Google+ PPQ: Protestausstatter Adidas

Donnerstag, 7. Juni 2007

Protestausstatter Adidas

Um die weitere Ausstattung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft müssen sich die Erben von Adi Dassler Sorgen machen, um ihren Ruf in der Widerstandszene eher nicht. Denn der Aufstand des Gewissens, der seit Tagen rund um Heiligendamm tobt wie ein Sturm im Wasserglas, trägt Adidas. Geschult offenbar am Vorbild von Fidel Castro, dem großen alten Mannes einer möglichen besseren Welt, der sich gestern in einer wunderschönen blau-weiß-roten Creation aus Herzogenaurach vor die Kameras des staatlichen kubanischen Fernsehens setzte, schwören zahllose Protestler auf die funktionelle und gleichzeitig schöne Mode des Weltkonzerns aus der deutschen Provinz. Adidas bietet sich als Ausstatter für Proteste gegen die immer schlimmer werdende weltweite Globalisierung geradezu auf dem silbernen Tablett an. Mehr als 90 Prozent der Produkte des Traditionsunternehmens werden von nach europäischen Maßstäben äußerst zurückhaltend entlohnten Arbeiterinnen und Arbeitern in Indonesien, Thailand, Pakistan und China hergestellt. Zudem betätigte sich Adidas in den letzten Jahren mit dem Kauf eines französischen Ski-Ausstatters und der amerikanischen Sportmodefirma Reebok nebenberuflich, aber nachdrücklich als Heuschrecke. Die Aktivisten in Kühlungsborn und Heiligendamm tragen den Protest nun quasi in ihren Schuhen auf die Straße - und das im Gegensatz zum Deutschen Fußballbund, der für sowas ganz globalistisch Geld nimmt, auch noch völlig ehrenamtlich und kostenfrei.

Kommentare:

panzerbummi hat gesagt…

die trampeln quasi auf den kapitalisten herum - habe ich doch richtig verstanden, oder?

SidAmos hat gesagt…

Ich glaub, es geht eher um die Tatsache, dass auch ein paar Proteste gegen Adidas angebracht wären, wg. Kinderarbeit, schlechten Arbeitsbedingungen in der 3. Welt, Schädigung der deutschen Volkswirtschaft (Export von Arbeitsplätzen) usw.

binladenhüter hat gesagt…

"Schädigung der deutschen Volkswirtschaft", jaja. scheiß Globalisierung, wo die einen Arbeit bekommen, weil die anderen sich Turnschuhe für 150 Euro leisten können. Besser wäre doch, die einen wären arbeitslos und die anderen barfuß, dann wäre die "deutsche Volkswirtschaft" wenigstens so, wie sie bei Opa war

boah, leute gibts

Anonym hat gesagt…

Na Adidas hat in Deutschland eher Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet... Nur, dass es sich die Arbeitplätze mittlerweile fast ausschliesslich um Kopfarbeiter...

Und was schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung in Drittweltländern angeht, kann ich auch nicht zustimmen. Die Bezahlung mag für unsere Verhältnisse mies sein, aber gemessen an den dortigen Bedingungen sieht die Rechnung schon anders aus...

binladenhüter hat gesagt…

sag ich a. man darf, was hier steht, nicht immer so nehmen, wie es da steht

panzerbummi hat gesagt…

wow, kinderarbeit, 3. welt und volkswirtschaft: alles, was dem nationalbolschewistischen fritzchen beim denken über die globalisierung so durchs köpfchen rumpumpelt. fehlt nur noch, dass amerikanische juden an allem schuld sind.

StoiBär hat gesagt…

Adidas hat in letzter Zeit sowieso ein befremdliches Sponsorverhalten. Bei Gumball 3000 waren sie auch vertreten, bis dann einer ums Leben kam.

Redaktion hat gesagt…

...man darf, was hier steht, nicht immer so nehmen, wie es da steht...
Ich denke einem bestimmten Gesinnungskreis Ironie erklären zu wollen dürfte noch schwieriger sein als Pudding an die Wand zu hämmern, das hat auch schon Herr Armstrong (der wo mit Jazz und nicht mit Dings gedopt war) erkannt...
Gute Arbeit Herr Binladenhüter ;)
MfG Unterneuntupfing Aktuell

panzerbummi hat gesagt…

es kommt noch schlimmer: adidas ist auch sponsor der fifa - und die geht ja mittlerweile als quasi-kriminelle vereinigung durch.

Paul hat gesagt…

Adidas-Massentreter an den Füßen von Globalisierungsgegnern und anderen die einfach dagegen sind, sind doch wirklich nichts neues. Oft reicht das Protestdenken eben nicht sonderlich weit. Trotzdem glaube ich nicht, dass adidas die Wurzel allen Übels ist. Da gibt es sicherlich noch andere Unternehmen, gegen die man dringender vorgehen müsste.