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Montag, 19. Oktober 2009

Verbot der Woche: Führer aus Parrafin

Hätte die Bundesregierung nicht schon längst und vorausschauend gehandelt, es wäre höchste Zeit für eine noch entschiedenere Reaktion der größten europäischen Demokratie: Ungeachtet der Urheberrechte, die bis heute unzweifelhaft bei der bayrischen Staatskanzlei liegen, haben Raubkopierer im thailändischen Bangkok ein Bild des früheren Führers und Reichskanzlers und heutigen n-tv-Moderators Adolf Hitler öffentlich ausgestellt - und das auch noch auf der falschen Straßenseite (unser Bild), so dass Pkw-Fahrer den vor 64 Jahren Verstorbenen nur von hinten sehen konnten.

Hitler, bei dem es sich nach jüngsten Medienberichten in Wirklichkeit um eine Frau gehandelt haben soll, sei nicht tot, behauptete das Plakat, das für eine neue Wachsfigurenausstellung zu werben vorgab, in Wirklichkeit aber nur der Errichtung eines Vierten Reiches im Land des Lächeln Vorschub leisten sollte wie schon der Standort an der Autobahnausfahrt zum Küstenort Pattaya verdeutlicht.

Um Touristen für ihre zweifelhafte Parrafinfigurenausstellung anzulocken, hatten die gewissenlosen Investoren, die zweifellos hinter der fragwürdigen Neueröffnung stehen, neben Hitler auch Mahatma Gandhi und Michael Jackson als Werbeträger mißbraucht. Als "Geschmacklosigkeit" bezeichnete der deutsche Botschafter in Bangkok das öffentliche Zeigen von Hitler, das in Deutschland nur den Fernsehsendern n-tv, ZDF, ARD, Sat1, RTL, Kabel, MDR, SWR und ihren 740 Tochterkanälen erlaubt ist. Der israelische Botschafter Itzhak Shoham schrieb einen Protestbrief an die für die Hitler-Ausstellung verantwortliche englische Wachs-Institution «Louis Tussaud's», in dem er schilderte, wie israelische Touristen, die nach Pattaya fuhren, entsetzt auf das Bild reagierten.

Auf Intervention der beiden Regierungen, die angedroht hatten, Reisen ihrer Staatsbürger nach Thailand künftig zu untersagen, wurde der Hitler inzwischen im Rahmen der PPQ-Aktion "Verbot der Woche" großflächig verhängt. Jetzt müsse nur noch die Parrafin-Figur des Hitler aus der Ausstellung entfernt werden, zeigte sich Israel zufrieden. Deutschland hingegen verlangte unter Hinweis auf das Markenrecht, die Figur des Führers solle überhaupt und ein für allemal aus der Öffentlichkeit entfernt werden.

Das verweigert das Wachsmuseum zwar noch, doch als kleine Geste der Wiedergutmachung haben die Verantwortlichen mittlerweile angekündigt, die Eintrittspreise zu senken. Hitler solle überdies in einem absolut verdunkelten Raum gezeigt werden, so dass er unsichtbar bleibe.

Kommentare:

Friederich hat gesagt…

Ich werde auch nicht nach Thailand reisen, solange die mit Michael Jackson Werbung machen. Absolut geschmacklos, das.

Anonym hat gesagt…

Wer ist das denn auf dem Bild?
Schlecht aussehn tut er ja nicht ....

ppq hat gesagt…

jetzt hast du dich enttarnt. ich sage ja immer, in der mitte der gesellschaft...

Anonym hat gesagt…

Ist Mitte jetzt auch nicht´s mehr wert?
Dachte die Mitte bekommt Baxter und die Ränder erhalten das Gemisch aus Tensiden, Haileber und Quecksilber.
Oder ist das eine andere Baustelle?

nwr hat gesagt…

Ich bin verstört, gestürzt und besoffen und hole mir gleich eine Licherkette aus dem Keller.