Google+ PPQ: Arbeit für alle

Sonntag, 4. April 2010

Arbeit für alle

Er selbst verpasste seinen Einsatz seinerzeit denkbar knapp, weil der Reichsarbeitsdienst aufgelöst werden musste, ehe Wolfgang Böhmer das dienstfähige Alter erreichte. Kinder und Enkel aber sollen es besser haben, das ist erklärtes Politikziel des zuweilen als "Bundesstrickjacke" gelobten Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Pünktlich zu Ostern hat der greise CDU-Mann jetzt die Einrichtung einer "allgemeinen Dienstpflicht für junge Männer" gefordert, wie sie zwischen Juni 1935 und Mai 1945 obligatorisch und äußerst erfolgreich war.

Ein Reichsarbeitsdienst für alle schaffe "mehr Gerechtigkeit beim Wehr- und Zivildienst", ist sich Böhmer sicher. «Es ist ungerecht, wenn diejenigen, die einberufen werden, sich für die soldatische Ausbildung oder Zivildienst entscheiden müssen, und andere überhaupt nicht herangezogen werden», erläuterte der gelernte Gynäkologe der einzigen amtlichen deutschen Nachrichtenagentur dpa. «Irgendeine Leistung für das Land, egal welche, sollte man sich abverlangen können. Das heißt, dass jeder junge Mann entweder das eine oder das andere machen sollte und sich da möglichst nicht herausmogeln kann.» Der neue Bundesarbeitsdienst sei ein logischer Schritt weiter. Erst habe man den massenhaften Abbau von ganzen Gewerbezweigen subventioniert, nun seien genügend Arbeitslose verfügbar, um von einem schlagkräftigen Arbeitsdienst aufgefangen zu werden. Das entlaste langfristig sowohl die Ämter für Arbeit als auch die Justiz.

Bei Frauen sieht Böhmer aber eine andere Situation. «Da Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung durch Familienbildung ohnehin in besonderer Weise betroffen sind, würde ich sie von einer Dienstpflicht herausnehmen", schlug Böhmer in Ergänzung seiner These vom Schwangerschaftsabbruch als Mittel der Familienplanugn vor. Freiwillige Lösungen wären aber in Ordnung, schließlich sei er selbst vor einigen Jahren noch der Ansicht gewesen, dass Jungen und Mädchen die Chance haben sollten, sich richtig schön soldatisch erziehen zu lassen. Neue, schmucke Uniformen könnten Heranwachsende für den Dienst begeistern, große gesellschaftliche Aufgaben wie das Zuspachteln von Schlaglöchern deutschlandweit einer jungen Generation Halt und Sinn geben wie ihm selbst sein geliebter Garten in Wittenberg.

Kommentare:

Ragnar hat gesagt…

War es nicht eigentlich Barack Obama, der diese schöne Tradition wieder aufleben lassen wollte?

Jedenfalls ist es Herrn Böhmer hoch anzurechnen, dass er diese Idee wieder zurück nach Deutschland holen will.

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
ppq hat gesagt…

siehste npd, weg isses

VolkerStramm hat gesagt…

Beim ersten Lesen dachte ich noch, PPQ hätte sich wieder mal was aus den Fingern gesogen.
Aber wie das so ist, so bekloppt wie unsere Politiker entscheiden kann ein normaler Mensch nicht mal denken.
Besonders toll Böhmers Idee, die verhinderten Konzernchefinnen von der Arbeitspflicht auszunehmen.

ppq hat gesagt…

ausgedacht? nichts ist ausgedacht, alles dem leben abgelauscht

vakna hat gesagt…

Jaja, bei PPQ weiß man nie, ob es aus dem Leben gegriffen ist, oder ob das erst noch kommt.

ppq hat gesagt…

dankeschön.

VolkerStramm hat gesagt…

"nichts ist ausgedacht"

Das ist ja das erschreckende!

Anonym hat gesagt…

Aha. Der Weiße Jahrgang Wolfgang Böhmer äußert sich also zu einer allgemeinen Dienstpflicht. Musste er in seinem Leben jemals selbst einer solchen Dienstpflicht nachkommen?

offenheit hat gesagt…

was für feuchte Träume hat dieser Mensch noch?

Weg mit dem Kerl und seiner Lügenpartei ... am 20.3.2011 soll der 6. Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt werden, hoffentlich ohne ihn

webmax hat gesagt…

Es fällt mir immer wieder auf, daß anstatt sich auf den sachlichen Inhalt einer Meldung oder die Vor- und Nachteile eines Vorschlages zu beschränken, sofort der Urheber angegriffen wird. Kein guter Stil.

Zur Meldung selbst: Bereits im Hernst 2008 hat Merkel der Financial Times ein Interview gegeben, in dem sie (sinngemäß) genau dieses prophezeite: Künftige Maßnahmen gegen AL, härter als im Dritten Reich.
Dies wurde natürlich in unseren Medien übergangen, klar doch.

ppq hat gesagt…

übergangen wurde nicht, dass böhmer den RAD bereits 2004 wiedereinführen wollte

Watchdog hat gesagt…

Auch die Sozen von der Schildbürger Partei Deutschlands (SPD) haben längst festgestellt, dass Arbeit noch niemand geschändet hat und im Gegenteil sogar ein befreiende Wirkung auf den die Arbeit Vollziehenden hat.

In jedem deutschen Politiker steckt ein Adolf Hitler ??

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"Vogel ermahnt Parteien und bringt Arbeitspflicht ins Gespräch
Von dfs
24. Februar 2006, 00:00 Uhr



Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel hat sich dafür ausgesprochen, die soziale Grundsicherung mit einer Arbeitspflicht zu verknüpfen. Eine solche Arbeitspflicht sollte die Politik "stärker in den Blick nehmen", sagte Vogel am Mittwochabend in Berlin. Mit Blick auf die Reduzierung der Arbeitslosigkeit kritisierte er die Parteien, "die manchmal mehr versprechen als sie bei nüchterner Prüfung halten können". Vogel sagte, er bezweifle, ob mit Wachstum allein die Arbeitslosigkeit überwunden werden könne. Arbeitslosigkeit sei für die Betroffenen "nicht in erster Linie ein materielles Problem". Es sei demütigend, wenn man "nicht aus eigener Hände Arbeit für seinen Lebensunterhalt sorgen könne".

http://www.welt.de/print-welt/article200366/Vogel_ermahnt_Parteien_und_bringt_Arbeitspflicht_ins_Gespraech.html

derherold hat gesagt…

Ich weiß, worüber man sich beschwert.

Da will endlich jemand das Recht auf Arbeit verwirklichen - oder, um es mit Sahra Luxemburg zu sagen: "Allgemeine Arbeitspflicht für alle Arbeitsfähigen ist in der sozialistischen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit" - und schon wird rumgejammert.

ppq hat gesagt…

also wir haben seine idee von anfang an unterstützt! ich wollte ja eigentlich auch "arbeit macht frei" drüberschreiben, dachte aber, dass das unsere menschen wieder nicht verstehen werden

VolkerStramm hat gesagt…

Arbeitspflicht ist eine feine Sache. Und sooo gerecht.
Denn dann werden die Faschisten endlich arbeiten.

Doch, doch, genau so.
Die räudigen Alleinnichterziehenden werden auch nach Institutionalisierung der Arbeitspflicht nicht arbeiten; die müssen ja ihre Unterhaltsgeisel nicht erziehen.
Die Muslim ...
Also bleiben nur die Nazis. Genau so hat Böhmer das gemeint. Und weil man das nicht so offen aussprechen kann, eiern alle rum, zwischen moralischer Pflicht zur Arbeit und Verhöhnung der Arbeit als "Arbeit macht frei"; zwischen Finanzierbarkeit des Sozialstaats und GG Art. 1 ("Die Privilegien der Verbrecher und Schmarotzer sind unantastbar").

derherold hat gesagt…

*Unterhaltsgeisel*

Auch so eine Errungenschaft, die nach der Wende aufgetreten ist. *gröhl*

DAVOR hatten Euch Hager oder Schnitzler immer gewarnt !!

VolkerStramm hat gesagt…

Man kann das Thema jetzt auswalzen bis zum Exzess.
Ohne jetzt Ostalgie betreiben zu wollen, Deutschland nimmt eine Entwicklung, die verschiedene Aspekte des DDR-Alltag in hellem Licht erscheinen lässt.
Männerfeindlichen Hetzkampagnen gab es jedenfalls nicht.
Die DDR-Sozial“wissenschaft“ hat in tausenden „wissenschaftlichen“ Arbeiten die Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus „bewiesen“. Aber die wären nicht mal im Taum auf die Idee gekommen, die Überlegenheit der weiblichen Herrenrasse über das männliche Untermenschentum zu behaupten. Die Unterhaltsgeisel gab es zu DDR-Zeiten definitiv nicht, genauso wenig wie die Wellfare Queen. Vom nachehelichen Unterhalt und/oder Sozialhilfe zu leben war früher kein Lebensentwurf.

Und
Schnitzler & Co. haben uns vor dem herzlosen, kalten, unmenschlichen, profitgierigen Kapitalismus gewarnt - aber nicht vor der Wellfare Queen.