Google+ PPQ: Frechheit siegt

Donnerstag, 24. Januar 2008

Frechheit siegt

Nicht eine Frage gestellt, die vorhandenen Fakten nicht einfach nur mit gesundem Menschenverstand geprüft, stattdessen einmal mehr der Meute hinterhergeheckelt, das aber so offenkundig im Schlenderschritt, dass jeder sehen konnte, hier glaubt der Bote seine eigene Botschaft nicht.

Aber frech kommt weiter und so endet das große Medienversagen im angeblichen Hakenkreuz"-Fall von Mittweida" mit einem Ablenkungsmanöver, das jeden nach der Polizei schreienden Ladendieb beschämt: Die Medien, die eine hanebüchene Meldung unserer Lieblingsquatschagentur dpa abdruckten, ohne einen einzigen eigenen Gedanken dabei zu verschwenden, verleihen den Ermittlungsbehörden jetzt wegen "irreführender Kommunikation" den Negativ-Preis «Tonstörung 2007».

Vertreten durch die sächsische Landespressekonferenz begründen sie das damit, dass "Staatsanwaltschaft Chemnitz und Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge in einer gemeinsamem Pressemitteilung einen vermeintlich rechtsextremistischen Vorfall in Mittweida im November 2007 als Tatsache geschildert" hätten, wie Lieblingsplatschquatsch dpa getreulich auch hier Protokoll führt. "Auf Nachfrage", jammert es weiter , sei der Fall als "glaubwürdig" eingestuft worden.

Glaubwürdig, wie die Behauptung, ein Mensch könne sich selbst keinesfalls mit einem Messer an der Hüfte verletzten, nur sein kann. Glaubwürdig, wie die Aussage, in Sachsen liefen junge Männer in Jacken mit "NSDAP-Aufnähern" herum, nur sein kann. Glaubwürdig, wie die Angabe, an einem Abend Anfang November hätten Dutzende Menschen zufällig auf ihren Balkonen gesessen und der Tat fröhlich lächelnd zugeschaut. Im Dunkeln.

Mit dieser fahrlässigen Kommunikation sei die Öffentlichkeit in die Irre geführt worden, heulen die Medien nun - wohl wissend, dass dreistes auf andere zeigen immer noch am besten vom eigenen Versagen ablenkt.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

ich habe das heute früh in der zeitung gelesen - und dachte, ich sehe nicht richtig. erst den job nicht ordentlich machen, und dann das versagen auf andere abwälzen. übel.