Google+ PPQ: Mysterium Michael

Freitag, 26. Juni 2009

Mysterium Michael

Michael Jackson, der gerade in einer beispiellosen Marketing-Aktion abgetretene "King of Pop", war zeitlebens eine rätselhafte Figur mit seinem Lindenberg-Hütchen und dem Seuchentuch vor dem auseinanderfallenden Gesicht. Noch viel rätselhafter als der demnächst wahrscheinlich als Tankwart in Tenessee wiederauftauchende Quietschsänger und Zeitlupentänzer sind seine Gefolgsleute: Binnen eines halben Tages haben sie die zuletzt im Regal angerosteten CDs des Toten auf neun der ersten zehn Plätze der Amazon-Hitparade gekauft.

Wie geht das? Was treibt die Menschen? Welcher Pawlowsche Reflex treibt jemanden vom Hören der Nachricht, dass ein zuletzt zurecht und gründlich vergessener Teeniestar der 80er Jahre tragisch verstorben ist, zur Handlung, sich umgehend eine CD des teuren Toten kaufen zu wollen? Die er dann sowieso erst kommenden Montag geliefert bekommt?

Haben die Fans nicht sowieso wenigstens das eine oder andere Album im Schrank? Und die jüngeren Jünger diese oder jene Raubkopie von "Billy Jean" auf der Festplatte, zu der sich heute Abend bei Kerzenlicht nochmal von der Zeit träumen lässt, die man nicht selbst erlebt hat? Oder ist es der Wunsch, den Hinterbliebenen ein paar Euro zukommen lassen zu wollen? Eventuell vielleicht der Wille, die darbende Musikindustrie zu retten? Ein Zeichen zu setzen für die Unsterblichkeit des Werkes nach dem Tod des Künstlers?

Zweckdienliche Hinweise und Bekennerbriefe wie immer unter politplatschquatsch@gmail.com.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn er über den Styx fährt, soll der Charon ordentlich Trinkgeld bekommen. Wer weiss, vielleicht reicht es auch für eine Rückfahrkarte?

Ich hab den Kerl nie gemocht, hat ständig bei Auftritten mit seinen Eiern gespielt. So etwas sollte privat bleiben. Oder?

Friederich hat gesagt…

Wer ist eigentlich dieser Michael Jackson, von dem auf einmal alle reden?

logisch hat gesagt…

Geboren im August, gestorben im Juni - dabei im runden Jahr seines Lebens.

Den Künsten verbunden, den zeitgenössischen Märchen verhaftet.
Traumhaft und kostspielig seine Anwesen.
Leider trotz außergewöhnlichsten Einkommensverhältnissen mehr oder minder immer wieder pleite.
In seinen letzten Jahren eher zurückgezogen und doch schon wieder die Pläne für neue, eigene,
vor allem populäre und wohl auch
Aufsehen erregende Ziele im Kasten.

Eine klare politische Botschaft - Friede!

Der Name des Vaters immer irgendwie prägend und präsent.
Geboren keineswegs als normaler Mensch der einen normalen Weg gehen sollte.
Im Leben zahlreichen anderen
bekannten Zeitgenossen verbunden.
So manches Porträt, so manches Bildnis zeigt ihn und dennoch zeigt es auch seine unübersehbaren körperlichen Veränderungen im Lauf der Jahre. Gebeutelt von falschen Freunden, in die Irre geführt und dennoch ein Mensch der aus sich selbst heraus der war der er sein wollte, trotz allem war er seiner Rolle unterworfen.

Schlussendlich begleitete ihn ein Arzt auf seinem letzten Gang - die Fans verehren ihn auch Posthum am Ort seines Gedenkens und machen ihn zur ewigen Ikone ihrer zumindest formal vergangenen Epoche. Verhasst, geliebt, verleumdet, bejubelt, ausgenutzt, bedauert. Gemütskrank und jeder seiner Auftritte dennoch immer eine Art der Inszenierung.

Innovativ, prächtig, der Technologie zugeneigt, wegweisend, international, global orientiert, und dennoch kam er grob gegen 2pm oder 23 Uhr deutsche Zeit wohl zu Tode. Der Vorwurf an den Arzt hier böse nach geholfen zu haben steht, aber auch andere Versionen machen die Runde. Schlussendlich warens andere die das dann doch grausige frühe Ende feststellen mussten. Manche Geschichten wiederholen sich - der Arzt ist tot?!?

Und egal ob im gudden oder im gemainen - der Nachfolger ist fix.
Der König ist tot, lang lebe der König.

Ludwig II. von Bayern - gestorben vor 123 Jahren und 12 Tagen, auf der Ostseite des Starnberger Sees.

binladenhüter hat gesagt…

großartig! fast hätte ich es verwechselt

nwr hat gesagt…

Warum? Medienhype. Wahrscheinlich würden auch Küblböck-CDs wieder verkauft, sollte der plötzlich vom Gurkenlaster überrollt werden.

Anonym hat gesagt…

ich mochte ihn schon immer.seine lieder sind einfach toll.Er war der King Of Pop und wird es für mich auch immer bleiben.Er war einfach toll.