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Dienstag, 26. Februar 2008

Kicken im Kartell


Hat der DFB Geld nach Liechtenstein geschafft? Oder ist der Steuersparer Franz Beckenbauer (im Bild mit Kanzlerin Merkel) vergangenes Jahr nicht lange genug in Österreich gewesen, um die sonst drohende Besteuerung in Deutschland zu vermeiden? Hat Kalle Rummenigge die anderen Klubs angezinkt, weil die bekanntlich gemeinschaftlich vereinbart haben, das Produkt Profifußball zusammen zu vermarkten? Oder hat die ARD den DFB angezeigt, weil der sie beim letzten Länderspiel in Österreich gezwungen hat, verbotene Sportwetten-Werbung in ahnungslose deutsche Wohnzimmer zu verklappen?

Wir wissen es nicht - kjlar ist nur, dass Polizei und Kartellwächter vier Tage nach einem Besuch von Kalle "BummBumm" Rummenigge im Hause des Kartellamtes die Geschäftsräume von Deutschem Fußballbund und Deutscher Fußball Liga durchsucht haben, als unterliege das Fußball-Kartell vonKirch´schen Gnaden wie jeder andere deutschen Gesetzen.

Dabei ist das natürlich nicht so! Bei der Übertragung des Länderspiels aus Wien zum Beispiel musste die gebührenfinanzierte ARD eigens eigene Bilder produzieren, weil, wie es bei der ARD heißt, "entsprechend den nationalen Richtlinien der beiden Länder unterschiedliche Bandenwerbung auf den beiden Spielfeldseiten zum Einsatz" kam. Die Kameras der ARD standen auf der Gegenseite der Haupttribüne; der ORF produzierte mit Blick von der Haupttribüne.

Dieser zusätzliche Aufwand sei jedoch nicht auf Wunsch der ARD betrieben worden. "Wir hätten gerne - wie es zumeist üblich ist - das Signal des ORF übernommen", teilte der Sender verwunderten Zuschauern mit. Dass dies nicht möglich war, habe an den unterschiedlichen Rechten des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) und Deutschen Fußballbundes (DFB) gelegen und hatte "mit deren jeweiliger Vermarktung ihrer Spiele zu tun". Mögliche Absprachen, die verhindern sollen, dass sich Vereine und DFB Konkurrenz bei der Sponsorensuche machen, erregen nun "Verdacht". Und inspirieren Fußball-Generalsekretär Wolfgang Niersbach zu dem schönen Satz: "Die Durchsuchung ist ein trauriges Beispiel dafür, wie in der Zusammenarbeit mit Behörden jede Vertrauensbasis zerstört werden kann."

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