Google+ PPQ: Fake News: Missbrauch des Nachrichtenonkels

Mittwoch, 3. Januar 2018

Fake News: Missbrauch des Nachrichtenonkels

Ein fast völlig freierfundener Satz, den die ARD als Friedrichs-Zitat ausgibt.
Kaum ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) in Kraft getreten, setzt sich die "Tagesschau" der ARD an die Spitze des zivilen Widerstandes gegen den regierungsamtlichen Versuch, Hetze, Hass und sogenannte "Fake News" mit Hilfe von weitreichenden und womöglich grundgesetzwidrigen Zensurmaßnahmen zu unterbinden.

Die Hauptnachrichtensendung des Staatssenders greift dazu beim Kurznachrichtenportal Twitter gewitzt auf ein gezielt verbreitetes Falschzitat zurück, das die Redaktion der Journalistenikone Hanns Joachim Friedrichs unterschiebt. Der habe einst gesagt, „einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten“ und das sei seitdem "zu einem Leitsatz für Journalisten geworden".

Große Worte, die Friedrichs so allerdings nie gesagt hat. Als er im März 1995 das "Spiegel"-Interview gab, aus dem die "Tagesschau" den betreffenden Satz zu zitieren behauptet, war weder von guten noch von schlechten Journalisten die Rede. Friedrichs sagte vielmehr nur, er habe in seinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: "Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein".

Friedrichs, der "Nachrichtenonkel" (Spiegel), hatte keinen Lehrsatz prägen wollen, er empfahl seine Erfahrungen nicht als "Leitsatz" (ARD) für Nachwuchsschreiber- und Kommentatoren, er berichtet allein aus seiner eigenen Lebenswelt. Er spricht nicht von Journalisten, nicht einmal von guten. Und woran man sie "erkennen" kann, glaubt er auch nicht, weitergeben zu müssen. Alles andere ist erfunden, nachträglich hinzugedeutet, ausgedacht und es wurde zur Beglaubigung der vermeintlichen Authentizität in Gänsefüßchen gepackt.

Dabei sind neun der 20 angeblich zitierten Worte nachträglich hinzugefügt worden.

Methoden, die bei einer Nachrichtensendung wie der "Tagesschau", die sich erklärtermaßen allein auf Fakten stützt, niemals zufällig verwendet werden. Warum also greift die angesehene Sendung, der Millionen von Zuschauern vertrauen, auf sie zurück? Nun, hier sollte wohl die Produktion leicht zu erkennender Fake News dazu dienen, eine Sperrung des eigenen Twitter-Accounts wegen Verbreitung von Fake News zu provozieren, um eine breite gesellschaftliche Diskussion um die unmittelbaren Auswirkungen des NetzDG loszutreten.

Es wäre der "Tagesschau" zuzutrauen, das sie bereit ist, ihren durchaus noch vorhandenen Restruf als seriöse Nachrichtensendung für diesen guten Zweck in die Waagschale zu werfen. Die ganze Geschichte, so will uns die "Tagesschau" offenbar lehren, ist ein beunruhigendes Beispiel dafür, wie kompliziert der Umgang mit echten oder vermeintlichen Fake News ist. Es ist ungemein schwer, der Wahrheit nahezukommen, und extrem leicht, eine unüberprüfte Geschichte weiterzuverbreiten – selbst wenn man die ARD ist und nun einer harten Bestrafung durch die Meinungsschutzbehörden entgegensieht.

Kommentare:

Casper von Milz hat gesagt…

Ich hätte nicht geglaubt, dass die Propagandasendung “Tagesschau“ sowas twittern würde. Aber da wir jetzt wissen, dass es gelogen ist, stimmt die Welt wieder.

Die Anmerkung hat gesagt…

Die Genossen von den Sankt Pauli Nachrichten Nf. sind auch so drauf.

SPN Nf. 03. Januar 2018, 08:39 Uhr

Tödliche Messerattacke in Kandel

Landkreis schließt Volljährigkeit des Tatverdächtigen aus

Demnach gehen Fachleute davon aus, dass der junge Afghane nicht volljährig ist.

"Eine Volljährigkeit wird derzeit von allen Beteiligten ausgeschlossen", hieß es in einer Mitteilung des Kreises vom Dienstag. Darin wird auf eine Untersuchung in Frankfurt im Jahr 2016 verwiesen, der zufolge "eine Varianz von +/- 1 Jahr möglich" sei.
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Welche Fachleute das sind, was für eine Untersuchung stattfand usw. all das bleibt uns verborgen, damit das Votum der Fachleute nicht gestört wird.

Varianz ist übrigens das Maß für die Streuung einer Zufallsvariablen. Das Alter eines Menschen ist keine Zufallsvariable. Sie können kein Mathe (Statistik) und kein Deutsch. Für Propaganda reicht das allemal.

Die Mitteilung, und amit wie er untersucht wurde, kann man nachlesen.

http://www.pfalz-express.de/tod-einer-15-jaehrigen-in-kandel-nach-messerangriff-kreisverwaltung-informiert-ueber-angreifer/

Die Altersfeststellung des 15-jährigen erfolgte bei der vorläufigen Inobhutnahme durch das Jugendamt Frankfurt am 2. Mai 2016. Sowohl die Inaugenscheinnahme als auch das ärztliche Erstscreening sind dokumentiert.

Im Rahmen der Einrichtung der Amtsvormundschaft fand durch den Familienrichter eine weitere Inaugenscheinnahme statt. Das Alter wurde dort nicht in Frage gestellt, wobei eine Varianz von +/- 1 Jahr möglich ist. Eine Volljährigkeit wird derzeit von allen Beteiligten ausgeschlossen.

Volker hat gesagt…

Am Elend dieser Welt ist PPQ nicht schuld. Aber ein wenig mehr Verantwortung im Umgang damit möchte ich einfordern.
Ohne Triggerwarnung auf die Hetze von Kotzbrocken Niggemeier zu verlinken, dass ist leichtfertiger Umgang mit der Gesundheit der Leser.

Das mindeste was man erwarten kann ist die Warnung, dass eine Kotztüte bereitzuhalten ist.

ppq hat gesagt…

manchmal erlaube ich mir ein wenig humor

Anonym hat gesagt…

Nun, die Verbreitung (Propaganda) dient heutzutage nicht mehr (nur) der Desinformation, sondern vor allem dem "Gaslightning": Dem Empfänger nahezulegen, er wäre meschugge, bis er davon überzeugt ist, es zu sein, bzw., ihn wirklich gaga zu machen. Wer diesem widersteht, dem wird immerhin deutlich gezeigt: Wir speien euch mit Anlauf ins Gesicht und höhnen dazu: Warum schwitzt du so? Dabbelbaind auf Neudeutsch.