Google+ PPQ: Schrilles Gedenken an "Wahnsinnsmeisterleistungen"

Mittwoch, 1. Juli 2009

Schrilles Gedenken an "Wahnsinnsmeisterleistungen"

Sie war die Managerin von Rio Reisers Kapelle "Ton, Steine, Scherben", sie liebt die Türkei und nebenbei arbeitet sie als Grünen-Vorsitzende. Claudia Roth ist außerdem ein großer Fan des verstorbenen Popmusikers Michael Jackson, dessen Musik ihr "gefallen" habe wie sie dem Deutschlandfunk unumwunden gestand. Rockmusik habe ja gerade auch bei den Scherben eine "Popanmutung" gehabt. "Das waren ja auch Schlager, die da gemacht worden sind, Rockschlager", glaubt sich Claudia Roth zu erinnern. Jackson sei die Scherben Amerikas gwesen, der mit "Thriller" in einer Zeit auftrat, "in der viele Künstler, was jetzt Bühnenpräsenz zum Beispiel angeht, in leeren Klischees erstarrt sind".

Claudia Roth, als Tänzerin weltmeisterlicher Ambitionen unverdächtig, rühmt am Musiker Jackson "allein schon seine Auftritte" als "choreografische Wahnsinnsmeisterleistungen, schrill, provokant, unerhört intensiv". Mit dem Medium Video, das er für die Popkultur erschlossen habe, habe sich Jackson "echt einen Platz in der Kultur- und Mediengeschichte" verdient - schließlich, das sagt Claudia Roth nicht, begann damit der endgültige Siegeszug der Oberfläche über den Inhalt.

Aber auch die gegenkulturelle Tat verklärt Roth im Nachhinein zur revolutionären Tat. Jackson habe "Kraft gemacht", er sei jemand gewesen, "der im schwarzen Getto geboren worden ist" und "außerordentlich rätselhaft" war. Allerdings räumt sie ein, dass Michael Jackson "nicht auf die Straßen gegangen" sei und demonstriert habe. "Aber er hat Songs gemacht, die ich auch politisch bezeichnen möchte", sagt die führende grüne Pop-Kritikerin und nennt "Make the World a better Place".

Das ist ja auch das Ziel der Claudia Roth, die sich wie Jackson immer "eingesetzt gegen den Hunger auf der Welt und für Nelson Mandela". Zwei Punkte, an denen sie ihrem Geistesverwandten politische Wirkung unterstellt. "Traurig" (Roth) sei sie nur darüber gewesen, das Jackson versucht habe, kein Schwarzer mehr zu sein. "Das hat mich sehr traurig gemacht, diese Schattenseite seines Lebens, die ja rätselhaft geblieben ist, seine Verzweiflung, dieses sich ändern wollen."

Für Claudia Roth bleibt Michael Jackson auch wegen seiner "Schrillheit" (Roth) und der "Provokanz, die er geliefert hat" in Erinnerung. Und natürlich wegen der "einfach unglaublich schönen Songs, die er performt hat". Welche waren das gleich? Ja, stimmt, "Make the World a better Place". "Entschuldigung", sagt Claudia Roth, jetzt auf der Suche nach dem Missing Link zwischen deutschen Grünen und amerikanischem Schwarzen: "Das ist das, was wir auch tun wollen. Wir machen es mit anderen Mitteln, aber vielleicht ist das eine Hymne, die für viele Menschen auch ein Ansporn ist, die Welt tatsächlich schöner und besser und gerechter zu gestalten."

Kommentare:

Friederich hat gesagt…

Ja, das sind zwei Seelenverwandte. Was hätten sie noch für ein Dreamteam werden können, um eine bessere Welt zu generieren, vielleicht hätten sie Bionade, das offizielle Weltverbesserungsgetränk, als Sponsor ins Boot holen können, wäre nicht das tragische Ableben von … äh … wer war das gleich noch mal … ?

Postscriptum: Muß das sein mit dem Bild? Extremer Ekel kann Herpesbläschen hervorrufen.

ppq hat gesagt…

okay, ich habe mich gerade auch fürchterlich erschrocken

nwr hat gesagt…

"eingesetzt gegen den Hunger auf der Welt und für Nelson Mandela"

Ja was denn nun?

"daß Jackson versucht habe, kein Schwarzer mehr zu sein."

Was hat sie denn dagegen, wenn man aus seinem angeborenen Gefängnis ausbricht? Wäre sie auch brüskiert, wenn sich Meikl Schäcksn zu einer Frau umoperiert hätte? Frau Roth, Sie sind noch nicht ganz bei den Grünen angekommen!

ppq hat gesagt…

jackson lösung war eine individuelle, roth ist mehr für kollektive!! lösungen, meine ich