pinke Lippenstifte und eine gehörige Portion Wäschestärke retten können!
Denn die Trachten sind frisch gestärkt und gebügelt (siehe Foto).

Außerdem muss da noch irgendwo ein syrischer Pilot herumschwirren, der lächelnd sagte: "Ich kann nicht töten." und ..."Ich hoffe, dass Europa und Amerika Frieden in meinem Land schaffen."
Laut T-Online: 'Eine merkwürdige Reise von Merkel'. 'Überall hängen überlebensgroße Plakate der Kanzlerin ...aufgehängt von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten. Merkel wird von jungen AKP-Anhängern bejubelt. ...Sogar von Kuschen...vor Erdogan ist die Rede. [...] Ein merkwürdiges Szenario: Die schwer bewachte Kanzlerin wird an den herausgeputzten Unterkünften stets lächelnder Flüchtlinge vorbeigeführt.'
Fazit: "Ein weichgezeichneter Tag. Mit Wohlfühl-Garantie"

www.t-online.de/Merkel-besucht-die-Tuerkei-eine-merkwuerdige-Reise.html